
Für nachhaltige Ergebnisse sind vier Dimensionen der Effizienz entscheidend, die auf unterschiedlichen organisatorischen Ebenen wirken und sich gegenseitig bedingen.
Neben direkten Kosten, wie z.B. Personal-, Flächen- und Bestandskosten, sollten Unternehmen auch indirekte Kostentreiber berücksichtigen. Ein strategisches Ziel sollte es daher sein, Flächen-, Durchlaufzeit- und Materialflusseffizienz zu erreichen. So kann beispielsweise durch ein intelligentes Layout, eine effiziente Flächennutzung oder neue Lagertechnologien die Wertschöpfung pro Quadratmeter maximiert werden. Zudem sollten die Durchlaufzeit der Aufträge und Materialien durch das System sowie die Auslastung von Personal und Technologie im Blick behalten werden. Auf diese Weise lassen sich Zeit gewinnen, Servicegrade erhöhen, Bestände senken und damit Kosten einsparen.

In 5 Schritten zur Exzellenz
Doch wie lässt sich dies in der Praxis umsetzen? Zur Identifizierung konkreter Einsparpotenziale im eigenen Unternehmen empfiehlt sich ein 5-Schritte-Audit, das Planungssicherheit schafft und die wichtigsten Stellschrauben identifiziert.
1: Prozesskosten und Transparenz
Um die bestehenden Logistikprozesse und die damit verbunden Kosten zu verstehen, sollten aktuelle Layouts, Materialflüsse, Technologien und die IT-Infrastruktur analysiert werden. Hilfreich sind hierbei Prozess-Flow-Diagramme, die operative Interdependenzen und Kostentreiber visualisieren.
2: Reifegrad und CleansheetKalkulation
Unternehmen sollten ihre Performance mit Best Practices vergleichen. Besonders hat sich hier die Cleansheet-Kalkulation bewährt, die Prozesskosten unter idealen Bedingungen berechnet. Diese Lücke zwischen dem aktuellen und dem Idealzustand ist ein guter Indikator für Einsparpotenziale.
3: Optimierungspotenziale und Roadmap
Die Ableitung konkreter Optimierungsmaßnahmen ist der nächste Schritt. Neben dem Einsparpotenzial werden notwendige Investitionen für die Umsetzung der Maßnahme bewertet und eine Roadmap erstellt.
4: Detaillierte Planung
Anschließend wird für jede Maßnahme ein detailliertes Konzept erstellt, dass sowohl technische Spezifikationen und Prozessabläufe als auch den Ressourcenbedarf enthält. Das Ergebnis: abgestimmte praxisnahe und umsetzungsbereite Maßnahmen, die im Einklang mit den operativen und finanziellen Zielen der Organisation stehen.
5: Implementierung
Eine Umsetzung in Sprints hat sich für klassische Prozessoptimierungsprojekte bewährt. Die Veränderungen erfolgen in kleineren Schritten und unterstützen den erfolgreichen Change-Prozess im Unternehmen. Ein integriertes Change Management, das die neuen Prozesse in der Organisation verankert und das klare Commitment des Managements sind entscheidende Erfolgsfaktoren. Dies gilt auch für komplexere Automatisierungsprojekte. Die enge Einbindung der Mitarbeiter, gezielte Schulungen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Technologieanbietern und Planenden sind die Hauptelemente einer erfolgreichen Implementierung.
Optimierung mit datenbasierter Präzision
Damit ein Audit aussagekräftige Ergebnisse liefert, sind detaillierte und verlässliche Informationen nötig. Durch IT-Systeme von ERP über WMS, Materialflussrechner und FTS-Leitsysteme bis zu Sensor- & IOT-Systemen stehen in der Regel jede Menge wertvolle Datenquellen zur Verfügung. Ein ideales Spielfeld für fortgeschrittene datenbasierte Prozessoptimierung, wie Process Mining, für die diagnostische Analyse und BI-Anwendungen, um immer einen aktuellen Überblick über KPIs zu haben. Weitere Beispiele sind AI und ML-Anwendungen für Forecasting und Optimierung sowie die Simulation von alternativen Szenarien mit Hilfe von Digital Twins. Mit den genannten datenbasierten Methoden können Optimierungspotenziale effizient identifiziert werden, welche bei traditionellen Audits bis dato unbemerkt blieben.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt: Ein Tier-1-Automobilzulieferer konnte durch einen datengestützten State-of-the-art-Ansatz volle Transparenz über seine Prozesskosten und Effizienz in der Intralogistik herstellten und so seine Effizienz um 22 Prozent steigern sowie die Kosten um 20 Prozent senken.
Die Zeit zum Handeln ist jetzt
Intralogistik ist ein dynamisches System, das ständige Anpassung erfordert. Entscheidende sollten nicht auf die nächste Krise oder den nächsten Engpass warten, sondern vorhandene Daten nutzen und bestehende Strukturen hinterfragen. Hierbei ist es essenziell, alle Effizienzdimensionen zu berücksichtigen und eine klare Roadmap zu erstellen, inklusive einer frühzeitigen Budgetierung der nötigen Maßnahmen. So gelingt es, die Intralogistik zum Motor des unternehmerischen Erfolgs zu machen. Optimierungspotenziale effizient identifiziert werden, die bei traditionellen Audits bis dato unbemerkt blieben.“

















