Der Hersteller mit Sitz in Minden bietet dafür zwei Basiskonzepte an, von denen sich zahlreiche anwendungsspezifische Variationen ableiten lassen. Während der RK Easywork auf die Montage kleinerer Teile ausgelegt ist, wurde der RK Easy-mount für die Bestückung von Schaltschränken konzipiert. Heute gilt er als das Basiskonzept, wenn es um die Bearbeitung großformatiger Bauteile geht.

Die Konzepte zeichnen sich durch Komponenten aus dem RK-Baukasten aus, die frei kombinierbar sind. Mithilfe von elektrischen Hubsäulen aus der Lineartechnik lassen sich die Höhe oder Neigung von Arbeitsflächen per 6-Tasten-Handschalter verstellen. Durch die Verwendung von Profil- und Verbindungstechnik können Kleinladungsträger oder Werkzeuge in Griffweite befestigt werden. Aus der Modultechnik kommen Assistenzsysteme wie Pick-to-Light, Poka Yoke oder eine intelligente Bilderkennung. Sie unterstützen Mitarbeitende, die dadurch komplexe Abläufe schneller erfassen und fehlerfrei durchführen können. Hebe-, Lenk- oder Bockrollen und die akkubetriebene RK-Steuerungseinheit MultiControl II Accu machen die Arbeitstische zudem frei bewegbar. Ein aufwändiger Transport per Kran entfällt dadurch.

„Modulare Arbeitsplätze bieten eine hohe Anpassungsfähigkeit“, so Klewwe. „Sie lassen sich zudem problemlos erweitern oder auf neue Aufgaben umrüsten.“ RK Rose+Krieger arbeitet derzeit an einer weiteren Modularisierung seiner Arbeitsplatzsysteme, wie Klewwe schildert. Künftig sollen die Module in weiteren Varianten verfügbar sein, so dass sich die Systeme noch genauer zuschneiden lassen.

Das Setago-Pick-to-Light-System unterstützt den Werker darin, die richtigen Bauteile in der richtigen Reihenfolge zu montieren.
Das Setago-Pick-to-Light-System unterstützt den Werker darin, die richtigen Bauteile in der richtigen Reihenfolge zu montieren.Bild: Phoenix Mecano Komponenten AG

Materialfluss als Ganzes betrachten

Die Anpassungsfähigkeit von AMR und Arbeitsplatzsystemen bietet große Vorteile, macht den Materialfluss aber nicht zum Selbstläufer. Es gelte, den Prozess als Ganzes zu betrachten, so Andreas Decker und Olaf Klewwe. Dies wird durch einen zuverlässigen Informationsfluss unterstützt, den es laut Decker unbedingt beim Aufbau eines Gesamtkonzepts zu berücksichtigen gilt. Softwarebausteine wie der RKS-Systemmanager von RK Schmidt Systemtechnik sammeln Echtzeitinformationen entlang des Materialflusses und stellen sie dem übergeordneten MES oder ERP-System bereit. „Damit ist zu jeder Zeit bekannt, wo sich welches Material gerade befindet, welche Aufträge wo anstehen und welche Stationen gerade wie viel Puffer frei haben“, sagt Decker. Auf diese Weise lassen sich zum einen Staus vermeiden, weil beispielsweise AMR mit entsprechender Vorlaufzeit das richtige Material bereitstellen oder fertiges Material abholen. Zum anderen liefern die Daten Einblicke, um den gesamten Fertigungsprozess weiter zu optimieren.

„Mit anpassungsfähigen Systemen und datenbasierten Analysen erhalten Hersteller die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren“, sagt Andreas Decker. Diese Flexibilität gilt bei der zunehmenden High-Mix-Low-Volume-Fertigung als wettbewerbsentscheidend.

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