Viel mehr als Gummi

Continental Suisse betreibt in Neuendorf sein zentrales Reifenlogistikcenter für die Schweiz. In das Lager werden fast alle in der Schweiz vertriebenen Reifen aus den europäischen Produktionsstandorten angeliefert und von dort an die Continental-Verkaufsstellen verteilt. Eine Kaup-Reifenklammer der neuesten Generation wird dabei seit einigen Monaten eingesetzt.
 Eine drehbare Reifenklammer der neuesten Generation von Kaup, Typ 2T458B, ist seit
einigen Monaten im Zentrallager von Continental Suisse im Einsatz.
Eine drehbare Reifenklammer der neuesten Generation von Kaup, Typ 2T458B, ist seit einigen Monaten im Zentrallager von Continental Suisse im Einsatz.Bild: Kaup GmbH

„Reifen – neuester Stand.“ So bewarb Continental für lange Zeit seine Autoreifen. Heute wird dafür ein anderer Slogan verwendet, doch das ändert nichts am Selbstverständnis des renommierten Reifenherstellers aus Hannover. Ein gravierender Unterschied zur Vergangenheit: Heute ist die Auswahl an Reifen vielfältiger denn je. Fast jedes Fahrzeug hat seine eigenen individuellen Größen. Und das merkt man beim Betreten des Reifenlogistikcenters in der Nähe von Basel. Überall Regale mit Reifen. Große und Kleine. Schmale und Breite. Für Sommer und Winter. Allwetterreifen. Für Pkw, Lkw oder Traktoren. Insgesamt über 250.000 Stück. Eine Auswahl und Menge, die beinah erschlägt und den bekannten reifentypischen Duft in der 15.000m2 großen Halle verströmt.

Schon in normalen Zeiten herrscht hier emsige Betriebsamkeit. Wenn dann die Sortimentswechsel im Sommer und Winter neue Reifenvarianten hervorbringen, steigert sich die Aktivität noch einmal. Dann sind die zahlreichen eingesetzten Gabelstapler – ausgestattet mit unterschiedlichen Anbaugeräten von Kaup – und Routenzüge noch etwas zügiger unterwegs. Das Hupen im Lager wird noch mehr. Schließlich sollen die Reifen nicht im Lager liegen, sondern schnell in den Handel kommen und von dort ihren Weg auf die eidgenössischen Straßen finden.

 Die neue Reifenklammer von Kaup kann Rollen und Reifen von bis zu 2.100mm Durchmesser aufnehmen und besitzt dabei eine Tragfähigkeit von maximal 1.600kg bei einem Lastschwerpunkt von 1.050mm.
Die neue Reifenklammer von Kaup kann Rollen und Reifen von bis zu 2.100mm Durchmesser aufnehmen und besitzt dabei eine Tragfähigkeit von maximal 1.600kg bei einem Lastschwerpunkt von 1.050mm.Bild: Kaup GmbH

Reifenklammern unterschiedlicher Generationen

Doch der Grund des Besuchs in Neuendorf liegt nicht in diesem Teil des Logistikcenters. Er befindet sich in einem ruhigeren Bereich des Lagers. Es ist eine drehbare Reifenklammer der neuesten Generation von Kaup. Die intern genannte 2T458B ist streng genommen eine Rollenklammer. Doch Anbaugeräte dieser Produktfamilie werden häufig auch zum Handling von Pneus genutzt und so ist die Bezeichnung „Reifenklammer“ ebenfalls gebräuchlich.

Die bei Continental Suisse im Kanton Solothurn eingesetzte Reifenklammer ist die zweite ihrer Art, die vom Aschaffenburger Maschinenbauer produziert wurde. Zwischen den beiden eingesetzten Modellen gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied: das Alter. Denn das Schwestermodell ist mittlerweile seit einem Vierteljahrhundert im Einsatz. Mit einem prägnanten „Ist halt Qualität“ kommentiert Ivan Lafranchi, Warehouse Manager beim Reifenhersteller, die lange Einsatzdauer des Anbaugeräts. Sie soll auch noch nicht enden, wenn es nach den Logistikprofis geht. Denn die zweite Rollenklammer hat einen anderen Einsatzzweck und wird deshalb die bisherige Reifenklammer nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Denn ganz gleich, um welche Reifen es sich handelt: Ihre Logistik bleibt dieselbe. Zunächst liefern die unterschiedlichen europäischen Continental-Reifenwerke ihre Produkte in das Zentrallager. Von dort erfolgt dann die Verteilung über die ganze Schweiz. Jedoch unterscheiden sich die jeweiligen Reifentypen in mehreren Punkten. Der entscheidende jedoch: die Abmessungen und damit das Gewicht. Daraus resultiert ein anderes, angepasstes Handling. Nur bei Pkw-Gummis ist es möglich, mehrere Pneus auf einmal zu transportieren – beispielsweise in sogenannten Bundles oder in Boxen.

 Das Be- und Entladen dauert keine 30 Minuten mehr - eine enorme Zeitersparnis, für die es nur einen Jungheinrich-Stapler mit drehbarer Kaup-Reifenklammer braucht.
Das Be- und Entladen dauert keine 30 Minuten mehr – eine enorme Zeitersparnis, für die es nur einen Jungheinrich-Stapler mit drehbarer Kaup-Reifenklammer braucht.Bild: Kaup GmbH

Besondere Reifendimensionen

In Neuendorf kommen allerdings auch besonders große Pneus an wie sie beispielsweise von Bergbau-Lkw oder Traktoren genutzt werden. Diese schweren Riesenreifen können in aller Regel nur einzeln transportiert werden. In seltenen Einzelfällen geht das auch als Paar. Die neue Reifenklammer kann aber Rollen und Reifen von bis zu 2.100mm Durchmesser aufnehmen und besitzt dabei eine Tragfähigkeit von maximal 1.600kg bei einem Lastschwerpunkt von 1.050mm. Sie ist somit perfekt darauf vorbereitet, dass mit ihr besonders große Pneus transportiert werden.

Für Kaup selbst sind drehbare Reifen- beziehungsweise Rollenklammern eine wichtige Produktfamilie. Deshalb investiert das Familienunternehmen auch laufend in deren Weiterentwicklung. Zum neuen Modelljahr werden daher einige Veränderungen Einzug in die Serienproduktion finden. Eine optimierte Armkinematik, überarbeitete Klammerarme und verbesserte Ölmotoren sind nur beispielhaft dafür zu nennen, wie Kaup seine Rollenklammern up-to-date hält.

Anbaugerät „spart“ fünf Mitarbeiter und bringt Sicherheit

Doch auch ohne diese Änderungen bringt die T458B den innerbetrieblichen Logistikprozess bei Continental voran. „Früher haben wir die Lkw an den Rampen mit sechs oder sieben Leuten von Hand be- und entladen“, erläutert Staplerfahrer Kristjan Preni den in der Vergangenheit praktizierten Prozess, „und das hat natürlich gedauert.“ Zudem war dieses Verfahren schwierig und stellenweise sogar gefährlich für die Lagermitarbeiter.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Was heißt: 
„In Anlehnung an die Norm“?

Was heißt: „In Anlehnung an die Norm“?

Dürfen Produkte, die das GS-Prüfzeichen und gleichzeitig den Zusatz „in Anlehnung an die Norm“ tragen, verwendet werden, als seien sie nachweislich sichere Produkte beziehungsweise Arbeitsmittel? Die Antwort lautet: Ja! Doch der Hinweis „in Anlehnung“ sorgt für Unbehagen. Es ist Zeit, über die Hintergründe zu informieren, die heutige Norm zu interpretieren und sie bei nächster Gelegenheit anzupassen. Es geht um die EN 12195-2.

Bild: VETTER Industrie GmbH
Bild: VETTER Industrie GmbH
Gabelzinken-Hersteller 
mit Tradition

Gabelzinken-Hersteller mit Tradition

Vetter ist heute einer der führenden Hersteller von Gabelzinken in Europa. An Produktionsstandorten in Deutschland und den USA wird das wohl umfangreichste Gabelzinken-Produktprogramm für die Flurförderzeugindustrie gefertigt. Mit Einführung der SmartFork – der intelligenten Gabelzinke mit integrierter Kamera- und Sensortechnik – ist Vetter Schrittmacher für mehr Sicherheit beim Staplereinsatz und einer erfolgreichen Logistik 4.0.

Bild: Körber AG
Bild: Körber AG
Warehouse der Zukunft

Warehouse der Zukunft

Körber unterstützt mit seinem Geschäftsfeld Supply Chain den Sportfachhändler Intersport beim Neubau und der Erweiterung des Zentrallagers in Heilbronn. Von der Planungsphase bis zur Finalisierung zeichnet Körber sich verantwortlich für die praktische Umsetzung eines vollautomatisierten Lagers, das nicht nur technologisch State of the Art ist, sondern auch den wachsenden Bedarf an intelligenter Lagerkapazität in den kommenden Jahren abdecken kann.

Bild: Schulte-Henke GmbH
Bild: Schulte-Henke GmbH
Sicherer Transport von 
Elektro- und Konsumgütern

Sicherer Transport von Elektro- und Konsumgütern

Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen haben eine Gemeinsamkeit. Sie alle werden mit Hilfe von Karton- und Geräteklammern mittels Gabelstapler schnell und sicher transportiert. Da Stabau seine Kunden in schnellwachsenden Branchen wie der Konsumgüter- und Elektronikindustrie bestmöglich unterstützen möchte, bietet das Unternehmen zahlreiche Varianten des Anbaugeräts und individuelle Sonderlösungen an.

Anzeige

Anzeige

Anzeige