
BASF ist der größte Chemieproduzent der Welt und verfügt über ein immenses Produktportfolio. Mit Produktionsstätten rund um den Globus und rund 112.000 Mitarbeitern trägt BASF zum Erfolg von Kunden in fast allen Branchen und in nahezu jedem Land der Erde bei. Zu den vielfältigen Produkten der BASF gehören Chemikalien für Superabsorber, die in Hygieneprodukten wie Windeln und Damenbinden eingesetzt werden. Zuvor wurde die Logistik für Superabsorber am Standort Antwerpen von einem externen Dienstleister abgewickelt. Zwar war BASF der Eigentümer der Lageranlagen, das Lagerverwaltungssystem (WMS) und die Arbeitskräfte wurden aber von einem externen Dienstleister bereitgestellt.
Eine gründliche Analyse ergab, dass die Rückführung dieser Aktivitäten in das eigene Unternehmen von Vorteil wäre: Durch den Einsatz eigenen Personals für die Abwicklung der Logistikaktivitäten könnte BASF die betriebliche Effizienz und Flexibilität weiter optimieren. Im Rahmen der Bestrebungen zur kontinuierlichen Verbesserung wollte BASF vor allem die Transparenz der Logistikprozesse erhöhen: „Externe Dienstleister sind wertvoll, bedeuten aber oft auch einen Kompromiss, wenn es um Transparenz geht. Wir wollten die Servicequalität für unsere Kunden verbessern und weitere Optimierungspotenziale entlang der Supply Chain ausschöpfen. Die Standards im Bereich der Hygieneprodukte sind hoch. Deshalb ist es sehr wichtig, ein Höchstmaß an Transparenz zu erreichen“, erklärt Liesbeth Pacqué, Quality and Supply Chain Manager Processed Chemicals bei BASF.
Diese Entscheidung legte den Grundstein für ein Transformationsprojekt, das die Einführung eines modernen Lagerverwaltungssystems (WMS) erforderte, um bestehende Abläufe der BASF vollständig zu unterstützen. Die Komplexität des Lagerbetriebs stellte eine große Herausforderung dar. Das neue WMS musste nicht nur die typischen Lagerverwaltungsaufgaben bewältigen, sondern auch produktionsbezogene Prozesse wie Abfüllung, Produktfreigabe, Qualitätskontrolle, Umetikettierung und Umbuchung integrieren. Eine weitere Herausforderung war der strenge Zeitplan des Projekts. Aufgrund der vertraglichen Verpflichtungen mit dem bestehenden Dienstleister gab es keinen Spielraum für Verzögerungen, so dass eine rechtzeitige Umsetzung entscheidend war.
Projekt-Ansatz
Um die Komplexität der Aufgabe zu bewältigen, stellte BASF ein funktionsübergreifendes Projektteam zusammen, das sich auf das Fachwissen der Abteilung Global Digital Services (GD), der Logistik und der operativen Teams stützte. Dieses interdisziplinäre Team, bestehend aus Betriebsleitern, Projektmanagern, IT-Spezialisten, Qualitätskontrolleuren für die Lieferkette und Experten für Change-Management, arbeitete von Anfang an eng zusammen. Mit einer hängenden Beschilderung über 18.000 Stellplätzen hat ONK den Boden für die Digitalisierung im Lager von Feldsaaten Freudenberger bereitet. ‣ weiterlesen
Flexibilität hängt oben
Das Chemieunternehmen beauftrage zudem das Beratungsunternehmen Leogistics für eine externe Unterstützung. Die beiden Unternehmen verbindet eine langjährige Partnerschaft. So haben sie kürzlich bei einer erfolgreichen SAP EWM-Implementierung in Tarragona, Spanien, zusammengearbeitet, die eine solide Basis für das Projekt in Antwerpen bildete. „Die frühere Zusammenarbeit bedeutete, dass unser Leogistics-Team bereits mit den operativen Betriebsabläufen von BASF vertraut war. Darüber hinaus verfügen wir über umfangreiche Erfahrungen mit den spezifischen Herausforderungen komplexer logistischer Abläufe im Kontext der chemischen Produktion“, erklärt Tina Wührl, Projektleiterin bei Leogistics.
Das Projekt kombinierte einen strukturierten Ansatz mit agiler Methodik und begann mit der klaren Definition der funktionalen Anforderungen. Auf Grundlage der Leistungsindikatoren des vorherigen Systems ermittelte das Projektteam die wichtigsten optimierungswürdigen Bereiche, wobei der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Transparenz und Flexibilität der Lagerverwaltung bis hin zur Handhabung einzelner Big Bags lag. Mit Beginn der Entwicklung wurde das Vorgehen durch eine enge und agile Zusammenarbeit vorangetrieben. Wöchentliche Follow-up-Meetings ermöglichten es dem Team, seine Fortschritte zu präsentieren, erste Tests durchzuführen und die Auswirkungen auf die nachfolgenden Prozesse fortwährend zu bewerten. Diese kontinuierliche Kommunikation erleichterte rechtzeitige Anpassungen und schnelle Richtungsänderungen, wenn dies erforderlich war und stellte sicher, dass das Projekt auf dem richtigen Weg blieb und gleichzeitig auf sich ändernde Anforderungen reagieren konnte.
Testen und richtige Teamzusammenstellung als oberste Priorität
Aufgrund der Komplexität des Lagerbetriebs waren gründliche Tests unerlässlich, um mögliche Probleme nach der Implementierung auszuschließen. Ein weiterer Erfolgsfaktor war der interdisziplinäre Ansatz bei den Prozesstests, bei dem IT-Fachwissen mit operativem Prozesswissen kombiniert wurde.
Die Zusammensetzung des Teams aus IT-, Prozessmanagement-, Geschäfts- und Betriebsfachwissen erwies sich als entscheidender Faktor für den Erfolg. „Dies war nicht nur ein IT-Projekt. Wir haben von Anfang an ein funktionsübergreifendes Team gebildet und andere Funktionen nicht nur als Beteiligte, sondern als integrale Mitglieder des Projektkernteams einbezogen“, betont Liesbeth Pacqué. Darüber hinaus blieb die Zusammensetzung der Projektteams konsistent, die gleichen Personen begleiteten jede Phase des Projekts von Anfang bis Ende. Ähnlich wie die interdisziplinäre Kommunikation von BASF beruhte auch die Zusammenarbeit zwischen den Projektteammitgliedern von Leogistics und BASF auf einer umfassenden, häufigen und offenen Kommunikation.
Verbesserte operative Qualität
Dank sorgfältiger Vorbereitungen und umfangreicher Tests verlief der Go-Live des neuen Lagerverwaltungssystems planmäßig und brachte von Anfang an die gewünschten Vorteile wie größere Transparenz und Flexibilität. Zuvor waren die Lagerabläufe undurchsichtig, da BASF auf die Informationen des Dienstleisters angewiesen war. Die verbesserte Betriebs- und Bestandstransparenz, die SAP EWM als WMS bietet, führte in Verbindung mit dem Einsatz der erfahrenen BASF-Logistikmitarbeiter zu messbaren Leistungsverbesserungen: Die Zahl der Kundenreklamationen im Zusammenhang mit dem Lagerbetrieb konnte auf nahezu Null gesenkt werden, was im Einklang mit dem kundenorientierten Mindset der BASF und ihrem Ziel steht, die Servicequalität und die betriebliche Effizienz fortwährend zu verbessern.
















