Moderne SAP-Oberflächen sind mehr als ein Facelift

Moderne SAP UI5-Oberflächen nach Fiori-Richtlinien bereiten die für 
Anwender relevante Kennzahlen übersichtlich und schnell erfassbar auf.
Moderne SAP UI5-Oberflächen nach Fiori-Richtlinien bereiten die für Anwender relevante Kennzahlen übersichtlich und schnell erfassbar auf.Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com

Um zu verstehen, was hinter dem Begriff ‚Fiori First‘ steckt, lohnt ein kurzer Blick auf die technischen Grundlagen. SAP UI5 ist das HTML5- und Java Script-Framework, mit dem neue SAP-Anwendungen programmiert werden. SAP Fiori hingegen ist mehr als nur Optik: Es ist eine Design-Guideline und ein Architekturkonzept, das definiert, wie Informationen und Aktionen innerhalb einer Anwendung angeordnet werden und welche Layouts zur Verfügung stehen.

Ergänzt werden diese beiden Ebenen durch sogenannte Smart Controls: Oberflächenelemente, die über die OData-Schnittstelle nicht nur Daten, sondern auch semantische Informationen aus dem Backend beziehen. Gehört zu einem Betrag etwa eine Währung, zeigt das Eingabefeld diese automatisch an, weil die Information bereits in der Schnittstelle steckt. Diese Form der Datenkommunikation unterscheidet sich grundlegend von der klassischen SAP-Welt, in der Oberfläche und Logik stärker miteinander verwoben sind.

2018 hat SAP offiziell die ‚Fiori First‘-Strategie formuliert: Bestandsanwendungen sollen schrittweise auf Fiori umgestellt werden. Neue Technologien – etwa KI-Funktionen, Suchservices oder moderne Entwicklungsframeworks wie RAP – entstehen primär für diese Architektur. Klassische Oberflächen werden dagegen nur noch eingeschränkt weiterentwickelt und verlieren langfristig an Relevanz.

Früh erkannt, konsequent umgesetzt

Swan hat diese Entwicklung früh antizipiert. Bereits 2015, nur zwei Jahre nach dem ersten UI5-Release, entstand der erste eigene UI5-Dialog in einem Kundenprojekt. Daraus folgte eine klare Entscheidung: UI-Entwicklung nicht als Nebenaufgabe zu behandeln, sondern als eigene Disziplin zu etablieren.

UI5 und Fiori basieren auf Java Script und unterscheiden sich damit grundlegend von der klassischen ABAP-Entwicklung. Auch architektonisch geht der Ansatz weiter: Statt enger Kopplung entsteht eine klare Trennung über Schnittstellen. Werden bestehende Transaktionen lediglich optisch modernisiert, bleibt ihr Aufbau unverändert, Potenziale der neuen Technologie werden nicht genutzt. Viele Wettbewerber übertragen überladene Alttransaktionen unreflektiert in die neue Technologie: Das Erscheinungsbild wirkt moderner, doch die strukturellen Schwächen, darunter eine unüberschaubare Anzahl an Bedienelementen, bleiben bestehen.

Heute kann Swan auf mehr als 250 realisierte UI5-Dialoge aus unterschiedlichen Projekten zurückgreifen, kombiniert mit individueller Anpassung an den jeweiligen Prozess.

Usability, die zur Arbeitsrealität passt

Im Logistikumfeld ist Usability kein zusätzlicher Komfort, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor im täglichen Betrieb. Mitarbeiter arbeiten häufig unter Zeitdruck, tragen Schutzausrüstung, bedienen Stapler oder wechseln regelmäßig zwischen unterschiedlichen Arbeitsplätzen. Anwendungen müssen diese Rahmenbedingungen konsequent berücksichtigen.

Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Branche: In Chemie und Pharma stehen Sicherheit und Verifikation im Vordergrund, im Handel Geschwindigkeit und Effizienz. In Kühlhäusern bestimmen physische Bedingungen das Design, während auf dem Stapler eine reduzierte Darstellung entscheidend ist. Dadurch werden Einarbeitungszeiten verkürzt und Fehlerquoten insbesondere in wechselnden Teams deutlich gesenkt.

Ergänzend zu den SAP-Designrichtlinien wurde eine eigene Komponentenbibliothek für logistische Anforderungen entwickelt. Spezialisierte UI-Elemente und eine konsistente Struktur stellen sicher, dass Anwendungen auch in komplexen Einsatzszenarien verständlich und effizient bedienbar bleiben.

Vom Kontext zum Klick-Dummy

Gute UI-Entwicklung beginnt nicht mit dem Code, sondern mit dem Verständnis des Nutzungskontexts. Dazu gehören Einsatzumgebung, konkrete Anforderungen und die jeweiligen Prioritäten der Anwender. Auf dieser Grundlage erfolgt eine detaillierte Prozessanalyse mit dem Ziel, Inhalte zu reduzieren und Abläufe zu vereinfachen.

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