Anzeige

Anzeige

Lesedauer: 10 min
12. April 2021
Von Lebensmitteln bis zu Medikamenten
Kunden kaufen mehr und mehr online ein und das nicht erst seit Covid-19. Allerdings hat die Pandemie dieses Verhalten noch verstärkt. Mit dem zunehmenden E-Commerce müssen Kurier-, Express- und Paketdienste die Konsumenten zuverlässig und noch schneller beliefern - und dabei ganz unterschiedliche Waren handhaben können. Die Leistung ihrer Sortier- und Verteilanlagen entscheidet oft über ihre Wettbewerbsfähigkeit. Welchen Trends Betreiber folgen, wie sie darauf reagieren können und wohin die Reise gehen wird, weiß Thomas Wiesmann von der Beumer Group.
 Der neue Sorter der Beumer Group, BG Sorter Compact CB, benötigt wenig Platz und lässt sich flexibel an die örtlichen Gegebenheiten anpassen - sehr enge Radien lassen sich realisieren.
Der neue Sorter der Beumer Group, BG Sorter Compact CB, benötigt wenig Platz und lässt sich flexibel an die örtlichen Gegebenheiten anpassen – sehr enge Radien lassen sich realisieren.Bild: Beumer Group GmbH & Co. KG

Die Art, wie die Menschen einkaufen, verändert sich nicht erst seit Covid-19. Doch kaum etwas hat das Einkaufsverhalten so schnell und wohl auch nachhaltig beeinflusst wie das Corona-Virus. Weil viele Geschäfte in den vergangenen Monaten schließen mussten, kaufen noch mehr Verbraucher online. „Dieser Strukturwandel spielt sich in der Pandemie gerade im Zeitraffer ab“, sagt Thomas Wiesmann, Director Sales Logistic Systems bei der Beumer Group. Das erhöht bei den Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP) den Wettbewerbsdruck enorm.

Um sich behaupten zu können, wird der künftige Erfolg von Versandhandelsunternehmen und Logistikdienstleistern noch mehr von der Leistung ihrer Distributionszentren und damit ihrer Sorter abhängen. Für die Unternehmen gilt es, mit ihren Systemen Kosten zu sparen, einen umweltbewussteren Ansatz zu verfolgen und vor allem Markttrends zu folgen. Markttrends? „Die Technologie zur Verteilung der unterschiedlichen Waren wird grundsätzlich komplexer“, weiß Wiesmann. Denn nicht nur die Anzahl der zu versendenden Waren erhöht sich, auch die Formate werden immer unterschiedlicher. „Das Spektrum ist vielfältiger geworden“, fasst der Beumer Experte seine Eindrücke zusammen, die er in seiner langjährigen Erfahrung mit Kunden gesammelt hat. Tendenziell nehmen die Paketgrößen ab, obwohl nach wie vor auch große Pakete verschickt werden.

Die effiziente Sortiertechnik soll unterschiedliche Artikel handhaben können – sowohl kleine, leichte Sendungen als auch größere Pakete. – Bild: Beumer Group GmbH & Co. KG

In der Anfangsphase der Pandemie etwa verzeichneten nicht nur Onlinehändler, die Hygieneartikel, Atemmasken, Nudeln und Konserven verkaufen, erhebliche Umsatzzuwächse. Allgemein starke Zuwächse erzielten Lebensmittel, Drogeriewaren und Medikamente. Diese Produkte werden sich im Online-Handel auch künftig auf höherem Niveau einpendeln, ist sich Thomas Wiesmann sicher. Neben Flexibilität spielt natürlich auch der Durchsatz eine immer größere Rolle. Denn durch den Online-Handel wollen immer mehr Kunden ihre Waren, die sie am Morgen bestellt haben, noch am selben Tag vor der Haustür stehen sehen. „Sortier- und Verteilanlagen sollen Händler bei diesen anspruchsvollen Aufgaben unterstützen und sich flexibel und schnell an neue Gegebenheiten anpassen lassen.“

Betreiber von Logistik- und Distributionszentren fragen deshalb vermehrt nach leistungsstarken Systemen, denn ihre vorhandene Technik reicht oft nicht mehr aus. Dazu kommt, dass die Zahl der erforderlichen Sortier- und Verteilanlagen kontinuierlich steigt: Die Dienstleister bauen zunehmend kleine, dezentrale Distributionszentren in der Nähe ihrer Kunden, um diese noch schneller beliefern zu können. Das wird immer wichtiger, damit diese ihnen weiterhin die Treue halten.

Mehr Leistung gefragt

Um den Leistungsanforderungen gerecht zu werden, geht der Trend zu mehr Automatisierung. Damit lassen sich die Sorter auch ergonomischer bedienen. Mitarbeiter werden entlastet, die Unternehmen können effizienter arbeiten und so auch den Durchsatz erhöhen. Sie sind auf künftige Kapazitätsprognosen vorbereitet. Zudem verbessert die Automatisierung die Sichtbarkeit und Rückverfolgbarkeit der Versandwaren.

Die Sendungen werden dynamisch eingeschleust. Bild: Beumer Group GmbH & Co. KG

„Damit wir unsere Kunden optimal unterstützen und diese ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können, bieten wir zum Beispiel unseren neuentwickelten BG Sorter Compact CB an“, erläutert Beumer Experte Wiesmann. Die Anlage eignet sich für unterschiedliche Artikel – sowohl für kleine, leichte Sendungen als auch für Pakete mit einem Gewicht von bis zu zwölf Kilogramm. Durch die schonende Sortierung lassen sich selbst Waren handhaben, die zerbrechlich oder maschinenunfreundlich verpackt sind, beispielsweise mit einer glatten Kunststofffolie.

„KEP-Unternehmen und Distributionszentren müssen oft innerhalb kurzer Zeit auf neue Aufgaben reagieren können – so wie das aktuell ja auch der Fall ist“, beschreibt Wiesmann. Statt eine neue Anlage anzuschaffen, wollen sie ihre bestehenden Sorter bedarfsgerecht erweitern können. Das erfordert Sortieranlagen, die sich einfach und schnell integrieren lassen.

Eine weitere Erfahrung, die Thomas Wiesmann gesammelt hat: In vielen Hallen steht nicht genug Platz für eine neue Technik zur Verfügung. „Damit sind kompakte Sortierlösungen gefragt, die sich flexibel an die örtlichen Gegebenheiten anpassen – selbst wenn die räumlichen Bedingungen schwierig sind. Unser BG Sorter Compact CB erfüllt diese Ansprüche. Zudem ist auch die Einbindung von Einschleuseinheiten und Endstellen auf wenig Raum möglich“, berichtet Wiesmann. Ein weiterer Aspekt, der für ein erfolgreiches Arbeiten immer wichtiger wird, ist die Sortiergenauigkeit. Mit den Beumer Anlagen liegt diese bei nahezu 100 Prozent: Die Artikel werden nicht durch ihr Gewicht, sondern aktiv ausgeschleust. Mit dieser hohen Präzision können Betreiber zuverlässig liefern und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Mit der Datenanalyse zu besseren Prozessen

 Die einzelnen Artikel gelangen auf den Förderstrecken schnellstmöglich zum Ziel.
Die einzelnen Artikel gelangen auf den Förderstrecken schnellstmöglich zum Ziel.Bild: Beumer Group GmbH & Co. KG

Um die Leistung der Anlagen nachhaltig zu steigern, ist die Digitalisierung unumgänglich. Mit Unterstützung der Datenanalyse etwa lassen sich an den Maschinen große Datenmengen sammeln, zielgerichtet auswerten und damit Verbesserungspotenziale aufdecken. „Wir können mit den gewonnenen Informationen den Betrieb kontinuierlich verbessern. Das wirkt sich positiv auf die Lebenszykluskosten aus“, verspricht Wiesmann. Betreiber können zudem erkennen, wie sich das Systemmanagement optimieren lässt.

Mit der Datenanalyse lässt sich die Verfügbarkeit und die Leistung von Sortern erhöhen, Stichwort ‚maschinelles Lernen‘. Entscheidend dabei ist der kontinuierliche Zugriff auf Echtzeitdaten aus jedem Bereich der Anlage. Mit Hilfe eines digitalen Zwillings lassen sich so detailliert Materialflüsse oder auch die Streckenführung der Anlage überwachen. Unterstützt wird dies durch die Visualisierung der Ergebnisse. Der Betreiber könnte dazu beispielsweise Farbcodes einsetzen, um unter anderem Engpässe sichtbar zu machen oder – mit Hilfe zeitlicher Filter – gesammelte Daten in die Betrachtung miteinzubeziehen.

Wartung nur nach Bedarf

Die Datenanalyse ermöglicht es, die tatsächlichen Betriebsstunden und Belastungen zu erkennen. Betreiber überwachen zuverlässig ihre Systeme und erkennen rechtzeitig, wann ein Fehler auftreten könnte. Sie sind so in der Lage, die Anlage zum optimalen Zeitpunkt zu warten. „Wartungszyklen können an die tatsächliche Belastung angepasst werden“, sagt Wiesmann. Je intensiver ein Unternehmen die Betriebszustände der Anlage kennt, desto besser kann es diese Möglichkeit nutzen. Denn die Maschine wird mit Hilfe dieser Daten das Lernen erlernen – und anstatt nur zu erkennen, dass etwas nicht stimmt, wird sie mit Unterstützung der gewonnenen Informationen auch die Ursachen erkennen. Damit werden Sorter künftig in der Lage sein, selbstständig einen perfekt passenden Wartungsplan zu generieren. Das Servicepersonal tauscht eine Komponente erst dann aus, wenn es wirklich erforderlich ist – und nicht nach einem festgelegten Zyklus.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Beumer Group GmbH & Co. KG
www.beumergroup.com

Das könnte Sie auch interessieren

Bild: Vollert Anlagenbau GmbH
Bild: Vollert Anlagenbau GmbH
Herstellerumfrage: Nahtlose Integration  in Produktion und Logistiker

Herstellerumfrage: Nahtlose Integration in Produktion und Logistiker

Prozessautomatisierung und zustandsbasierte Instandhaltung sind bestimmende Themen bei Krananlagen. Digitale Technologien sorgen für höchste Effizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit im Betrieb. Mit welchen Ansätzen Hersteller aktuell auf diese Entwicklung reagieren und mit welchen Lösungen sie Arbeitsprozesse noch weiter optimieren, zeigt die neueste Marktumfrage von dhf Intralogistik.

Bild: 6 River Systems
Bild: 6 River Systems
Lager mit Cobots 
intelligent ausstatten

Lager mit Cobots intelligent ausstatten

Erfolgsmodell E-Commerce: Dass Kunden rund um die Uhr bestellen können, lässt nicht nur den Umsatz, sondern auch die Anforderungen an die Logistik steigen. Für eine effiziente und produktive Abwicklung müssen die Prozesse innerhalb des Lagers genau aufeinander abgestimmt und koordiniert sein – Stichwort „Wall-to-Wall-Fulfillment“.

Bild: IFM Electronic GmbH
Bild: IFM Electronic GmbH
Kollisionsschutz 
zum Nachrüsten

Kollisionsschutz zum Nachrüsten

Es fordert vom Staplerfahrer höchste Konzentration, beim Rückwärtsrangieren den Überblick zu behalten. Unterstützung bietet ein kamerabasiertes Kollisionsschutzsystem von ifm, das Personen und Hindernisse im Rückbereich des Fahrzeugs automatisch erkennt, den Fahrer warnt und notfalls sogar das Fahrzeug sofort stoppt.

Bild: Mercedes-Benz AG
Bild: Mercedes-Benz AG
Flexibilität statt Fließband

Flexibilität statt Fließband

Wie wird die Automobilproduktion der Zukunft organisiert? Wo bisher das Fließband vorherrschte, übernehmen jetzt Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) den Transport von Karosserien, Material und kompletten Fahrzeugen. dpm Daum + Partner Maschinenbau hat mehrere Modellfabriken mit FFT für verschiedene Aufgaben ausgestattet.

Bild: igus GmbH
Bild: igus GmbH
Hochleistungskunststoffe für die automatisierte Lagerhaltung

Hochleistungskunststoffe für die automatisierte Lagerhaltung

Für die Steigerung der Wirtschaftlichkeit und der Produktivität von Unternehmen spielt die Lagerhaltung eine wichtige Rolle. Die zunehmende Automatisierung der Intralogistik macht Lieferketten dabei auch immer einfacher in der Abwicklung. Fahrerlose Transportsysteme (FTS), automatische Regalbediengeräte und Shuttle-Systeme sind hier die entscheidenden ‚Mitarbeiter‘. Für einen zuverlässigen und wartungsfreien Dauereinsatz der automatischen Helfer kommen Hochleistungspolymere des Motion Plastics Spezialisten Igus zum Einsatz.

Anzeige

Anzeige