Wie Trex.Parts den Ersatzteilhandel für Flurförderzeuge sortiert

Der Name Trex.Parts ist eine Kombination aus 'Truck Experts' und 'Parts'.
Der Name Trex.Parts ist eine Kombination aus ‚Truck Experts‘ und ‚Parts‘.Bild: Trex.Parts GmbH & Co. KG

Inzwischen ist Trex.Parts nicht mehr der Herausforderer, der den Markt abwartend beobachtet, sondern eine auf Wachstum ausgerichtete Multi-Marken-Plattform für Ersatzteile von Gabelstaplern und vielen anderen Flurförderzeugen. Im Jahr 2025 lag der Umsatz bei 42,9 Mio. Euro und damit mehr als 16 Prozent über dem Vorjahresumsatz. Auch für dieses Jahr erwartet Trex.Parts ein Wachstum in vergleichbarer Größenordnung. Die Gründung war Ergebnis einer präzisen Planung und Marktlogik. Die Fricke Gruppe brachte Erfahrung aus dem B2B-Ersatzteilhandel mit. Jungheinrich steuerte seine Expertise im Flurförderzeuggeschäft bei. Böttcher formuliert den Anspruch der Gründung in zwei Worten: „Think big“. Ohne die solide Finanzkraft der beiden 50:50-Gesellschafter mit ihren hohen Vorfinanzierungen, deren logistische Expertise und Online-Know-how wäre die Anlaufhürde wohl kaum zu bewältigen gewesen. Denn es brauchte Produktmanagement, Vertrieb, Marketing, Pricing, IT, Lager und Datenqualität, lange bevor der Umsatz diese komplexen Strukturen tragen konnte.

Der Trex.Parts-Beirat besichtigt den neuen Logistikstandort in Sittensen: Christoph Böttcher, Geschäftsführer Trex.Parts; Hans-Peter Fricke, CEO Fricke Gruppe; Mathias Lentfer, Senior Vice President Jungheinrich und Geschäftsleiter der Jungheinrich Service & Parts; Nadine Despineux, Vertriebsvorständin Jungheinrich; Holger Wachholtz, CFO Fricke Gruppe (v.l.n.r.).
Der Trex.Parts-Beirat besichtigt den neuen Logistikstandort in Sittensen: Christoph Böttcher, Geschäftsführer Trex.Parts; Hans-Peter Fricke, CEO Fricke Gruppe; Mathias Lentfer, Senior Vice President Jungheinrich und Geschäftsleiter der Jungheinrich Service & Parts; Nadine Despineux, Vertriebsvorständin Jungheinrich; Holger Wachholtz, CFO Fricke Gruppe (v.l.n.r.). Bild: Trex.Parts GmbH & Co. KG

Vertrauen und 2.000 Lieferanten gewonnen

Der Markt reagierte zunächst teils skeptisch. Einige Lieferanten glaubten und Wettbewerber hofften wohl, Trex.Parts sei nur der nächste kleine Anbieter, der bald wieder verschwinden oder übernommen werde. Auch Kunden kannten solche Erfahrungen. Hinzu kam ein zweites Vorurteil: Da Jungheinrich einer der Gesellschafter ist, vermuteten manche Hersteller und Kunden eine Dominanz der weltweiten Nummer drei der Flurförderzeug-Branche (hinter Toyota und Kion). Für Böttcher war in diesem Zusammenhang die Klärung entscheidend, dass Trex.Parts als unabhängige Multi-Marken-Plattform agiert. Große Staplermarken wie Toyota, Linde, Heli, Jungheinrich und viele andere stehen im Online-Shop gleichberechtigt nebeneinander. Inzwischen arbeitet Trex.Parts heute mit mehr als 2.000 Herstellern und Lieferanten zusammen.

Trex.Parts arbeitet heute mit mehr als 2.000 Herstellern und Lieferanten zusammen.
Trex.Parts arbeitet heute mit mehr als 2.000 Herstellern und Lieferanten zusammen.Bild: Trex.Parts GmbH & Co. KG

Lagererweiterung als Meilenstein

Die Hallenerweiterungen unterstreichen den Erfolg des Unternehmens. Es startete mit rund 2.000m² Lagerfläche. Schon nach wenigen Jahren kamen weitere 4.000m² hinzu. Für Böttcher war dies mehr als ein logistischer Vorgang. Er hat einen LKW-Führerschein, packte zusammen mit Mitarbeitern bei der Erweiterung selbst mit an, fuhr Teile ins neue Lager und räumte sie mit den Kolleginnen und Kollegen ein. Die Lagererweiterung wurde zugleich ein Team-Ereignis. Mit einer dritten Halle und insgesamt mehr als 13.000m² ist die Infrastruktur entsprechend der erhöhten Nachfrage weiter gewachsen. Teile, die bis 18 Uhr bestellt und im Bestand sind, werden noch am selben Tag versendet. „Das ist entscheidend in unserem Geschäft, denn Stillstand will sich keiner leisten“, sagt Böttcher.

Transparenz statt Teile-Dschungel

Der Webshop ist das Herzstück der Online-Plattform. Mehr als 14 Millionen Artikelreferenzen zeigen, wie komplex der Markt und das Angebot ist: Einfache Schrauben können je nach Hersteller, Maschine und Einbauvariante viele Artikelnummern haben. Über Suchfunktionen, Produktfinder, Vergleichmenüs und Beratung findet der Kunde die passende Lösung für seine Anfrage. Er bekommt eine Auswahl mit verschiedenen Qualitätsstufen: Originalteile der Hersteller, Erstausrüsterqualität und hochwertige Alternativen beziehungsweise Ident- oder Nachbauteile unter eigener Marke. Entscheidend ist die Wahlfreiheit: Für ein älteres Gerät kann vielleicht die wirtschaftliche Alternative sinnvoll sein, bei einer neueren Maschine eher das Originalteil.

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