Wie AMR das Fulfillment revolutionieren

Die Automatisierung in der Intralogistik nimmt weiter Fahrt auf. Neben fahrerlosen Transportsystemen (FTS) übernehmen autonome mobile Roboter (AMR) immer mehr Transportaufgaben. Laut der Marktanalyse 'The Mobile Robot Guide' von Interact Analysis beträgt das durchschnittliche jährliche Wachstum der Branche mehr als 50 Prozent. Befeuert durch den boomenden E-Commerce halten AMR in immer mehr Fulfillment-Centern Einzug. Doch für welche intralogistischen Umgebungen und Prozesse eignen sich AMR genau? Und welche Rolle wird künftig die Energieversorgung für einen effizienten Betrieb der Systeme einnehmen?
 AMR sind im Fulfillment-Center der Zukunft fester Bestandteil.
AMR sind im Fulfillment-Center der Zukunft fester Bestandteil.Bild: Wiferion

Mit dem Einsatz von autonomen mobilen Robotern (AMR) reagieren Logistiker auf die Herausforderungen der Supply Chain in Zeiten von E-Commerce, Fachkräftemangel und steigendem Kostendruck. Ob manuelle Transportvorgänge im Lager, Teilaufgaben komplexer Kommissionierprozesse oder das Bewegen von Paletten und schweren Nutzlasten – AMR sind flexibel und übernehmen immer mehr intralogistische Workflows. Im Gegensatz zu FTS punkten sie mit ihrer autonomen Navigation, einer einfachen Integration ohne Eingriffe in die bestehende Infrastruktur sowie ihrer Skalierbarkeit. Mithilfe von künstlicher Intelligenz oder von maschinellem Lernen entscheiden die Systeme selbstständig, welche Aufgabe sie wann ausführen. Durch die KI passen die Systeme ihre Transportwege automatisch an Veränderungen im Lagerlayout an. Diese Eigenschaften machen sie besonders interessant für die komplexen Aufgaben, wie sie im modernen Fulfillment-Center gefordert sind.

Im Fulfillment-Center spielen AMR ihre Vorteile aus

Für Online-Händler liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Zufriedenheit ihrer Kunden. Neben dem Kauferlebnis ist dabei die schnelle und reibungslose Auftragsbearbeitung eine zentrale Komponente. Fulfillment-Center und Betreiber wie 3PL spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ab dem Moment der Bestellung bis zur Übergabe an einen Versanddienstleister übernehmen sie alle logistischen Prozesse vom Wareneingang über die Bestellannahme bis hin zu Verpackung, Versand, Lagerverwaltung, Kundendatenverwaltung Retourenmanagement und Zahlungsabwicklung. Fulfillment-Center stehen unter großem Druck, ihre Prozesse effizient auszulegen. Die Konsumenten erwarten eine kostenlose Lieferung, weshalb die für den Fulfillment-Prozess anfallenden Kosten nicht an den Endkunden weitergegeben werden können. Deshalb gilt es, die nichtwertschöpfenden Transportvorgänge zu automatisieren und die Mitarbeiter für die ‚Veredelung‘ einzusetzen.

In diesem Umfeld können AMR ihr ganzes Potenzial entfalten. Die Roboter decken komplexe Transportnetzwerke innerhalb eines Lagers ab und erledigen Transportaufgaben schnell und flexibel. Hierzu gehören die Beförderung von Ladehilfsmitteln, wie beispielsweise Behältern, Kartons und Trays, der sichere Transport von Paletten sowie die bodennahe Aufnahme von Rollbehältern und Regalaufbauten. AMR können ideal für die Versorgung nach dem Goods-to-Person-Prinzip eingesetzt werden und die Mitarbeiter in allen Lagerbereichen bei Kommissioniertätigkeiten unterstützen. Auch kollaborative Ansätze nach dem Person-to-Goods-Prinzip sind möglich.

Energieversorgung ist aktuell noch ein Schwachpunkt

So ausgefeilt die Technologie von AMR für die Bewältigung ihrer Aufgaben ist, so veraltet ist häufig die Energieversorgung ihrer Batterien. Neigt sich das Energielevel der Lithium-Ionen-Batterie eines Roboters dem Ende zu, verlässt dieser seinen Workflow und fährt in einen separaten Bereich, wo er mithilfe von Steck- oder Schleifverbindungen geladen wird. Während des teilweise mehrere Stunden andauernden Ladevorgangs fehlt der Roboter im Prozess. Um die Produktivität des Centers aufrechtzuerhalten, muss er deshalb durch einen weiteren Roboter ersetzt werden. Ein wirklicher 24/7-Dauerbetrieb eines autonomen und nicht auf induktiven Leiterlinien navigierenden Roboters lässt sich so nicht realisieren. Hinzu kommen Ausfälle durch Gewaltschäden an der Ladeinfrastruktur sowie regelmäßige Wartungsmaßnahmen. Damit ist die Energieversorgung ein echter Produktivitätskiller und muss vom Lagerbetreiber kontinuierlich aktiv gemanagt werden.

Induktive Ladetechnologie als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit

Ein neuer Ansatz wird mit AMR verfolgt, die mit induktiven Punktladesystemen wie etaLINK von Wiferion ausgestattet sind. Anstatt zu festen Ladestationen zu fahren, erhalten die Roboter beim sogenannten ‚In-Process-Charging‘ während ihres Workflows an häufig frequentierten Stationen vollautomatisch die Energiemenge, die sie für ihre Transportaufgaben benötigen. Die Fahrzeuge können so ihre Transportaufgaben im 24/7-Dauerbetrieb erledigen, ohne die logistischen Prozesse für Ladepausen abzubrechen. Das etaLINK-System lässt sich äußerst flexibel installieren. Die Ladepads können in wenigen Stunden an Wänden, auf dem Boden, auf Fahrwegen, an Abstellplätzen oder Be- und Entladestationen angebracht werden. Neue Platzierungen aufgrund von sich ändernden Layouts sind mit nur wenigen Handgriffen schnell umgesetzt.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Was heißt: 
„In Anlehnung an die Norm“?

Was heißt: „In Anlehnung an die Norm“?

Dürfen Produkte, die das GS-Prüfzeichen und gleichzeitig den Zusatz „in Anlehnung an die Norm“ tragen, verwendet werden, als seien sie nachweislich sichere Produkte beziehungsweise Arbeitsmittel? Die Antwort lautet: Ja! Doch der Hinweis „in Anlehnung“ sorgt für Unbehagen. Es ist Zeit, über die Hintergründe zu informieren, die heutige Norm zu interpretieren und sie bei nächster Gelegenheit anzupassen. Es geht um die EN 12195-2.

Bild: VETTER Industrie GmbH
Bild: VETTER Industrie GmbH
Gabelzinken-Hersteller 
mit Tradition

Gabelzinken-Hersteller mit Tradition

Vetter ist heute einer der führenden Hersteller von Gabelzinken in Europa. An Produktionsstandorten in Deutschland und den USA wird das wohl umfangreichste Gabelzinken-Produktprogramm für die Flurförderzeugindustrie gefertigt. Mit Einführung der SmartFork – der intelligenten Gabelzinke mit integrierter Kamera- und Sensortechnik – ist Vetter Schrittmacher für mehr Sicherheit beim Staplereinsatz und einer erfolgreichen Logistik 4.0.

Bild: Körber AG
Bild: Körber AG
Warehouse der Zukunft

Warehouse der Zukunft

Körber unterstützt mit seinem Geschäftsfeld Supply Chain den Sportfachhändler Intersport beim Neubau und der Erweiterung des Zentrallagers in Heilbronn. Von der Planungsphase bis zur Finalisierung zeichnet Körber sich verantwortlich für die praktische Umsetzung eines vollautomatisierten Lagers, das nicht nur technologisch State of the Art ist, sondern auch den wachsenden Bedarf an intelligenter Lagerkapazität in den kommenden Jahren abdecken kann.

Bild: Schulte-Henke GmbH
Bild: Schulte-Henke GmbH
Sicherer Transport von 
Elektro- und Konsumgütern

Sicherer Transport von Elektro- und Konsumgütern

Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen haben eine Gemeinsamkeit. Sie alle werden mit Hilfe von Karton- und Geräteklammern mittels Gabelstapler schnell und sicher transportiert. Da Stabau seine Kunden in schnellwachsenden Branchen wie der Konsumgüter- und Elektronikindustrie bestmöglich unterstützen möchte, bietet das Unternehmen zahlreiche Varianten des Anbaugeräts und individuelle Sonderlösungen an.

Anzeige

Anzeige

Anzeige