• Allein die Laufwege können bis zu 40 Prozent einer Schicht in Anspruch nehmen.
• Manuelle Kommissionierung ist fehleranfällig.
• Saisonale Personalengpässe erhöhen die Kosten für Überstunden und Schulungen.
Hinzu kommen Fehler bei der Kommissionierung oder Konsolidierung, die je nach Branche pro Auftrag zusätzlich vier bis acht Euro verursachen, wobei hohe Fehlerraten wiederum zu Nacharbeit, Retouren und wachsender Unzufriedenheit der Kundschaft führen. Allein in der Modebranche machen Retouren 20 bis 35 Prozent der Fulfillment-Kosten aus, wobei Zeitverzögerungen bei der Wiederaufnahme der Artikel in den Warenbestand die Marge schmälern und die Lagerbestände insgesamt binden.
Flächennutzung nicht zu unterschätzender Faktor
Nicht zu unterschätzen ist auch der Aspekt der Flächennutzung: Herkömmliche und bodenbasierte Systeme der Intralogistik benötigen viel Platz und begrenzen den möglichen Durchsatz. Vertikale Systeme können die Flächeneffizienz hingegen um 30 bis 60 Prozent verbessern und gleichzeitig den Energieverbrauch senken. Dabei spielt auch die Zuverlässigkeit der verwendeten Technologien eine wichtige Rolle: Die Kosten für Ausfallzeiten können je nach Komplexität der Anlage zwischen 5.000 Euro und 50.000 Euro pro Stunde ausmachen. Stabilität und Transparenz der Systeme (Warehouse Management System/WMS, Warehouse Control System/WCS, Warehouse Execution System/WES) sind daher von entscheidender Bedeutung.
Die gezielte Auswahl der geeigneten technologischen Lösung zählt zu den kritischen Faktoren im Rahmen der Prozessoptimierung. Anhand von Durchsatz, Auftragsstruktur, Betriebsstunden und Personaleinsatzquoten können Unternehmen zwar schätzen, welche Technologien für das Fulfillment prinzipiell den höchsten Nutzen bringen – müssen die jeweiligen Vor- und Nachteile aber immer sorgfältig abwägen. So lassen sich beispielsweise autonome und mobile Roboter (AMR) zwar flexibel, schnell und skalierbar einsetzen – bieten im Vergleich zu einer stationären Automatisierungslösung aber einen geringeren Durchsatz. Shuttle-Systeme scheinen bei hoher Lagerdichte ideal geeignet für den E-Commerce – erfordern aber hohe Anfangsinvestitionen und zeichnen sich durch eine starre Anordnung aus. Taschensorter wie Ferag.Skyfall sind vielseitig einsetzbar, vereinen die Prozessaufgaben Sortieren, Puffern und Sequenzieren in einem einzigen System und sparen Energie – die Installation ist aber nur in ausreichend hohen Räumlichkeiten möglich.
In der Praxis sind es oft hybride Kombinationen unterschiedlicher Technologien, die am Ende zu niedrigsten Betriebskosten führen. Über die proaktive Berücksichtigung des CoOF-Faktors lassen sich die jeweils am besten geeigneten Lösungen präziser erkennen, als es mit den bislang gängigen Kennzahlen möglich wäre. Durch das Zusammenspiel von operativer Exzellenz, maximaler Koordination aller Prozessabläufe mit der richtigen Mischung aus Automatisierungstechnologien können Unternehmen ihre Kosten pro Auftrag erheblich senken und gleichzeitig das Serviceniveau und die Skalierbarkeit nachhaltig verbessern.

















