
Paul Vahle stellt auf der TOC Europe 2026 in Hamburg Lösungen zur Elektrifizierung von Containerterminals vor. Im Mittelpunkt stehen integrierte Energiesysteme für hochdynamische Hafenprozesse, von elektrifizierten Krananwendungen über automatisiertes Laden bis hin zu intelligentem Energiemanagement im Terminalbetrieb.
„Steigende Dieselpreise und volatile Energiekosten erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf Hafenbetreiber. Gleichzeitig verschärfen regulatorische Vorgaben den Bedarf an emissionsarmen Terminalprozessen. Elektrifizierung wird damit zunehmend nicht mehr nur zu einer Frage der Effizienz, sondern zur zentralen Voraussetzung zukunftsfähiger Terminalstrukturen“, sagt Jaroslaw Warzecha, Direktor Business Unit Ports bei Vahle.
„Auf der TOC Europe zeigen wir, wie sich Energieversorgung, Bewegungssysteme und Automatisierung zu einer durchgängigen Gesamtlösung verbinden lassen.“
Dynamische Energiepuffer im Terminalbetrieb
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Elektrifizierung von gummibereiften Portalkranen, kurz RTG (Rubber Tyred Gantry Cranes), die Vahle seit vielen Jahren im Hafenumfeld begleitet. Mit der modularen Systemlösung Trimotion Compact wird dieser Bereich konsequent weiterentwickelt. Ergänzend kommen batteriegestützte Speicherlösungen wie das Vahle Battery Energy Storage System (BESS) zum Einsatz, die als dynamische Energiepuffer im Terminalbetrieb fungieren.
Durch die bedarfsgerechte Bereitstellung von Energie werden Netzspitzen gezielt reduziert und Stromflüsse im Terminal stabilisiert. Dank modularer und immersionsgekühlter Batteriekonzepte lassen sich Kapazität und Leistung flexibel an unterschiedliche Einsatzprofile anpassen, etwa für Gassenwechsel, Hybridbetrieb oder Peak Shaving. Die Immersionskühlung sorgt dabei für ein konstantes Temperaturfenster der Batteriezellen – ein wesentlicher Faktor für Lebensdauer, Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit im Hafeneinsatz. So können Kranbewegungen im Batteriebetrieb auch temporär netzunabhängig und lokal emissionsfrei ausgeführt werden. Die praktische Wirkung dieses Ansatzes zeigt sich in elektrifizierten RTG-Anwendungen mit Trimotion Compact. „Durch den Ersatz dieselbasierter Aggregate lassen sich pro Jahr und Umrüstung – je nach Einsatzprofil – bis zu rund 300t CO₂ einsparen. Damit wird die Dekarbonisierung von Terminalprozessen nicht nur technisch möglich, sondern auch wirtschaftlich skalierbar und operativ integrierbar“, betont Warzecha.
Standardisierte Ladeprozesse im Terminal
Auf dieser Grundlage baut auch die Ladeinfrastruktur Power Dock von Vahle auf. Die Lösung ermöglicht das automatisierte Laden elektrischer Terminalfahrzeuge während betriebsbedingter Standzeiten. Der Ladevorgang wird direkt in den Terminalprozess integriert und folgt dem Prinzip des Opportunity Charging – Energie wird genau dann aufgenommen, wenn Fahrzeuge ohnehin nicht im aktiven Einsatz sind.
„Mit Power Dock standardisieren wir Ladeprozesse im Terminal und erhöhen gleichzeitig die Verfügbarkeit elektrischer Flotten im durchgängigen Betrieb“, so Warzecha. „Die Energieversorgung wird damit zu einem integrierten Bestandteil der Prozesskette.“
Ergänzend treibt Vahle seine Entwicklungen im Bereich der Landstromversorgung weiter voran. Im Hamburger Hafen hat der Systemanbieter für die HADAG Seetouristik und Fährdienst AG eine bewegliche Anlage realisiert, die Schiffe während der Liegezeit zuverlässig mit elektrischer Energie versorgt. Das System ersetzt dieselbetriebene Bordgeneratoren und reduziert Emissionen sowie Lärm deutlich. Zudem gleicht es Bewegungen durch Gezeiten aus und ist bereits auf zukünftige elektrische Fährgenerationen ausgelegt.
TOC 2026: Stand E92

















