Gehört SAP WM mit der Einführung von S/4HANA auf die Resterampe?

Viele SAP-Kunden stehen vor der Herausforderung, von ihrem SAP ERP-System auf das neue S/4HANA zu wechseln. Mit diesem kommen auch viele funktionale Änderungen auf die Unternehmen zu. Bisherige Standard-Lösungen werden nicht mehr angeboten oder durch neue ersetzt - wie auch das verlässliche WM-Modul (Warehouse Management).

Nun wurden bereits diverse Begriffe wie Stock Room Management, Embedded EWM sowie Basic und Advanced erwähnt. Im Folgenden wird auf diese näher eingegangen:

Stock Room Management

Werden die zuvor genannten Termine interpretiert, lässt sich vermuten, dass spätestens 2030 mit dem Modul WM Schluss ist und danach EWM zum Einsatz kommen muss. Aber dem ist nicht so. SAP bietet seit dem S/4HANA 1909 Release mit Stock Room Management eine Alternative zum WM an. Stock Room Management ist jedoch mehr als eine Alternative. Es ist das WM-Modul auf einem S/4HANA-System. Das Stock Room Management basiert technisch komplett auf dem WM-Modul, sodass es die gleichen Tabellen, Customizing-Pfade und Transaktionen nutzt. Allerdings wird das Stock Room Management nur mit technischen Einschränkungen angeboten. Folgende Funktionen sind nicht mehr nutzbar:

  • Task and Resource Management (LE-TRM)
  • Logistische Zusatzleistung, LZL (LE-WM-VAS)
  • Yard-Management“ (LE-YM)
  • Cross-Docking“ (LE-WM-CD)
  • Wellenmanagement“ (LE-WM-TFM-CP)
  • Dezentrales Warehouse Management (LE-WM-DWM)
  • Lagersteuerrechner-Anbindung“ (WM-LSR)

Um als Unternehmen herauszufinden, ob diese Lösung im Einsatz ist, gibt es Standardreports von der SAP, die in der Regel in einer S/4HANA-Vorstudie genutzt werden. Wer heute ein Lean-WM im Einsatz hat, kann dieses auch weiterhin mit Stock Room Management verwenden.

Embedded EWM

Mit Einführung der S/4HANA-Systemwelt ist auch die Lösung „Embedded EWM“ entstanden, die als Alternative zum WM von der SAP angepriesen wird. Der Vorteil ist, dass das EWM, im Gegensatz zum dezentralen EWM, auf der gleichen Instanz wie das S/4-System läuft. Ziel der SAP ist, dass der Funktionsumfang zwischen dezentralem EWM und einem Embedded EWM nahezu gleich ist. Der Vorteil bei Embedded EWM ist, dass die Prozesse ein Stück weit mehr integriert ablaufen als bei einem dezentralem EWM. Das heißt, es kann je nach Prozess auf eine synchrone Verbuchung zurückgegriffen werden.

Grundsätzlich gibt es hierbei zwei Untervarianten, die angeboten werden: Basic oder Advanced. Die Basic-Variante hat den Vorteil, dass diese nicht lizenzpflichtig ist und bereits mit der S/4-Lizenz abgedeckt wird. Die Advanced-Variante ist lizenzpflichtig und wird wie ein dezentrales EWM bemessen. Der Vorteil ist, dass sich der volle Leistungsumfang von EWM integriert auf einer Systeminstanz nutzen lässt.

a. Embedded EWM – Basic

Mit der Embedded Version lässt sich in der Regel die Funktionalitäten von WM ablösen und es kommen sogar weitere Funktionen hinzu, die WM vorher nicht bieten konnte. Als Beispiel ist hier die Serialnummernführung auf Platzebene, sowie die prozess-/layout-orientierte Lagersteuerung zu nennen. Folgende Themen sind in der SAP EWM Basic Variante inbegriffen:

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