Doppelter Durchsatz ohne zusätzliche Fläche

Im Regelbetrieb sind 95 autonome mobile Roboter (AMR) vom Typ Locus Origin im Einsatz, in der Spitzenphase lässt sich die Flotte bedarfsgerecht auf bis zu 123 Einheiten erweitern.
Im Regelbetrieb sind 95 autonome mobile Roboter (AMR) vom Typ Locus Origin im Einsatz, in der Spitzenphase lässt sich die Flotte bedarfsgerecht auf bis zu 123 Einheiten erweitern.Bild: Locus Robotics

Wie sehr es auf diese Fähigkeit ankommt, zeigt ein Standort im spanischen Quer eindrucksvoll. Dort betreibt DHL ein Distributionszentrum für Makro in Spanien, eine Tochter der deutschen Metro AG und führender Großhändler für den spanischen Gastronomie- und Hotelleriebereich. Täglich verlassen rund 2.700 Warenlieferungen den Standort, um 27 der insgesamt 37 landesweiten Abholmärkte zu versorgen. Die nutzbare Lagerfläche beträgt dabei lediglich 1.685m², auf denen parallel mehr als 250 Palettenplätze bedient werden.

Manuelle Sortierprozesse entfallen, da die Roboter direkte Palettenabgabe-Funktionen (Multi-Dropoff-Funktionalität) nutzen.
Manuelle Sortierprozesse entfallen, da die Roboter direkte Palettenabgabe-Funktionen (Multi-Dropoff-Funktionalität) nutzen.Bild: Locus Robotics

Wenn das Wachstum an bauliche Grenzen stößt

Die eigentliche Herausforderung ergibt sich weniger aus der Menge der Aufträge als aus der hohen Individualisierung jeder einzelnen Liefertour. Jede Route bildet einen filialspezifischen Bedarf ab, der präzise nach Bestimmungsort und Artikeltyp zusammengeführt werden muss, bevor die Ware den Standort verlässt. Hinzu kommen wiederkehrende Nachfragespitzen, die sich über das Jahr verteilt auf rund sieben Monate summieren und mit rein manuellen Abläufen kaum noch wirtschaftlich bewältigt werden konnten. Denn wo Niederhubwagen und Beschäftigte dieselben engen Gänge teilten, wuchs nicht nur das Sicherheitsrisiko, am Ende litt auch der Durchsatz. Eine bauliche Erweiterung schied aus, weil der laufende Betrieb angesichts der ganzjährig hohen Lieferfrequenz zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden durfte.

Vorteil: Reduzierung der physischen Belastung für die Lagermitarbeiter, selbst während Nachfragespitzen.
Vorteil: Reduzierung der physischen Belastung für die Lagermitarbeiter, selbst während Nachfragespitzen.Bild: Locus Robotics

Warum starre Anlagen der Geschäftsrealität oft nicht mehr entsprechen können

Fest installierte Automatisierung ist auf einen bestehenden Betriebszustand hin optimiert. Sie liefert verlässliche Ergebnisse, solange Volumina, Abläufe und Personalsituation sich so verhalten wie vorhergesagt. Genau diese Stabilität gibt es im modernen Fulfillment jedoch immer seltener. Eine große, fest verbaute Anlage bindet erhebliches Kapital Eine große, fest verbaute Anlage bindet erhebliches Kapital und konserviert über Jahre den Betriebszustand, für den sie ausgelegt und konzipiert wurde. Verändern sich die Rahmenbedingungen schneller als geplant, wird aus der vermeintlichen Stärke jedoch eine Belastung. In volatilen Umgebungen wird Starrheit zunehmend zum Risiko, während sich Anpassungsfähigkeit als eigentliche Stärke erweist.

Der Weg, für den sich DHL entschieden hat, folgt deshalb einer anderen Logik. Statt baulicher Eingriffe organisiert eine softwaregestützte Lösung von Locus Robotics die vorhandenen Prozesse neu und passt sich flexibel an wechselnde Auftragsvolumina an. Im Regelbetrieb sind 95 autonome mobile Roboter (AMR) vom Typ Locus Origin im Einsatz, in der Spitzenphase lässt sich die Flotte bedarfsgerecht auf bis zu 123 Einheiten erweitern.

Die Intelligenz liegt in der Plattform, nicht im einzelnen Roboter

Der entscheidende Hebel ist dabei nicht die Hardware, sondern die Orchestrierung durch die Plattform Locus ONE. Ihr konzeptionelles Herzstück ist im Fall von Quer die sogenannte Multi-Dropoff-Funktionalität. Anstatt die Ware nachgelagert von Hand zu sortieren, bündelt das System die Aufträge der einzelnen Filialen bereits während der Kommissionierung und führt sie direkt den jeweiligen Palettenstandorten zu. Ein Arbeitsschritt, der zuvor manuell und mit erheblichem Personalaufwand bewältigt werden musste, entfällt damit vollständig. Die Routenplanung und die Koordination der gesamten AMR-Flotte werden ebenfalls von der Plattform übernommen. Ihre KI-gestützte Navigationslogik sorgt dafür, dass die Roboter dynamisch auf Beschäftigte, Flurförderzeuge und andere Hindernisse reagieren und sich konfliktfrei durch ein stark frequentiertes Umfeld bewegen. Die Anbindung an das bestehende Warehouse Management System gelang dabei reibungslos und ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs.

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