Eine nachhaltige Reise beginnt am Boden

Die einen lieben es, die anderen sehen es mit Skepsis: Die Rede ist vom Reisen mit dem Flugzeug. Entwickler arbeiten aktuell an schadstoffarmen alternativen Antrieben, um Flüge über den Wolken künftig umweltfreundlicher zu machen. Aber schon bevor die Passagiere ins Flugzeug steigen, lässt sich jede Menge CO2 einsparen. Und zwar beim Gepäck. Am Köln-Bonner Flughafen erfolgt der Transport von Koffern seit September 2018 rein elektrisch. Sechs Schwerlastschlepper von Jungheinrich bringen das Reisegepäck leise, komfortabel, sicher und emissionsfrei von der Abfertigung zum Flugzeug.
 Am Köln-Bonner Flughafen bringen sechs Jungheinrich Elektro-Sitzschlepper mit Lithium-Ionen-Technologie das Reisegepäck leise, komfortabel, sicher und emissionsfrei von der Abfertigung zum Flugzeug.
Am Köln-Bonner Flughafen bringen sechs Jungheinrich Elektro-Sitzschlepper mit Lithium-Ionen-Technologie das Reisegepäck leise, komfortabel, sicher und emissionsfrei von der Abfertigung zum Flugzeug.Bild: Jungheinrich Vertrieb Deutschland AG & Co. KG

Spätestens wenn der Koffer beim Check-in auf dem Transportband scheinbar im Nichts verschwindet, beginnt für viele Reisende der Urlaub. Die Last ist weg und das Gewimmel am Airport pusht das Reisefieber. Für die Mitarbeitenden hinter den Kulissen beginnt nun die Arbeit. Sie wuchten Taschen und Koffer auf 2,5m lange Anhänger. Jeweils fünf davon bilden am Flughafen Köln-Bonn einen Gepäckzug. Den zieht einer der insgesamt sechs neuen Elektro-Sitzschlepper vom Typ EZS 7280 von Jungheinrich durch die Gepäckhalle aufs Vorfeld und direkt ans Flugzeug. Das Besondere daran: Statt einem Verbrennungsmotor sorgt eine Lithium-Ionen-Batterie für einen kräftigen Antrieb. Denn mit einer Zugleistung von bis zu 28t ist der Schlepper mit den maximal zwei Tonnen Gewicht auf den fünf Anhängern eigentlich etwas unterfordert, gesteht Sven Frank: „Der EZS 7280 könnte viel mehr Gewicht ziehen, aber dann wird der Zug zu lang und mit zu vielen Anhängern ist er auf unserer Fläche nicht mehr handlebar.“

 Der Elektro-Sitzschlepper Typ EZS 7280 von Jungheinrich mit einer Zugleistung von bis zu 28t ist mit den maximal zwei Tonnen Gewicht, verteilt auf fünf Anhängern, eigentlich etwas unterfordert.
Der Elektro-Sitzschlepper Typ EZS 7280 von Jungheinrich mit einer Zugleistung von bis zu 28t ist mit den maximal zwei Tonnen Gewicht, verteilt auf fünf Anhängern, eigentlich etwas unterfordert.Bild: Jungheinrich Vertrieb Deutschland AG & Co. KG

Warten auf die perfekte Lösung

Sven Frank managt als Leiter des Fuhrparks für den Groundservice und den Aviationbereich am Köln-Bonner Flughafen rund 2.200 Transportgeräte. Die Anschaffung der Elektro-Sitzschlepper ESZ 7280 ist Teil des Zehn-Jahres-Plans, den Frank und sein Team für den Fuhrpark des Flughafens aufgestellt haben. Das Ziel ist es, die Transportgeräte grüner zu machen – Schritt für Schritt und immer angepasst auf den jeweiligen Einsatz. Kein leichtes Unterfangen, denn jede Gerätegruppe stellt andere Anforderungen an den Antrieb, wie Frank erklärt: „Wir sind ein 24/7-Flughafen. Das heißt, wir arbeiten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Neben Transportgeräten, die permanent zu einhundert Prozent einsatzbereit sein müssen, gibt es auch solche mit regelmäßigen Standzeiten. Bei diesen bieten sich Elektroantriebe an.“ Dazu gehören beispielsweise die Schlepper für die Gepäckanhänger. Sie kommen immer nur dann zum Einsatz, wenn ein Flugzeug beladen werden muss. Allerdings sind es auch bei diesen Fahrzeugen die Ladezeiten, die Sven Frank bei der Anschaffung zunächst zögern lassen: „Die konventionellen Blei-Säure-Batterien erfordern, dass die Batterie im Idealfall bis auf 20 Prozent Ladekapazität geleert wird, bevor sie wieder aufgeladen werden muss. Dann fallen die Fahrzeuge während des Ladevorgangs aus und wir müssten für diesen Fall eventuell sogar Ersatzfahrzeuge anschaffen. Das ist für uns nicht praktikabel.“ Als Jungheinrich auf der Interairport Messe im Oktober 2017 mit dem EZS 7280 als erster Hersteller einen Elektroschlepper mit Lithium-Ionen-Technologie auf den Markt bringt, ist Frank daher sofort interessiert: „Das war genau das, was wir gesucht haben. Die Lithium-Ionen-Batterie lässt sich unabhängig vom Ladestand wie ein Handy immer wieder zwischenladen – und das mit großer Geschwindigkeit. Für uns die perfekte Lösung.“

Mit den 64A-Ladegeräten vom Typ SLH 300 – den stärksten, die Jungheinrich im Programm hat – fließt blitzschnell wieder genügend Energie in die robuste und langlebige Lithium-Ionen-Batterie der Elektro-Sitzschlepper.
Mit den 64A-Ladegeräten vom Typ SLH 300 – den stärksten, die Jungheinrich im Programm hat – fließt blitzschnell wieder genügend Energie in die robuste und langlebige Lithium-Ionen-Batterie der Elektro-Sitzschlepper.Bild: Jungheinrich Vertrieb Deutschland AG & Co. KG

Fahrzeug, Batterie und Ladestation aus einer Hand

Sven Frank wendet sich an Markus Bäcker, seinen Ansprechpartner bei Jungheinrich, und der zögert nicht lange und stellt Frank ein Testfahrzeug zur Verfügung. „Im Testbetrieb hat sich gezeigt, dass wir mit unserer Einschätzung richtig lagen“, erklärt Frank. „Der Schlepper ist komfortabel, robust und einfach zu fahren. Er ist leise und das Aufladen funktioniert schnell und problemlos.“ Das liegt auch daran, dass Frank von Jungheinrich ein Komplettpaket aus einer Hand bekommen hat. Markus Bäcker, Vertriebsbevollmächtigter für den Köln-Bonner Flughafen erklärt: „Wir entwickeln und produzieren die Fahrzeuge, die Elektromotoren, die Steuerungen und liefern die passende Software, die Batterien und die Ladetechnik gleich mit. Das bedeutet für unsere Kunden, dass die Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind und sie sich mit allen Anforderungen immer an einen Ansprechpartner wenden können.“

Pause machen und aufladen

„Wir haben zunächst mit Markus Bäcker den Energiebedarf für unsere Schlepper ermittelt, um die passende Batterie auszuwählen“, erzählt Sven Frank. „Die 500Ah Batterie lässt sich in 100 Minuten komplett aufladen, aber das ist bei uns gar nicht erforderlich. Auch die Nutzung eines Ladeplans, wie von Bäcker vorgeschlagen, findet Sven Frank zwar im Prinzip gut, wird aber in Köln-Bonn nicht umgesetzt. „Ein Ladeplan gibt vor, an welcher Ladestation ein Fahrzeug am besten aufgeladen wird. Da steht dann ein bereits aufgeladener Schlepper, den der Fahrer sofort wieder übernehmen kann“, erklärt Frank. „Wir machen es uns noch leichter, indem wir die Vorteile des Schnellladens der Lithium-Ionen-Batterie voll ausnutzen. Dafür haben wir die Standorte für die Ladestationen genau dort platziert, wo sich unsere Mitarbeiter während der Standzeiten hauptsächlich aufhalten.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind angewiesen, die Sitzschlepper in Pausenzeiten an das Ladegerät anzuschließen und das, so Frank, klappt bestens. Mit den 64A-Ladegeräten vom Typ SLH 300 – den stärksten, die Jungheinrich im Programm hat – fließt blitzschnell wieder genügend Energie in die robuste und langlebige Lithium-Ionen-Batterie. Dafür ist schon eine kurze Kaffeepause ausreichend.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Jungheinrich Vertrieb Deutschland AG & Co. KG

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Still GmbH
Bild: Still GmbH
Starkes Bindeglied 
in der Supply Chain

Starkes Bindeglied in der Supply Chain

Still automatisiert den innerbetrieblichen Transport im Nestlé Produktionswerk Biessenhofen mit Automated Guided Vehicles (AGVs). Herausforderung war, dass die Intralogistik während der laufenden Produktion reorganisiert werden musste. Das Resultat der Automatisierung ist ein kontinuierlicher Transport zur Versorgung und Entsorgung der Produktion an 24/7. Der Warenfluss konnte dadurch geglättet und die Warenbestände an den Maschinen abgebaut werden. Des Weiteren wurden auf dem Werksgelände sechs Lager für die Verpackungen der Nestlé Produkte aufgelöst und in Still Pallet Shuttle Kanallagern zusammengefasst. Die Automatisierung sorgt für eine Steigerung der Durchsatzleistung, Flexibilität und Prozesssicherheit.