U-Track ist ein fahrerloses Transportsystem (FTS) für den automatisierten Materialtransport schwerer und großformatiger Produkte von 5 bis 200 Tonnen, besonders geeignet für Vor- und Endmontage (u. a. Nutzfahrzeuge, Landmaschinen, Energiespeicher). Entscheidend für Planung und Wirtschaftlichkeit sind laut STS-Sales Director Maximilian Michels vor allem die übergeordnete Zielsetzung (z. B. Durchlaufzeiten senken vs. neue Fabrik), die Produktionsphilosophie, zukünftige Produktentwicklungen (Gewicht, Abmessungen, Varianten), der gesamte Prozess inkl. Ergonomie sowie stabile Zulieferketten.
Moderne Produktionssysteme sollen „so viel Flexibilität wie nötig“ bieten, da übermäßige Flexibilität Komplexität und Kosten erhöht; zudem ist hohe Datenqualität wichtig, um Engpässe und Fehler früh zu erkennen. Das Transportsystem ist dabei nur ein Teil der Gesamtanlage (typisch ca. 20 %) und soll möglichst störungsfrei im Hintergrund laufen.
Ein FTS rechnet sich in Montagelinien in der Regel ab Taktzeiten unter einer Stunde – besonders bei hoher Jahresstückzahl und mehreren Schichten, weil automatisiertes Weitertakten und Rücktransport mit der Ausbringung skalieren. Weitere Kriterien sind Variantenvielfalt, Produktgröße/-gewicht, Layout- und Prozesskomplexität (je komplexer, desto größer der Nutzen), sowie ein hoher Anteil nicht-wertschöpfender Tätigkeiten (z. B. Krantransporte mit mehreren Mitarbeitenden). Unwirtschaftlich wird es häufig bei einem ungünstigen Verhältnis von Fahrzeuganzahl zu Streckenlänge; praktisch entspricht die Mindestzahl an FTF meist der Anzahl der Montagestationen. STS bietet je nach Business Case auch teilautomatisierte oder manuelle Alternativen, wenn Vollautomatisierung nicht sinnvoll ist.
Messbarer Produktivitätsgewinn entsteht, wenn Transportzeiten und Nebenaufwände sinken, Monteure sich stärker auf Montage konzentrieren können und sich das in kürzeren Lieferzeiten bzw. höherem Output niederschlägt.
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Ab wann rechnet sich
ein FTS in Montagelinien?
Utrack ist das FTS für den automatisierten Materialtransport von 5t bis 220t: Durch die Utrack-Spurführung sind auch sehr lange und breite Lasten präzise und sicher bewegbar. Der optimale Einsatzbereich liegt in der Vor- und Endmontage, beispielsweise in der Produktion von Nutzfahrzeugen, Landmaschinen oder Energiespeichersystemen. Die Frage für viele Produktionsplaner ist jedoch: Ab wann ist der Einsatz eines FTS in Montagelinien wirtschaftlich sinnvoll? Maximilian Michels, Sales Director bei Siempelkamp Transport Systems, gibt einen Überblick über die wesentlichen Entscheidungskriterien.
Maximilian Michels, Sales Director bei Siempelkamp Transport Systems – Bild: Siempelkamp Transport Systems GmbH
– Herr Michels, welche grundlegenden Faktoren sind bei der Planung und Realisierung eines modernen und effizienten Produktionssystems wichtig?
Maximilian Michels: Im ersten Kundengespräch ist es zunächst einmal wichtig zu verstehen, welche Motivation der Kunde übergeordnet hat. Es macht einen großen Unterschied, ob Durchlaufzeiten gesenkt oder eine neue Fabrik aufgebaut werden soll. Diese Klarheit beeinflusst alle weiteren Entscheidungen.
Ein zweiter Punkt ist die Produktionsphilosophie: Wie wird heute produziert und wie soll die Produktion zukünftig aussehen? Darauf aufbauend betrachten wir das Produkt selbst. Wichtig ist, wie sich Gewicht, Abmessungen und Varianten künftig entwickeln könnten. Eine Produktionsanlage bzw. das Transportsystem muss auch in 10 bis 20 Jahren noch passen.
Ebenso entscheidend ist der Produktionsprozess. Dazu gehören ergonomische Anforderungen ebenso wie stabile Zulieferprozesse. Ohne eine funktionierende Lieferkette bleibt jedes Produktionssystem wirkungslos.
Der optimale Einsatzbereich für das Utrack-System ist der Transport von großen und schweren Produkten von 5 bis 200t im Bereich der Vor- und Endmontage. – Bild: Siempelkamp Transport Systems GmbH
– Was zeichnet moderne und effiziente Produktionssysteme aus?
Aus meiner Perspektive ist ein wichtiges Kriterium für moderne Produktionssysteme, dass sie nur so viel Flexibilität wie nötig mitbringen. Das widerspricht dem Trend maximal autonomer Systeme. Zu viel Flexibilität erzeugt oft unnötige Komplexität und zusätzliche Kosten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Datenqualität. Ein gutes System zeigt frühzeitig Engpässe oder wiederkehrende Prozessfehler. So lassen sich Probleme gezielt an der Ursache beheben.
Grundsätzlich gilt: Das Transportsystem ist nur ein Teil der Gesamtanlage. Sein Anteil liegt typischerweise bei rund 20 Prozent. Unser System ist dann richtig effizient, wenn es möglichst unauffällig und damit störungsfrei läuft. Das Produktionssystem sollte immer nur Mittel zum Zweck sein. So kann sich das Unternehmen auf die eigentliche Wertschöpfung konzentrieren.
Typische Einsatzbereiche von FTS: Fördertechnik in Montagelinien, z.B. für Bau- und Landmaschinen, Nutzfahrzeuge, Flugzeugindustrie oder Maschinenbau.
– Bild: Siempelkamp Transport Systems GmbH
– Was motiviert Unternehmen, sich mit Transportsystemen von STS zu beschäftigen?
In Montagelinien ist die Hauptmotivation die Durchlaufzeit-Reduzierung und Produktivitätssteigerung. In den meisten Fällen lässt sich dieses Ziel mit klassischer Standplatzmontage nicht erreichen. Unternehmen müssen ihre Produktion deshalb ‚in den Takt‘ bringen, da die Standplatzmontage künftig nicht die erforderliche Produktivität ermöglicht.
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