Kragarm-Unikat für Schichtstoffrollen

Newsletter 06 dhf 33 2026
Bild: Elvedi GmbH

Für die effiziente Lagerung 250kg schwerer Schichtstoffrollen nutzt Egger, Hersteller von Holzwerkstoffen, eine Sonderlösung des Regalspezialisten Elvedi. Neben einem Kragarmregal mit 4.000 Steckplätzen umfasst das Konzept speziell umgerüstete Stapler des Herstellers Linde. Diese stabile und präzise Kombination ermöglicht eine komfortable Bedienung sowie übersichtliche Kommissionierung – auch bei durchweg hoher Auslastung.

Standardlösungen ungeeignet

Die Egger Group zählt mit 22 Werken in elf Ländern zu den weltweit führenden Komplettanbietern von Holzwerkstoffen und -veredelungen. Am Stammsitz in St. Johann in Tirol beschäftigt das 1961 gegründete Familienunternehmen über 1.000 Mitarbeiter. Auf einem Betriebsgelände von 250.000m2 verarbeitet, lagert und kommissioniert der Spezialist unterschiedlichste Holzwerkstoffe für Kunden aus der Möbelindustrie, dem Holzfachhandel oder für Baumärkte. Zum Sortiment gehören weiterhin Schichtstoffe, die beispielsweise für Laminate gebraucht werden.

Für die Lagerung benötigt das Unternehmen auf die verschiedenen Produkte zugeschnittene Lagerplätze. Beispielsweise verfügt der Standort St. Johann über 1.200 Palettenstellplätze, die universell für die meisten Werkstoffe geeignet sind. Die Lagerung der Schichtstoffe für Laminatböden, die auf Rollen von ca. 250kg aufgezogen sind, stellte jedoch lange Zeit eine besonders große Herausforderung dar. Sie war ineffizient, unübersichtlich und daher mit einem hohen Kommissionieraufwand verbunden. So entstand der Wunsch nach einem neuen und geeigneten Schichtstofflager. c. Für den Bau des neuen Lagersystems kam daher nur eine individuelle Sonderlösung in Frage.

Elvedi und Linde stapeln hoch

Ein erstes Konzept, das insbesondere die übersichtliche Lagerung und damit Kommissionierung sicherstellte, wurde durch Eggers Hauptlieferant, Staplerhersteller Linde, erarbeitet. Dieser benötigte für die Umsetzung dieses Projekts einen starken Partner, der das passende Regal entwickeln und liefern konnte. Egger stellte daher den Kontakt zwischen Linde und Elvedi her. Der Regalspezialist aus dem Schwarzwald stattet das Lager von Egger Lager bereits seit den 80er Jahren mit diversen Regallösungen aus. Zu beachten war neben der Stabilität und Tragfähigkeit des Regals besonders die Kommissionierung der schweren Schichtstoffrollen. Das neue Lager sollte sowohl platzsparend als auch übersichtlich werden.

Schicht für Schicht perfekt platziert

Das Ergebnis des gemeinsamen Projekts: vier Reihen Kragarmregale mit rund 4.000 sondergefertigten, U-förmigen Tragarmen. In diese Tragarme kann der Dorn eines Staplers, ein spezielles Stapler-Anbaugerät, einfahren und so die Rollen auf den Trägern ablegen. Dieses Projekt erwies sich in der Ausarbeitung als besonders komplex.

Für die U-förmigen Regalträger müssen strenge Toleranzen eingehalten werden, damit das Zusammenspiel von Stapler, Regal und Bediener funktionieren kann. Um diesen Prozess zu vereinfachen, ist der Stapler mit einem besonderen Feature ausgestattet: Eine Kamera am Dorn des Staplers gewährleistet treffsicheres Einfahren in die Tragarme und damit das schadenfreie Ein- und Auslagern der Rollen. In Kombination mit der Man-up-Kabine, die bei der Bedienung auf Höhe des ausgewählten Steckplatzes fährt, bietet dieses System dem Bediener den maximalen Überblick während der Kommissionierung. Die konisch zulaufenden Regalständer des Kragarmregals von Elvedi unterstützen mit einer ohnehin guten Höhensicht und tragen außerdem zur Stabilität bei. Der verschraubbare Fußsockel, das patentierte Steckbolzen-System der Tragarme und die Kreuzverbände zwischen den Regalmodulen sorgen weiterhin für maximale Tragkraft und somit dafür, dass die Anlage höchsten Sicherheitsanforderungen entspricht.

Elvedi handelt: Nulltoleranz für zu große Toleranzen

Nicht nur die Regalanlage selbst stellt in diesem Projekt eine Besonderheit dar, sondern der gesamte Entwicklungsprozess: Um das Zusammenspiel aus Sonder-Kragarmregal und Stapler mit Dorn und Kamera zu testen, baute Elvedi eine Musteranlage direkt bei Egger auf. Dort wurden jedoch nicht nur die Toleranzen für die Tragarme des Regals überprüft und verfeinert. Auch die Meinung der Staplerfahrer wurde in diesem Zusammenhang eingeholt: „Uns war direktes Feedback besonders wichtig. Letztendlich sind es die Staplerfahrer, die täglich mit dem Lagersystem arbeiten und umgehen müssen“, so Günter Garber, Projektleitung Technische Beratung bei Elvedi.

Aufgrund der Feinabstimmungen für die Unikatlösung und der geplanten Dauerauslastung von durchschnittlich 85 Prozent war Elvedi auch bei der finalen Montage eingebunden. Damit die Symbiose aus Kragarmregal und den speziellen Staplern einwandfrei funktioniert, mussten dabei die vorher erprobten Toleranzen der Regalträger streng eingehalten werden. „Seit Aufbau der Regalanlage hatten wir keine Probleme oder Zwischenfälle. Und das trotz der hohen Dauerbelastung“, so Markus Hautz, Teamleiter des Schichtstofflagers bei Egger.

Vertrauen gestärkt, Partnerschaft vertieft

„Die Zusammenarbeit mit Linde und Elvedi war von Anfang an vertrauensvoll und zielorientiert“, resümiert Hautz und hält fest: „Wir sind alle sehr zufrieden mit der einfachen und effizienten Bedienung des Schichtstofflagers. Kaum zu glauben, dass es einmal anders war.“ Durch die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts hat sich die Zusammenarbeit zwischen Elvedi und Egger weiter gefestigt. Der Systemanbieter ist daher mittlerweile nicht mehr nur für die regelmäßige Inspektion der eigenen, sondern auch für die Wartung und Inspektion aller Regalanlagen bei Egger verantwortlich – unabhängig vom Hersteller. Die gute Kommunikation und der Ansprechpartner vor Ort, der zusätzliche Sicherheit und Flexibilität bietet, waren bei dieser Entscheidung zusätzlich ausschlaggebend.