Skalierbare Kapazität statt fester Bindung

Genauso wichtig wie die technische Orchestrierung ist das Betriebsmodell dahinter. Über das Prinzip Robots-as-a-Service buchte DHL zusätzliche Kapazitäten hinzu, ohne sich langfristig zu binden. Auf diese Weise konnte der Standort ohne nennenswerte Investitionen in eigene Infrastruktur unmittelbar produktiv arbeiten und gleichzeitig die für die siebenmonatige Hochsaison nötige Skalierbarkeit vorhalten. Robots-as-a-Service ist damit weit mehr als ein Finanzierungsinstrument. Das Modell richtet die verfügbare Automatisierungskapazität konsequent an der tatsächlichen Geschäftsentwicklung aus und löst sie von festen Infrastrukturverpflichtungen.

Mehr Leistung auf gleicher Fläche

Welche Wirkung dieser Ansatz entfaltet, ließ sich in Quer schnell an belastbaren Kennzahlen ablesen. Innerhalb weniger Wochen nach dem Produktivstart steigerte der Standort seinen Durchsatz von rund 50 auf etwa 110 bearbeitete Positionen pro Stunde und arbeitete damit doppelt so produktiv wie zuvor. Dieser Sprung gelang ohne jede Erweiterung der Lagerfläche und ohne sicherheitsrelevante Vorfälle. Da die Multi-Dropoff-Logik einen kompletten Verarbeitungsschritt überflüssig machte, vereinfachte sich zugleich der Gesamtablauf, und die Fehlerquote in der Konsolidierung ging spürbar zurück.

„Die Flexibilität und Skalierbarkeit der Locus-Lösung haben einen wesentlichen Einfluss auf unsere Abläufe“, betont Sergio Ramiro, Site Manager bei DHL in Quer. „Sie hat unsere Kommissionierungsprozesse gestrafft, die Vorbereitung vereinfacht und unserem Team ermöglicht, noch präziser und effizienter zu arbeiten.“

Ausweitung im Netzwerk

Nach dem erfolgreichen Start in Quer plant Makro Spanien bereits, das Modell auf weitere Standorte auszudehnen. Für die Logistikdienstleister, die unter ähnlichem Druck operieren, liefert das Beispiel ein überzeugendes Argument gegen den verbreiteten Reflex, bei steigenden Volumina zuerst auf bauliche Erweiterung zu setzen. Maßgeblich ist vielmehr die Fähigkeit, die Abläufe flexibel zu steuern und die Automatisierungskapazität an die Auftragslage anzupassen, statt den Standort dauerhaft auf den Spitzenbedarf hin auszulegen. Denn nicht selten steckt in einem bestehenden Lager mehr Kapazität als seine reine Quadratmeterzahl vermuten lässt.

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