Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Von einem einzigen Geschäft 1973 in Bahrain zum Omnichannel-Retail-Konglomerat: In nicht einmal 50 Jahren hat sich die Landmark Group zu einem der größten Einzelhändler im Mittleren Osten und Indien entwickelt. Die Handelslandschaft umfasst auf über 2,8Mio.m² 2.200 Geschäfte in 21 Ländern. Kürzlich hat die Landmark Group mit dem Omega DC (Distribution Center) ihre Logistikaktivitäten in Dubai zentral gebündelt. Das neue Distributionszentrum auf 265.000m² liegt in der Jebel Ali Free Zone (JAFZA) und ermöglicht die Lagerung und das Handling von bis zu 2,2Mio. Kartons und 2Mio. hängenden Textilien. Die Landmark Group beauftragte Dematic mit der Lieferung umfassender Automatisierungstechnik für das hochmoderne Lager. Dabei integrierte das Unternehmen auch seine Software-Lösung, die für reibungslose und effiziente Prozesse sorgt sowie alle relevanten Zusatzinformationen in Echtzeit bereitstellt.
 Dematic hat im neuen Premium-Distributionszentrum der Landmark Group eine Software-Lösung integriert, die für reibungslose und effiziente Prozesse sorgt sowie alle relevanten Zusatzinformationen in Echtzeit bereitstellt.
Dematic hat im neuen Premium-Distributionszentrum der Landmark Group eine Software-Lösung integriert, die für reibungslose und effiziente Prozesse sorgt sowie alle relevanten Zusatzinformationen in Echtzeit bereitstellt.Bild: Dematic GmbH / Knud Dobberke

Die Automatisierungslösung von Dematic umfasst unter anderem ein 43m hohes Palettenlager mit sauerstoffreduzierter Umgebung und bis zu 36.000 Stellplätzen. Hier wird die Ware eingelagert, die vorerst nicht benötigt wird: Die Ware für die kommenden Tage wird in zwei Dematic Multishuttle Systemen mit mehr als 1.300 Shuttles und knapp 1Mio. Stellplätzen untergebracht. Dabei werden die Artikel beim Eingang nach Langzeit- und Sofortbedarf differenziert. Das Multishuttle dient als Kommissionierpuffer. Die Artikel werden basierend auf historischen als auch prognostizierten zukünftigen Umsatzhäufigkeiten einer der 22 Gassen zugeteilt. Im Ergebnis wird so eine Last-Gleichverteilung über alle Gassen erreicht für einen maximalen Durchsatz unter Berücksichtigung der ‚Store-Friendliness‘ der gebildeten Versandeinheiten. So können stündlich bis zu 15.000 Behälter aus dem Shuttle System zu den Kommissionierstationen befördert werden. Im angrenzenden Dematic Hängewaren-Sortiersystem finden außerdem bis zu 2Mio. hängende Textilien Platz, mit Durchsatzraten von bis zu 250.000 Kleidungsstücken pro Tag.

Verbunden sind die Subsysteme über elf Kilometer Behälter- und Palettenfördertechnik sowie durch einen Sorter. Die Anlage ist die weltweit größte, die Dematic je installiert hat. Ashish Sood, Chief Supply Chain Officer der Landmark Group, kommentiert die logistische Konsolidierung durch das Omega DC wie folgt: „Als einer der größten Omnichannel-Einzelhändler hat die Landmark Group in technologisch fortschrittliche Systeme investiert und damit neue Standards im Lieferketten- und Logistikmanagement für den gesamten Nahen Osten gesetzt.“ Entscheidend für den reibungslosen und optimalen Materialfluss von sowohl flacher als auch hängender Ware im Mega-Distributionszentrum mit hohen Durchsatzraten ist die Software. Die Landmark Group hat sich verpflichtet, in einer bestimmten Zeit an den Einzelhandel und Endverbraucher zu liefern. Gewährleistet wird dies über die Dematic-Software. Diese kombiniert sowohl ein Warehouse Management System (WMS) zur Lagerverwaltung, als auch ein Warehouse Control System (WCS) und ein Material Flow Controller (MFC). Dabei sorgt die Lösung für die dynamische Neupositionierung der Waren in den vier unterschiedlichen automatisierten Lagern. „Dadurch markiert das Distributionszentrum eine neue Ära in Sachen Geschwindigkeit, Produktivität und Effizienz“, ergänzt Sood.

 Das neue Distributionszentrum bietet im Dematic Garment-on-Hanger-(GOH)System umfassende Lagerkapazitäten für 2Mio. Textilien.
Das neue Distributionszentrum bietet im Dematic Garment-on-Hanger-(GOH)System umfassende Lagerkapazitäten für 2Mio. Textilien.Bild: Dematic GmbH / Knud Dobberke

Optimierte Warenverfügbarkeit und Kommissionierung

Damit sowohl Saison- als auch Nachschubware tagesaktuell verfügbar ist, werden spezifische Nachschubalgorithmen in das System eingespeist. Auch die prognostizierten Mengen der nächsten Tage fließen in die Bedarfsermittlung ein. „Eine der Schlüsseleigenschaften der Software ist, dass sie auch Artikel, die sich noch in der Anlieferphase befinden, bereits in der Warenverfügbarkeit virtuell mitzählt und damit verfügbar macht“, erklärt Sood und ergänzt: „Darüber hinaus steigert die Lösung von Dematic auch die Effizienz der Kommissionierung und der Versandvorbereitung im Vergleich zu individuellen Kommissionierungen.“

Die hängenden Textilien werden in der Reihenfolge, wie sie der jeweilige Einzelhändler für eine reibungslose Wiederauffüllung vor Ort benötigt, zusammengestellt. Der Großteil wird auf eingehängten Stangen in Lkws oder Vans angeliefert und via Rollstangen in die Stores gebracht. Außerdem teilt das System den Kommissionieraufträgen Prioritäten und Cut-Off Zeiten für die Verladung zu. Nicht abgearbeitete Aufträge gehen automatisch so lange in die Wiedervorlage, bis sie erfüllt sind oder ein vom Kunden gesetztes Verfallsdatum erreicht haben. Die IT-Lösung ist auch an die Kundensysteme für die Tourenplanung und Zollabwicklung angebunden und übermittelt die Daten in Echtzeit, wodurch sich weitere Optimierungen vornehmen lassen.

 Außerdem ist dort das bis dato größte 
Dematic Multishuttle-System mit mehr als 1.200 Shuttles, 94 Liften und fast 950.000 Stellplätzen auf 33 Ebenen integriert.
Außerdem ist dort das bis dato größte Dematic Multishuttle-System mit mehr als 1.200 Shuttles, 94 Liften und fast 950.000 Stellplätzen auf 33 Ebenen integriert.Bild: Dematic GmbH / Knud Dobberke

Wichtige Kontrollfunktionen und Datenbereitstellung

Angelieferte Kartons werden einer optimierten Konturenprüfung unterzogen. Dabei werden extrem hohe Messgenauigkeiten über laserbasierte Vermessung mit optischer Auswertung erzielt. Eine spezielle Software erkennt Ausbauchungen und Stauchungen auf bis zu 1mm. Das vermeidet, dass Kartons in das angrenzende Multishuttle-System gelangen, die nicht optimal gegriffen werden können. Das System liefert auch ein Feedback an den Lieferanten, um die Kartonqualität auf einem hohen Niveau zu halten.

Für die entsprechende Datentransparenz sorgt das Realtime-Monitoring für alle funktionalen Bereiche, das über diverse Dashboards abrufbar ist. Alle Dialoge sind zu 100 Prozent browserbasiert und bieten so eine flexible Hardwareauswahl. An den 47 Arbeitsstationen für Value Added Services werden individuelle Wünsche einer jeweiligen Marke oder eines Händlers hinsichtlich Zusammenstellung zu Verkaufseinheiten, Sonderverpackungen, Etiketten, Größenmarkierungen, Aufklebern und Promotionmaterial entweder bereits im Wareneingang oder bei der Auftragserfüllung ausgeführt. Alle Leistungsdaten werden zusammen mit denjenigen für die Einlagerung und das Handling der Artikel genauestens erfasst für die interne Leistungsmessung aber auch um die dafür anfallenden Kosten den Marken genauestens zurechnen zu können.

Systemübergreifendes Handling

Integriert in die Dematic-Software ist neben den vier automatisierten Lagern auch das manuelle Lager mit einem gekühlten Bereich, wo sowohl sensible als auch übergroße und temperaturempfindliche Güter gelagert werden. Die Software optimiert dort die Wegeführung in den manuellen Regalen und sorgt für die Konsolidierung unterschiedlichster Ladeeinheiten aus den diversen Lagerbereichen vor der Verladung.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Was heißt: 
„In Anlehnung an die Norm“?

Was heißt: „In Anlehnung an die Norm“?

Dürfen Produkte, die das GS-Prüfzeichen und gleichzeitig den Zusatz „in Anlehnung an die Norm“ tragen, verwendet werden, als seien sie nachweislich sichere Produkte beziehungsweise Arbeitsmittel? Die Antwort lautet: Ja! Doch der Hinweis „in Anlehnung“ sorgt für Unbehagen. Es ist Zeit, über die Hintergründe zu informieren, die heutige Norm zu interpretieren und sie bei nächster Gelegenheit anzupassen. Es geht um die EN 12195-2.

Bild: VETTER Industrie GmbH
Bild: VETTER Industrie GmbH
Gabelzinken-Hersteller 
mit Tradition

Gabelzinken-Hersteller mit Tradition

Vetter ist heute einer der führenden Hersteller von Gabelzinken in Europa. An Produktionsstandorten in Deutschland und den USA wird das wohl umfangreichste Gabelzinken-Produktprogramm für die Flurförderzeugindustrie gefertigt. Mit Einführung der SmartFork – der intelligenten Gabelzinke mit integrierter Kamera- und Sensortechnik – ist Vetter Schrittmacher für mehr Sicherheit beim Staplereinsatz und einer erfolgreichen Logistik 4.0.

Bild: Körber AG
Bild: Körber AG
Warehouse der Zukunft

Warehouse der Zukunft

Körber unterstützt mit seinem Geschäftsfeld Supply Chain den Sportfachhändler Intersport beim Neubau und der Erweiterung des Zentrallagers in Heilbronn. Von der Planungsphase bis zur Finalisierung zeichnet Körber sich verantwortlich für die praktische Umsetzung eines vollautomatisierten Lagers, das nicht nur technologisch State of the Art ist, sondern auch den wachsenden Bedarf an intelligenter Lagerkapazität in den kommenden Jahren abdecken kann.

Bild: Schulte-Henke GmbH
Bild: Schulte-Henke GmbH
Sicherer Transport von 
Elektro- und Konsumgütern

Sicherer Transport von Elektro- und Konsumgütern

Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen haben eine Gemeinsamkeit. Sie alle werden mit Hilfe von Karton- und Geräteklammern mittels Gabelstapler schnell und sicher transportiert. Da Stabau seine Kunden in schnellwachsenden Branchen wie der Konsumgüter- und Elektronikindustrie bestmöglich unterstützen möchte, bietet das Unternehmen zahlreiche Varianten des Anbaugeräts und individuelle Sonderlösungen an.

Anzeige

Anzeige

Anzeige