IFOY Award 2026: Die Sieger stehen fest

Die Gewinner des IFOY Award 2026 wurden am 25. Juni in der Unternehmenszentrale des IFOY Eventpartners AEB in Stuttgart ausgezeichnet.
Die Gewinner des IFOY Award 2026 wurden am 25. Juni in der Unternehmenszentrale des IFOY Eventpartners AEB in Stuttgart ausgezeichnet.Bild: IFOY Award

Für zusätzliche Spannung und den IFOY-typischen Jubel sorgte die Bekanntgabe der Sieger erst auf der Bühne. Die Laudatoren Jan Drömer, Vorstandsvorsitzender VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik, Dr. Lars Kleeberg, Hauptgeschäftsführer, Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e. V., Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin, Westfalenhallen Unternehmensgruppe, Markus Meißner, Geschäftsführender Direktor, AEB, Marc Lösken, Leiter Markenlogistik, Porsche AG und Udo Schmidt, Vice President Europe, Cascade Europe verkündeten die bis zuletzt geheim gehaltenen Juryentscheidungen.

Der International Intralogistics and Forklift Truck of the Year (IFOY) Award zählt zu den bedeutendsten Technologiewettbewerben der Intralogistik weltweit. 49 Produkte und Lösungen wurden für den Durchgang eingereicht, 17 Produkte und Lösungen qualifizierten sich für das Finale und stellten sich im April beim Test Camp Intralogistics dem mehrstufigen IFOY Audit.

„KI ist das Megathema unserer Zeit und es war das beherrschende Thema dieses IFOY Award Durchgangs. Im Audit haben die Finalisten eindrucksvoll gezeigt, was in der Praxis durch den Einsatz von KI möglich ist. Die Entscheidung war ein Krimi mit vielen Überraschungen in einem außergewöhnlich starken Teilnehmerfeld“, sagte Anita Würmser, Geschäftsführende Vorsitzende der IFOY Jury, in Stuttgart.

Jungheinrich: Automatisierte 
Gesamtlösung mit KI bei Liebherr
Jungheinrich: Automatisierte Gesamtlösung mit KI bei LiebherrBild: IFOY Award

Integrated Customer Solutions of the Year

Die IFOY Königsklasse der Integrated Customer Solutions entschied Jungheinrich in einem Wimpernschlagfinale für sich. Der Hamburger Intralogistikspezialist überzeugte die Jury mit einer KI-gestützten Warehouse-Management-Lösung für das neue zentrale Ersatzteillager von Liebherr in Ehingen. Das System steuert sämtliche Lager- und Versandprozesse auf einer zentralen Plattform – vom Paletten-Hochregallager mit 18.000 Stellplätzen über das Kleinteile-Shuttle-Lager mit 40.000 Behälterstellplätzen bis hin zu neun manuellen Lagerbereichen. Mithilfe selbstlernender Algorithmen berechnet die Lösung den optimalen Zeitpunkt für Kommissionierung und Auslagerung und passt Abläufe dynamisch an Prioritäten und Versandfenster an. So wird die weltweite Ersatzteilversorgung für Krane zuverlässig sichergestellt.

Die Jury würdigte insbesondere den konsequenten Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Automatisierung von Entscheidungen statt einzelner Prozessschritte. Das Projekt zeige eindrucksvoll, wie datengetriebene Steuerung die Effizienz komplexer Logistiksysteme steigern könne. Die hohe Prognosegenauigkeit, die deutliche Reduzierung manueller Eingriffe und die nachweisbaren operativen Verbesserungen machten die Lösung zu einem herausragenden Beispiel intelligenter Intralogistik, so das Urteil der Jury.

Libiao Robotics: AirRob Pro
Libiao Robotics: AirRob ProBild: IFOY Award

Warehouse Robot Systems of the Year

Ein denkbar enges Rennen lieferten sich die Finalisten in der Kategorie Warehouse Robot Systems. Aufgrund eines Patts (ex equo) beim Juryvoting gab es erstmals in der Geschichte des IFOY Award zwei Sieger in einer Kategorie: Libiao Robotics aus China und Nomagic aus Polen.

Libiao Robotics überzeugte die Jury mit AirRob Pro, einer innovativen Automatisierungslösung, die Robotik, Fördertechnik und Lagerung in einer einzigen, einfach integrierbaren Lösung vereint. Dank eines schwenkbaren Greifarms kann der kletternde Lagerroboter Behälter und Kartons auf beiden Seiten eines Regalgangs aufnehmen und absetzen, was Durchsatz und Flexibilität deutlich erhöht. Die Lösung lässt sich in bestehende Regalanlagen integrieren und reduziert dadurch Investitionsaufwand und Implementierungszeit.

Die Jury würdigte insbesondere die hohe Praxistauglichkeit, Skalierbarkeit und den klaren Kundennutzen. Hervorgehoben wurden die intelligente Kombination von Förder- und Greiffunktion, die innovative Greifertechnologie sowie die Fähigkeit, bestehende Lagerstrukturen effizient zu automatisieren. AirRob Pro setze neue Maßstäbe für die flexible Lagerautomatisierung und zähle zu den innovativsten Robotiklösungen des Wettbewerbs, so das Urteil der Jury.

Nomagic überzeugte die Jury mit dem Shoebox Picker, einer neuartigen Robotiklösung für die automatisierte Handhabung von Schuhkartons im E-Commerce. Er kann erstmals unverschlossene Schuhkartons unterschiedlicher Größen, Formen und Ausrichtungen zuverlässig aufnehmen und bewegen. Der Shoebox Picker ist Bestandteil eines mit verschiedenen Greifern ausgestatteten Pickautomaten, die je nach Produkt automatisch gewechselt werden. Unterstützt durch ein KI-basiertes Wahrnehmungssystem erkennt die Lösung die Artikel selbstständig und steuert den Greifvorgang präzise. Dadurch lassen sich bislang manuelle Kommissionier- und Sortierprozesse automatisieren und deutlich effizienter gestalten.Die Jury würdigte insbesondere die Lösung eines bislang ungelösten Automatisierungsproblems in der Fashion-Logistik. Die Kombination aus intelligenter Bilderkennung, innovativer Greifertechnologie und hoher Prozesssicherheit eröffne neue Möglichkeiten für die wirtschaftliche Automatisierung im E-Commerce. Der Shoebox Picker gelte als potenzieller Game Changer und ‚heiliger Gral‘ der Automatisierung von Schuhkartons, so das Urteil der Jury.

Nomagic: Shoebox Picker
Nomagic: Shoebox PickerBild: IFOY Award

Intralogistics Software of the Year

Die Kategorie Intralogistics Software gehörte erneut zu den spannendsten Wettbewerben des Jahres. Idealworks überzeugte die Jury mit dem Idealworks Orchestration System (OS), einer cloudbasierten Plattform zur zentralen Steuerung und Vernetzung unterschiedlichster Fahrzeuge, Systeme und Geräte in der Intralogistik. Die offene, herstellerunabhängige Architektur ermöglicht die nahtlose Integration von AMR, FTS und manuellen Fahrzeugen ebenso wie die Anbindung von Sensoren, Toren sowie WMS- und ERP-Systemen. Echtzeitanalysen, Simulationen und digitale Zwillinge schaffen Transparenz und unterstützen die kontinuierliche Optimierung von Materialflussprozessen.

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