Lesedauer: 11 min
24. März 2021
Einführung von SAP EWM
Im Zuge der Erweiterung des automatischen Kleinteilelagers und der Kommissionierung setzte der Intralogistik-Systemintegrator Klinkhammer auf seinen Partner Swan, dem Projekthaus für SAP-Logistik, um das SAP-Extended-Warehouse-Management-System bei der Simba Dickie Group einzuführen.
 7-gassiges, 2-fach-tiefes automatisches Kleinteilelager mit Auftragszusammenführungspuffer
7-gassiges, 2-fach-tiefes automatisches Kleinteilelager mit AuftragszusammenführungspufferBild: Klinkhammer Intralogistics GmbH

Die Simba Dickie Group, einer der marktführenden Spielwarenhersteller mit weltweit ca. 3.000 Mitarbeitern an 30 Standorten, optimiert seine Logistik am Standort Sonneberg durch Erweiterungen des automatischen Kleinteilelagers inklusive Kommissionierung und den Neubau eines automatischen Palletten-Hochregallagers. Zeitgleich wurde die Umstellung von SAP WM auf SAP EWM durchgeführt. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf ca. 15Mio. Euro. Das Produktportfolio der Simba Dickie Group besteht aus über 4.000 Artikeln im Bereich Spielwaren mit über 20 Marken wie etwa Smoby, BIG, Eichhorn, Majorette, Aquaplay, Schuco oder Noris.

Erweiterungen und Software- Umstellung in einem Zug

Die Anforderungen an die Lager-Automatisierung sind in den letzten Jahren bei der Simba Dickie Group kontinuierlich gestiegen. Im Rahmen der Erweiterungen und Einführung neuer Prozessabläufe wurde das Warehouse-Management-System (SAP WM) auf das zukunftssichere, moderne SAP EWM umgestellt. Das IT-Team um Dirk Gensch, Head of Logistics/IT bei der Simba Dickie Group, löste zusammen mit Klinkhammer und dem zertifizierten SAP Silber Partner Swan, Anlagentechnik und Lagerverwaltungssoftware ab, um diese auf den neuesten Stand zu bringen. Die digitale Vernetzung, vom Wareneingang bis zum Versand, integriert ein automatisches Kleinteile- und Palettenhochregallager, ergonomische Kommissionier- und Packplätze sowie manuelle Palettenlager, die per Staplerleitsystem und Pick-by-Voice auf SAP-Basis bedient werden. Durch die Direktanbindung des durch Swan programmierten SAP EWM-Materialflussrechners an die Steuerungen der Automatiklager und Fördertechnik, die von Klinkhammer programmiert wurden, ist eine optimale Einbindung in die bestehende SAP-Landschaft garantiert.

Hohe Kommissionierleistung durch automatisches Kleinteilelager

Mit dem Intralogistikspezialisten Klinkhammer erweitert die Simba Dickie Group das bestehende, 3-gassige, automatische Kleinteilelager und ergänzt es um vier Gassen, einen integrierten Auftragszusammenführungspuffer sowie moderne Kommissionierarbeitsplätze. Die Lagerkapazität erhöht sich dadurch um 18.240 auf 31.920 Behälterstellplätze. Die Ein- und Auslagerperformance von 600 Behältern pro Stunde ermöglicht eine hohe Kommissionierleistung und durchgängige Effizienz. Je nach Bedarf und Größe der Artikel können in ein Fach anstatt eines Behälters mit einer Grundfläche von 800x600mm auch zwei kleine Behälter mit 600x400mm Grundfläche eingelagert werden. In der letzten Regalzeile befindet sich auf den unteren Behälterebenen zur seitlichen Entnahme der Behälter ein Auftragszusammenführungspuffer für die Zwischenlagerung und Auftragskonsolidierung.

Performantes Multi-Order-Picking

Ein neuartiges, ergonomisches Multi-Order-Kommissionierkonzept mit optimierter Auftragszuteilung reduziert Fehlerquoten und vereinfacht Abläufe und Prozesse. Zwei ergonomische Ablagetische pro Arbeitsplatz ermöglichen das gleichzeitige Kommissionieren von acht Aufträgen im Multi-Order-Picking-Verfahren. Eine clevere Batch-Bildung und Auftragsgruppierungen vermindern Fahrten im Kleinteileleger und erhöhen die Performance der Automatikanlage. Bei Anlieferung der Behälter an den Kommissionierarbeitsplätzen scannt der Mitarbeiter den Quellbehälter mit seinem Pro-Glove-Scan-Handschuh. Am Monitor wird das Fach des unterteilten Behälters, aus dem Ware entnommen werden soll, farblich eindeutig markiert. Der Mitarbeiter scannt den EAN-Artikelbarcode, sieht das Produktbild, die Artikelnummer sowie die Beschreibung am Monitor und verifiziert per EAN-Scan die Entnahme des richtigen Artikels. Die zu kommissionierende Menge wird angezeigt und kann mit Angabe eines Änderungsgrunds am Touchscreen auch schnell korrigiert werden. Der Kommissionierer legt daraufhin die Ware in den grün markierten Zielbehälter und quittiert den Pick. Sicherheitsmechanismen und transparent visualisierte Dialoge garantieren eine hohe Kommissionierqualität und praktisch keine Fehler.

Seiten: 1 2 3 4Auf einer Seite lesen

Klinkhammer Intralogistics GmbH
www.klinkhammer.com

Das könnte Sie auch interessieren

Bild: Vollert Anlagenbau GmbH
Bild: Vollert Anlagenbau GmbH
Herstellerumfrage: Nahtlose Integration  in Produktion und Logistiker

Herstellerumfrage: Nahtlose Integration in Produktion und Logistiker

Prozessautomatisierung und zustandsbasierte Instandhaltung sind bestimmende Themen bei Krananlagen. Digitale Technologien sorgen für höchste Effizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit im Betrieb. Mit welchen Ansätzen Hersteller aktuell auf diese Entwicklung reagieren und mit welchen Lösungen sie Arbeitsprozesse noch weiter optimieren, zeigt die neueste Marktumfrage von dhf Intralogistik.

Bild: Picavi GmbH
Bild: Picavi GmbH
Strategische Kooperation

Strategische Kooperation

Die börsennotierte All for One Group und das auf Pick-by-Vision spezialisierte Unternehmen Picavi haben sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, ihre Kunden bei der Digitalisierung von Supply Chain und Logistik – etwa im Lagerbereich – zu unterstützen.

Bild: Dahl Sverige AB
Bild: Dahl Sverige AB
Hochautomatisiertes Warenlager

Hochautomatisiertes Warenlager

Dahl, eines der führenden Großhandelsunternehmen im Bereich Sanitär, Rohre, Klima- und Kältetechnik, Immobilienmanagement und Werkzeuge, wählt SSI Schäfer als Partner für die Errichtung eines neuen, zentralen Warenlagers zur Versorgung des schwedischen Markts.

Das neue Distributionszentrum wird die Bereitstellung von Gebäudetechnik-Equipment zwischen rund 2.000 Lieferanten und 36.000 Handwerkern sicherstellen, sowohl durch Direktlieferungen zu Baustellen als auch über den Verkauf in den 70 Filialen von Dahl in ganz Schweden, von Kiruna im Norden bis Ystad im Süden.

„Die Technologie in unserer neuen Anlage setzt neue Maßstäbe.

Bild: Interroll (Schweiz) AG
Bild: Interroll (Schweiz) AG
Neuer CEO

Neuer CEO

Ingo Steinkrüger, derzeit Vorsitzender der Geschäftsführung bei Thyssenkrupp System Engineering wird zum 1. Mai 2021 als CEO die Leitung der Interroll Gruppe von Paul Zumbühl übernehmen, der bereits im vergangenen Juni seinen Rücktritt ankündigte und als künftiger Verwaltungsratspräsident vorgeschlagen werden wird.

Bild: Beumer Group GmbH & Co. KG
Bild: Beumer Group GmbH & Co. KG
Von Lebensmitteln 
bis zu Medikamenten

Von Lebensmitteln bis zu Medikamenten

Kunden kaufen mehr und mehr online ein und das nicht erst seit Covid-19. Allerdings hat die Pandemie dieses Verhalten noch verstärkt. Mit dem zunehmenden E-Commerce müssen Kurier-, Express- und Paketdienste die Konsumenten zuverlässig und noch schneller beliefern – und dabei ganz unterschiedliche Waren handhaben können. Die Leistung ihrer Sortier- und Verteilanlagen entscheidet oft über ihre Wettbewerbsfähigkeit. Welchen Trends Betreiber folgen, wie sie darauf reagieren können und wohin die Reise gehen wird, weiß Thomas Wiesmann von der Beumer Group.

Bild: Safelog GmbH
Bild: Safelog GmbH
Einzeln oder im Schwarm

Einzeln oder im Schwarm

Aktuell sind viele Abläufe und Systeme für den innerbetrieblichen Transport in der Produktion und Intralogistik im Umbruch. Dies ist einerseits den aktuell geltenden Abstands- und Hygienerichtlinien geschuldet, andererseits befindet sich die Automatisierung ohnehin im Wandel. Speziell für Transport- und Kommissionieraufgaben rückten dabei Fahrerlose Transportsysteme (FTS) als Lösung
in den Fokus.

Bild: Rocla OY
Bild: Rocla OY
AGVs steigern 
die Logistikeffizienz

AGVs steigern die Logistikeffizienz

Um der steigenden Kundennachfrage gerecht zu werden, setzte Welser, Spezialist für rollgeformte Sonderprofile, auf die vollständige Automatisierung seiner Arbeitsabläufe und des Lagersystems. Gemeinsam mit Rocla wurde der gesamte Prozess analysiert und durch vier intelligente AGVs auf ein neues Niveau gehoben.