
E-Zigaretten oder auch E-Vapes sind längst Alltag geworden. Millionen werden jährlich verkauft, genutzt und schließlich entsorgt. Allerdings: In jedem dieser kleinen Geräte steckt eine Lithium-Batterie und die kann, einmal beschädigt, genauso schwere Brände verursachen, wie der Akku eines E-Bikes oder Elektrowerkzeugs. Seit dem 1. Juli 2026 ist der Handel gesetzlich verpflichtet, ausgediente Geräte zurückzunehmen. Damit wird ein Problem plötzlich sichtbar, das bislang kaum jemand beachtet hatte.
Wenn kleine Geräte großen Schaden anrichten
Allein in Deutschland fallen pro Jahr mehr als 60 Millionen dieser Einweg-E-Zigaretten als Abfall an. Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) hat die Dimension des Problems längst beziffert: In Deutschland kam es 2024 täglich zu bis zu 30 Bränden in Entsorgungsfahrzeugen, Recyclinghöfen und Abfallbehandlungsanlagen. Schätzungsweise 80 Prozent davon werden durch falsch entsorgte Lithium-Akkus ausgelöst – oft, weil sie in Müllpressen mechanisch zerdrückt werden und sich dabei selbst entzünden. Ein beschädigter Lithium-Akku kann dabei Temperaturen von über 1.000°C erreichen. Löschen lässt sich ein solcher Brand kaum: Wasser reagiert bei diesen Temperaturen mit den Batteriezellen und spaltet sich in Sauerstoff und Wasserstoff auf. So entsteht eine Knallgas-Reaktion, die das Feuer eher anfacht als löscht. Feuerwehren können solche Brände häufig nur noch kontrolliert abbrennen lassen.
Der Gesetzgeber zieht nach
Genau in diesem Kontext ist die Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) entstanden, die zum 1. Januar 2026 in Kraft trat. Seit dem 1. Juli 2026 müssen Kioske, Tankstellen, Tabakwarenläden und der Lebensmitteleinzelhandel ausgediente E-Zigaretten zurücknehmen – unabhängig davon, ob dabei ein Neugerät gekauft wird.
Gebrauchte Akkus: Warum die Gefahr wächst
Eine neue, unbenutzte E-Zigarette ist in aller Regel unkritisch. Das eigentliche Risiko entsteht erst im gebrauchten Zustand. Bei mechanischer Beschädigung, wie zum Beispiel bei einem heruntergefallenen Akku, oder bei Überhitzung steigt die Wahrscheinlichkeit eines internen Kurzschlusses erheblich. Ursache ist häufig ein beschädigter Separator im Inneren der Zelle: Je durchlässiger dieser wird, desto leichter wandern Ionen unkontrolliert von einer Seite zur anderen und verursachen gefährliche Energiespitzen.
Fehlendes Sicherheitsbewusstsein im Handel
Für Supermärkte, Kioske, Tankstellen und Tabakwarenläden ist der Umgang mit Gefahrgut bislang oft kein Thema gewesen. Entsprechend naheliegend, aber riskant ist es, zurückgenommene Geräte einfach lose in einen Karton oder eine Schublade zu legen. Genau das ist der Klassiker unter den Ursachen für Lagerbrände: unsachgemäße Aufbewahrung, ohne Trennung, ohne Schutz vor mechanischer Belastung oder Wärme. Im Schadensfall drohen neben Sachschäden am eigenen Geschäft auch Probleme mit dem Versicherungsschutz. Denn Versicherer erwarten inzwischen einen nachweislich sachgerechten Umgang mit erkennbaren Gefahrenquellen.
Lösungen sind längst verfügbar
Lösungen, die das Brandrisiko eindämmen, existieren bereits. Feuerfeste Aufbewahrungsbehälter wie die Akku Storage Box wurden etwa speziell für die sichere Lagerung von Lithium-Batterien konzipiert und halten im Ernstfall hohen Temperaturen stand und begrenzen die Rauchentwicklung. Wer die Geräte darüber hinaus selbst zur Rücknahmestelle transportiert, insbesondere gewerblich, sollte zudem über eine nach UN-Norm zugelassene Transportlösung verfügen. So dämmen Unternehmen ihr Risiko stark ein. Darüber hinaus empfiehlt es sich auf folgende fünf Aspekte zu achten:
1. Unabhängige Zertifizierung: Auf Prüfung durch eine anerkannte Stelle wie TÜV oder BAM achten – Werbeversprechen allein reichen nicht.
2. Eignung für alle Batteriezustände: Der Behälter sollte neben Neuware auch bereits beschädigte oder kritisch defekte Batterien sicher schützen.
3. Passende Kapazität: Behältergröße an die realistisch erwartete Rücknahmemenge anpassen und etwas Puffer einplanen.
4. Einfache Handhabung: Statt vieler kleiner Fächer empfiehlt sich ein durchgehendes, feuerfestes Kissen, das den gesamten Innenraum auskleidet. Kisten lassen sich so einfach aufklappen, Akkus hineinlegen und wieder zuklappen. Die Sicherheit bleibt gewährt, da Bedienfehler – etwa beim Einsortieren verschiedener Brandkissen – so ausgeschlossen werden.
5. Langlebigkeit: Robuste Materialien wie Aluminium überdauern Kunststoff, der nach einigen Jahren spröde wird und laut Richtlinien nach spätestens fünf Jahren ausgetauscht werden muss.
Risiken jetzt minimieren
Die neue Rücknahmepflicht sorgt dafür, dass ein erweiterter Personenkreis künftig die Verantwortung für die sachgerechte Entsorgung von E-Zigaretten trägt. Händler, die jetzt ihren Bedarf prüfen und in eine zertifizierte Sicherheitslösung investieren, schützen neben Ware und Umsatz auch Mitarbeiter und Kundschaft. Es liegt an jedem einzelnen, dafür zu sorgen, dass aus einer kleinen, ausgedienten E-Zigarette kein großes Feuer wird.

















