
Etwa 350 Teilnehmer der ‚Logistik-Familie‘ trafen sich am 21. und 22. Januar in der HafenCity, um die Vorträge auf den 23. Hamburger Logistiktagen mitzuerleben. Neben dem fachlichen Gedankenaustausch fühlen sich die Veranstalter Jörg Hermsmeier und Dirk Lange einem wichtigen sozialen Anliegen verpflichtet; sie unterstützen seit vielen Jahren das Kinderhospiz ‚Sternenbrücke‘ mit Spendengeldern, um wichtige Aufgaben, wie z.B. eine liebevolle Begleitung für lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Familien zu ermöglichen. Christiane Schüddekopf vom Kinderhospiz informierte u.a. über das Neubauprojekt ‚Lütte Herberge‘.
Vielfältiges Vortragsprogramm
Mit ‚Machen Sie Ihr Lager schneller und fehlerfrei dank IoT und KI‘, war der erste Fachbeitrag übertitelt. Nicolas Lassale und Tino Koumasse von der Firma Digilo zeigten eindrucksvoll auf, wie mit einfachen, aber innovativen Lösungen Lagerprozesse zu optimieren und die Effizienz von Mitarbeitern zu steigern sind. Von der Bestandsverwaltung bis zur Sendungsverfolgung vereinfachen die Lagertechnologien des Unternehmens die komplexen Herausforderungen der Logistik.
Im anschließenden Beitrag skizzierten Edgar Flecklin, Victorinox und Siegfried Zwing, Red Pilot, was das Schweizer Taschenmesser mit intelligenter Logistiksoftware zu tun hat. Auf einen Nenner gebracht, kann man sagen, dass Prinzip des Schweizer Taschenmessers – Vielseitigkeit, Zuverlässigkeit und Systemdenken – findet sich in der Logistiksoftware von Red Pilot wieder. Sie erkennt Situationen (z.B. Verspätungen, Engpässe, Nachfrageänderungen) und aktiviert automatisch die passende Funktion und Entscheidung.
Über das Thema: ‚Transformation in Bewegung: Vom vorhandenen Lager zur smarten Logistikzentrale‘, referierten Franz Gerhard Jungkamp, Stroetmann Lebensmittel und Eric Graupner, LMS Logistik Management Service. Stroetmann arbeitet schon seit längerer Zeit mit dem Hamburger Unternehmen erfolgreich zusammen und beauftragte LMS mit der Analyse seiner Lagerlogistik, die, wie Eric Graupner in seinem Beitrag darlegte, zunächst aus der Aufnahme der Ist-Prozesse bestand. Aus der Aufbereitung historischer Bewegungsdaten und Ermittlung der Prozesszeiten durch Zeitstudien resultierten normierte Zeitwerte. In definierten Soll-Szenarien, u.a. mit Verschiebung von Sortimenten und Optimierung der Artikelplatzierung, wurden via Simulation Lösungsvorschläge auf Basis von Entscheidungskriterien erarbeitet und mit Blickrichtung der Kostenentwicklung realisiert.
Im letzten Fachbeitrag des ersten Kongresstages sprachen Pascal Abe, BB-Verpackungen und Adrian Bühring, Kompass360Grad über das Thema Gesundheit und Effizienz – als ganzheitlicher Denkansatz.
Lagerlogistik ’neu denken‘
Nach einer kurzen Zusammenfassung der Vortagssequenzen nahm Markus Weinberg in seinem Beitrag die Zuhörer via Fahrrad mit auf den European Connection Trail. Seine eindrucksvolle Tour von Nord- nach Südeuropa unterlegte er mit vielen imposanten Bildern. Logistisch ging es dann mit Sarah Hilgers, The Quality Group und Malte Guske, Locus Robotics weiter. Sie stellten eindrucksvoll dar, wie beide Unternehmen die Lagerlogistik ’neu denken‘ und dabei die Skalierbarkeit auf ein neues Niveau heben. Dass Logistik auch im Rettungswesen einen lebenswichtigen Beitrag zu leisten vermag, zeigten Zeineb Ghanemi und Tanya Leeuw von Humanilog. Sie präsentierten das Ballonrettungssystem aus Hamburg, welches als innovative Soforthilfe im Katastrophenfall einsetzbar ist. Ehrenamtliche Helfer setzen sich mit großem Engagement dafür ein, dieses Rettungssystem zu implementieren.
Von der ab 2030 verbindlichen Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), mit denen Europa seine Regeln für Verpackungen neu ausrichten will, berichteten Dr. Jens Oldenburg, Stiftung Initiative Mehrweg und Dr. Philipp Hüning, Logistikbude. Sie bewerteten die Chancen für Unternehmen, die früh handeln, positiv bzgl. eines Marktvorteils mit spürbaren Auswirkungen auf Transparenz, Wiederverwendung und Nachverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette. Mit der Keynote von Professor Michael Henke vom Fraunhofer IML aus Dortmund endeten die 23. Hamburger Logistiktage. In seiner Präsentation skizzierte er die Herausforderungen und zukünftigen Trends in der Logistik. Henke war es wichtig, die Entwicklung von der Effizienz zur Resilienz und Nachhaltigkeit als neue Wertetreiber darzustellen. Effizienz, so der Referent, reicht allein nicht mehr aus: Ein robustes Wertschöpfungsnetzwerk erfordert Redundanz, alternative Pfade und die Fähigkeit zur schnellen Reaktion. Ein erstes Fazit escheinigt den Veranstaltern, dass es Ihnen wieder gelang, einen Kongress auf sehr hohem Niveau mit inspirierendem Themenmix durchzuführen.

















