Vier Neue pro Woche

Die auf Lebensmittel spezialisierte tschechische Handelskette JIP hat mit Sprachtechnologie von Honeywell Voice die Produktivität gesteigert und das Anlernen neuer Mitarbeiter vereinfacht.
Zentraler Bestandteil der kurzen Anlernphase bildet das einmalige Erstellen des individuellen Sprachprofils in der gewohnten Arbeitsumgebung.
Zentraler Bestandteil der kurzen Anlernphase bildet das einmalige Erstellen des individuellen Sprachprofils in der gewohnten Arbeitsumgebung.Bild: Honeywell International Inc

Zwei Prozent: Mit dieser sehr niedrigen Arbeitslosenquote markierte Tschechien im August 2019 den Spitzenplatz innerhalb der EU. Den damit verbundenen Fachkräftemangel spürt auch die auf Lebensmittel spezialisierte Handelskette JIP, die für ihr in Boanovice nördlich von Prag gelegenes Zentrallager kaum Mitarbeiter findet. Ein Großteil der rund 60 im Dreischichtbetrieb eingesetzten Kommissionierer stammt hier bereits aus Rumänien und anderen Ländern Südosteuropas sowie der Ukraine. Viele von ihnen kehren nach Ablauf der dreimonatigen Arbeitserlaubnisse jedoch wieder nach Hause zurück.

Für das Überwachen und Analysieren der sprachgesteuerten Pickprozesse nutzt JIP eine Software namens K.voice.
Für das Überwachen und Analysieren der sprachgesteuerten Pickprozesse nutzt JIP eine Software namens K.voice.Bild: Honeywell International Inc

Überzeugende Referenzen

„Wir lernen pro Woche vier bis fünf neue Kommissionierer an, die in der Regel keine tschechischen Sprachkenntnisse mitbringen“, berichtet Aleš Groulík. Der Chief Operating Officer von JIP suchte deshalb eine Lösung, die das Anlernen vereinfacht und nach kürzester Zeit fehlerfreies Arbeiten ermöglicht. Außerdem sollte das Kommissionieren deutlich produktiver werden, um die jährlichen Umsatzsteigerungen von rund 10 Prozent ohne zusätzliche Arbeitskräfte bewältigen zu können.

Vor diesem Hintergrund entschied sich JIP für die Einführung der sprachgesteuerten Kommissionierung. Bei der Suche nach dem passenden Lieferanten fiel die Wahl auf den langjährigen IT-Partner Kodys und die Technologie von Honeywell Voice. „Wir hatten uns seit 2016 verschiedene Pick-by-Voice-Systeme und Installationen im Praxisbetrieb angesehen, wobei uns Honeywell am meisten überzeugen konnte“, erinnert sich Groulik, der im Juli 2018 den Startschuss für die Implementierung gab.

Problemlos umgestellt

Bereits vier Monate später konnten die ersten Anwender mit der sprachgesteuerten Lösung arbeiten und die vorherige Lösung mit Handscannern schrittweise ablösen. Heute kommen die Handhelds nur noch im Frische- und Tiefkühlbereich zum Einsatz, sollen jedoch bis März 2020 auch hier durch Pick-by-Voice ersetzt werden. „Die Umstellung lief problemlos, und wir sind mit der kundenorientierten Leistung von Kodys sehr zufrieden“, bestätigt Groulik, dessen Unternehmen bereits seit zehn Jahren mit dem in Prag beheimateten Systemhaus zusammenarbeitet. In dieser Zeit habe sich Kodys „vom Hardware-Lieferanten zum System- und Beratungshaus weiterentwickelt“. Für das Überwachen und Analysieren der sprachgesteuerten Pickprozesse hat Kodys sogar eine eigene Software namens K.voice entwickelt, die auch bei JIP im Einsatz ist.

Für Transparenz sorgt außerdem der im Zuge des Projekts geänderte Datenfluss. Anders als früher werden die Warenentnahmen im Warehouse Management System von JIP erst dann gebucht, wenn der Kommissionierer die entsprechende Auftragsposition tatsächlich abgearbeitet hat. „Früher erfolgte die Buchung bereits beim Erstellen des Auftrags“, erinnert sich Groulik, der seine Lagerbestände jetzt in Echtzeit verfolgen kann.

Picken auf Artikelebene

Gleiches gilt für den Auftragsfortschritt und die aktuelle Leistung seiner Mitarbeiter. „Wir können z.B. sehen, was jeder Kommissionierer gerade macht, wie schnell er arbeitet und wie viel Zeit zwischen zwei Aufträgen vergeht“, so Groulik, der mit Voice von Anfang an eine Produktivitätssteigerung von 20 Prozent erzielen konnte. Sein Zielwert liegt bei 25 bis 35 Prozent, was er unter anderem mit der bereits eingeführten Leistungsprämie erreichen will.

Im Durchschnitt schaffen seine Mitarbeiter 65 Picks pro Stunde, wobei über 50 Prozent für das Laufen zwischen den Gängen aufgewendet wird. In diesem Zusammenhang muss auch die besonders feingliedrige Auftragsstruktur betrachtet werden. Schließlich beliefert das JIP-Zentrallager nicht nur die 40 eigenen Märkte, sondern auch sämtliche Tankstellen in Tschechien, viele Catering-Ketten und rund 25.000 andere kleine Geschäfte. Diese bestellen von den über 10.000 verfügbaren Artikeln oft nur ein oder zwei Stück, während jeder Auftrag bis zu 25 Positionen enthält. Die Kommissionierer müssen demnach immer wieder Kartons aufreißen und einzelne Stücke entnehmen.

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