
Die Anforderungen an moderne Intralogistik verändern sich rasant. E-Commerce, kürzere Lieferzeiten, schwankende Mengen und steigende Erwartungen an Verfügbarkeit und Transparenz führen dazu, dass Unternehmen ihre Materialfluss-Systeme immer häufiger erweitern oder modernisieren müssen. Hier setzt Interroll mit MCP Play an. Die Steuerungsplattform ergänzt die Modular Conveyor Platform (MCP) um eine dezentrale Ebene der Anlagensteuerung und macht es Integratoren einfacher, Fördertechnik in bestehende oder neue Systemlandschaften einzubinden. Für Anwender entsteht daraus ein klarer Mehrwert: Der Weg von der Planung bis zum produktiven Betrieb wird kürzer und spätere Anpassungen lassen sich deutlich einfacher und effizienter umsetzen.

Höhere Leistung auf Bestandsfläche
Besonders relevant ist dieser Ansatz bei Projekten im Bestand. Hier treffen ambitionierte Leistungsanforderungen auf räumliche und technische Grenzen, die sich nicht beliebig verschieben lassen. Oft müssen vorhandene Komponenten weitergenutzt werden, während andere Anlagenteile modernisiert oder komplett ersetzt werden. Genau ein solches Szenario bot das Modernisierungsprojekt von Ringana im österreichischen St. Johann in der Haide. Der 1996 gegründete Frischekosmetikhersteller plante einen Ausbau seines 2017 eröffneten Logistikzentrums, um den Versand leistungsfähiger aufzustellen. Ausgehend von einer bisherigen Leistung von rund 1.000 Paketen pro Stunde sollte die Fördertechnik- und Sortieranlage nach dem Umbau bis zu 2.600 Pakete pro Stunde bewältigen.
Mit der Umsetzung beauftragte Ringana den ebenfalls in Österreich ansässigen Systemintegrator Fb Industry Automation aus Gleisdorf bei Graz. Mit ihm hatte der Frischekosmetikhersteller bereits die Intralogistikanlage im Versandzentrum in Neufahrn bei München modernisiert.
Im Zentrum des Umbaus stand der Hochleistungssorter. Die Bandfördertechnik wurde größtenteils durch Interroll-Rollenfördertechnik ersetzt, einzelne Bereiche – wie die bestehenden Arbeits- und Verpackungsplätze sowie Teile der Fördertechnik – bleiben weiterhin im Einsatz. Genau darin liegt ein wesentlicher Vorteil der modularen Plattform: Vorhandene Strukturen lassen sich einbinden, statt sie vollständig zu ersetzen. Mit einer hängenden Beschilderung über 18.000 Stellplätzen hat ONK den Boden für die Digitalisierung im Lager von Feldsaaten Freudenberger bereitet. ‣ weiterlesen
Flexibilität hängt oben
Für Integratoren bringt das einen entscheidenden Vorteil. MCP Play erleichtert die Planung und Umsetzung, weil die Anlage kundenindividuell umgerüstet und bestehende Module und Komponenten in die neue Lösung integriert werden können. Die einzelnen Förderzonen werden nun dezentral über Interroll Multi Control-Einheiten gesteuert und kommunizieren direkt mit der übergeordneten Logik. Das vereinfacht die Integration, und beschleunigt die Inbetriebnahme – bei Ringana erfolgte sie parallel zum Tagesgeschäft. Vor allem in Projekten mit engen Zeitfenstern ist das ein entscheidender Faktor.

Effizienz im Zusammenspiel
Für den Frischekosmetikhersteller zählt in erster Linie die Leistung im Alltag. Die modernisierte Anlage stellt eine schnelle und präzise Materialflussführung sicher bei effizienterer Auslastung und hoher Transparenz im laufenden Betrieb. Die Förder- und Sortiergeschwindigkeit liegt heute bei 1,0 bis 1,39m/s und hat sich damit gegenüber der alten Anlage verdoppelt. Die an den acht Verpackungslinien fertig gestellten Pakete werden über Merge-Bereiche zusammengeführt und gelangen über Zentralbänder in zwei Ebenen übereinander zum Sorter. Ergänzende Taktbänder sorgen für definierte Förderfenster, damit die nachfolgenden Prozesse präzise gesteuert werden können.
Ein weiterer Punkt ist die Datenerfassung direkt im Materialfluss: Der neue Hochleistungssorter ist mit einem Lesetunnel, einer Volumenmessung und einer integrierten Waage ausgestattet. Versandetiketten werden während des Transports ausgelesen und gemeinsam mit Gewicht und Volumen an das Sortersystem übergeben. So entsteht eine durchgängige Informationskette, die die Sortierung beschleunigt und die Nachverfolgbarkeit der Sendungen verbessert.
Die Ausschleusung der Pakete auf die jeweiligen Versandrampen erfolgt mittels Rollenweichen. Zusätzlich wurde eine sechste Versandrampe integriert, die flexibel zugeordnet werden kann. Das schafft Spielraum für unterschiedliche Versandanforderungen und lässt Reserven für künftiges Wachstum.

Skalierbarkeit für die nächsten Wachstumsschritte
Mit dem Ausbau des Logistikzentrums wurden die Versandprozesse für weiteres Wachstum ausgelegt. Der Frischekosmetikhersteller kann nun 2.600 – in Spitzenzeiten sogar bis zu 3.400 Kartons pro Stunde – und bis zu 50.000 Pakete pro Tag versenden. Von der Angebotserstellung bis zur Implementierung vergingen nur sieben Monate.
















