Individuelle Anpassungen für optimales Fahrverhalten

Gut ein halbes Dutzend Telefonate gingen hin und her, bis das ideale Gerät für den Fußballverein gefunden war und nach Mönchengladbach ausgeliefert wurde. „Einer unserer Außendienstmitarbeiter war dann nochmal vor Ort, um die Fahreigenschaften zu optimieren“, so Herzig. Dabei wurden breitere Reifen sowie Ballastplatten montiert, um die Griffigkeit auf dem Rasen zu optimieren und ein Durchdrehen der Reifen auch bei Nässe zu unterbinden. Außerdem wurde eine zusätzliche Last-Aufnahme an der Hinterseite montiert, so dass die Deichsel der Beleuchtungsanlage nun parallel zum Boden verläuft und sich die Zugkraft des Schleppers optimal auf die Anlagen überträgt.

„Früher waren immer zwei Leute notwendig, um die Beleuchtungsanlagen zu versetzen“, berichtet Christian van de Flierdt, während er den Alitrak-Schlepper an diesem sonnigen Freitagmorgen aus einem kleinen Technikraum unter der Südkurve des Stadions holt. Ein Kollege hatte dabei rücklings geschoben, ein zweiter gelenkt. „Und das jeden zweiten Tag, auch an Weihnachten, zwischen den Jahren und zum Jahreswechsel.“ In seiner Stimme schwingt Freude darüber mit, dass das nun anders ist.

Gefahr bei manuellem Versetzen

Zur ergonomischen und personellen Belastung seien ernstzunehmende Gefahren gekommen, die mit dem manuellen Bewegen der schweren Anlagen einhergingen. Werden die Lichtarme zum Bewegen eingeklappt, verlagert sich das ganze Gewicht auf einen hohen, schmalen Streifen. „Damit einher geht eine 45°-Drehkranz-Begrenzung der Anlagen“, erklärt van de Flierdt. 2020 kam im französischen Rennes nach einem Erstliga-Spiel ein Greenkeeper ums Leben, weil eine Lichtanlage beim Bewegen zu hart eingeschlagen war, umkippte und den Mann unter sich begrub. Er erlag trotz sofortiger Hilfe wenige Stunden später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Van de Flierdt hält kurz inne, das Schicksal des französischen Kollegen macht betroffen.

60.000W und 400m² je Lichtanlage

Dann geht es mit klaren Schritten weiter Richtung Spielfeld. Grün und Gelb strahlt es, grün vom Rasen, gelb von den Lichtern. Die sechs Beleuchtungsanlagen mit einer Fläche von jeweils 440m2 erzeugen ein fast unwirkliches Licht. Tag und Nacht beleuchten und wärmen sie den Rasen aktuell. Jede Anlage verfügt über 60 Lampen mit jeweils 1.000W Leistung, insgesamt 60.000W; und das gleich sechsmal. Starkstromkabel verbinden die Anlagen auf dem Spielfeld mit einem erst auf den zweiten Blick sichtbaren Verteilerkasten unweit der überdachten Sitzreihe, auf der die Trainer und Spieler der „Fohlen“ an Spieltagen Platz nehmen.

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