
Während Investitionen in Automatisierung meist darauf abzielen, die Durchsatzleistung zu steigern, führt die Art und Weise, wie Roboter geladen werden, oft zu unerwarteten Engpässen. Ladepausen bedeuten Stillstände, Ladezonen nehmen wertvolle Fläche in Anspruch, und wenn Flotten unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz kommen, wird die Infrastruktur zunehmend komplex. „Viele Unternehmen unterschätzen anfangs, welchen Einfluss die Ladestrategie auf die Effizienz ihrer Automatisierung hat“, erklärt Julian Seume, Director Wiferion – a Puls Business Unit. „Es geht nicht nur darum, die Roboter mit Energie zu versorgen – die Art und Weise, wie geladen wird, entscheidet darüber, wie reibungslos und wirtschaftlich ein gesamter Materialfluss funktioniert.“

Stillstände und Flächenverbrauch: Ein oft übersehener Kostenfaktor in der Intralogistik
Stellen Unternehmen erst im laufenden Betrieb fest, wie stark Ladeprozesse die Effizienz ihrer AMR-Flotten beeinflussen – ist es schon zu spät. Klassische Ladekonzepte setzen darauf, dass Fahrzeuge nach einer bestimmten Betriebszeit eigenständig Ladezonen ansteuern und dort für einen längeren Zeitraum stehen. Dadurch entstehen Leerlaufzeiten, die oft nicht vollständig in die ursprüngliche Planung einfließen. Besonders problematisch wird es in hochfrequentierten Umgebungen, etwa im E-Commerce oder in der Produktionslogistik, wo Verzögerungen schnell die gesamte Lieferkette betreffen können.
Neben den Ausfallzeiten sind Ladezonen ein oft übersehener Kostenfaktor. Jede Fläche, die für das Laden genutzt wird, steht nicht für wertschöpfende Prozesse zur Verfügung. „In vielen Lager- und Produktionsumgebungen ist Platz ein knappes Gut. Unternehmen müssen sich fragen, ob sie diese Flächen wirklich für das Laden ihrer Fahrzeuge aufwenden wollen – oder ob es bessere Wege gibt“, so Seume.
Ein weiteres Problem entsteht, wenn mehrere Roboter unterschiedlicher Hersteller im Einsatz sind. Da viele Hersteller eigene Ladesysteme nutzen, muss für jede Technologie eine eigene Infrastruktur aufgebaut werden. Dies erhöht nicht nur die Installationskosten, sondern macht die Skalierung der Flotte aufwendiger und teurer. Das MOVEsystem von IEF-Werner transportiert Bauteile und Produkte zuverlässig, modular und kosteneffizient – ob auf Werkstückträgern, direkt auf Riemen oder in Paletten. Anwender profitieren von maximaler Flexibilität. ‣ weiterlesen
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Wie Unternehmen Energieversorgung strategisch in ihre Automatisierung integrieren können
Wer in eine größere AMR-Flotte investiert oder bestehende Systeme ausbauen möchte, sollte die Energieversorgung nicht erst dann in den Fokus rücken, wenn Engpässe auftreten. Die Wahl der richtigen Ladestrategie kann darüber entscheiden, ob sich eine Automatisierung wirtschaftlich lohnt.
Eine Möglichkeit, die Produktivität der Roboterflotte zu maximieren, ist die Integration des Ladens in den laufenden Prozess. Anstatt Roboter für längere Zeit aus dem Betrieb zu nehmen, wird die Energieaufnahme auf viele kleine Ladeintervalle verteilt. So können Fahrzeuge beispielsweise während kurzer Stopps an Übergabestationen oder Kommissionierplätzen ihre Akkus nachladen. Diese Strategie, auch als In-Process-Charging bekannt, verhindert unnötige Stillstände und stellt sicher, dass die Fahrzeuge nahezu durchgängig einsatzbereit bleiben. „In-Process-Charging ermöglicht es, die Roboter immer dann aufzuladen, wenn sie ohnehin kurz stehen – etwa an einer Übergabestation. Das reduziert Stillstandzeiten drastisch und sorgt für eine effizientere Nutzung der Flotte“, erklärt Julian Seume.
Eine aktuelle Studie von MHP – A Porsche Company hat gezeigt, dass Unternehmen, die auf eine optimierte Ladeinfrastruktur setzen, die Produktivität ihrer fahrerlosen Transportsysteme um bis zu fünfzig Prozent steigern können. Zudem konnten Betriebe, die das Laden in ihre Prozesse integriert haben, ihre Flottengröße reduzieren, da keine zusätzlichen Fahrzeuge für Ladepausen vorgehalten werden mussten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Skalierbarkeit. Wer seine Automatisierung flexibel weiterentwickeln möchte, sollte bereits früh auf eine Ladelösung setzen, die herstellerübergreifend funktioniert. Unterschiedliche Ladesysteme verschiedener Anbieter machen es schwer, neue Fahrzeuge in eine bestehende Flotte zu integrieren. Eine einheitliche Infrastruktur schafft dagegen die Möglichkeit, heterogene Flotten mit derselben Ladeinfrastruktur zu betreiben, was die Betriebskosten senkt und die langfristige Flexibilität erhöht. „Viele unserer Kunden haben festgestellt, dass ihre alte Ladeinfrastruktur zu einem Wachstumshemmnis wird. Wer auf eine herstellerübergreifende Lösung setzt, vermeidet diese Probleme und bleibt langfristig flexibel“, zeigt Julian Seume das Problem auf.

Wann sich eine Umstellung auf eine neue Ladestrategie lohnt
Viele Unternehmen, die zunächst mit kleineren AMR-Flotten gestartet sind, stehen nach einer gewissen Betriebszeit vor der Frage, ob sie ihre Ladeinfrastruktur anpassen sollten. Ein Automobilhersteller hat beispielsweise festgestellt, dass sich seine geplante Flottenerweiterung ohne eine effizientere Ladeinfrastruktur nicht realisieren ließ. Die bestehende Lösung mit fest zugewiesenen Ladezonen führte zu wachsenden Engpässen und unnötigen Leerlaufzeiten.
















