Volumenerfassung leicht gemacht

Die Volumenerfassung wird in der Industrie und Logistik oftmals stiefmütterlich behandelt. Händische Vermessungen bedeuten eine unvermeidliche Fehlerkette von ungenauen Stammdaten bis hin zu unnötig hohen Speditionskosten und ungenutzten Lagerflächen. Mit der zweiten Generation der Palettenvermessung Palletcube bietet Heidler Strichcode eine wartungsfreie Lösung, die in Sekundenschnelle exakte Ergebnisse auch bei herausfordernden Oberflächen und Formen garantiert - ein wichtiger Faktor für den Global Player ADVA Optical Networking, der langfristig auf die positiven Effekte setzt.
 Mit der zweiten Generation der Palettenvermessung 'Palletcube' präsentiert Heidler Strichcode eine wartungsfreie Lösung, 
die in Sekundenschnelle exakte Ergebnisse garantiert.
Mit der zweiten Generation der Palettenvermessung 'Palletcube' präsentiert Heidler Strichcode eine wartungsfreie Lösung, die in Sekundenschnelle exakte Ergebnisse garantiert.Bild: Heidler Strichcode GmbH

Ein Volumenscanner für den Warenausgang, der „so unkompliziert wie möglich in den Arbeitsablauf intergiert werden kann“ – mit dieser Maxime suchten Mathias Schumann und sein Team nach einem Partner, um die Unschärfen in der Frachtkostensimulation zu beseitigen. Da die versandfertigen Paletten von ADVA Optical Networking, einem weltweit agierenden Anbieter für Kommunikationstechnik, kaum ebene Flächen aufweisen, ergaben sich in der Vergangenheit fehlerhafte Abmessungen per Hand. Dies führte zu erhöhten Transportkosten, „da wir aufgrund der Abweichungen oftmals den falschen Dienstleister auswählten“, erklärt der Director Operations für den Bereich Global Logistics.

Von der Vorserie zum ausgereiften Produkt

Um die Genauigkeit der Stammdaten zu erhöhen und so langfristig Transportkosten einzusparen, war das Unternehmen bereit, die Finalisierung der neuen Generation des Palletcube bis zur Serienreife zu begleiten. Im Warenausgang des Hauptsitzes im thüringischen Meiningen startete im August 2021 der Test in enger Abstimmung, um das System gemeinsam Stück für Stück zu optimieren.

„Zunächst haben wir ebene und nicht spiegelnde Oberflächen vermessen, die in der Folge immer komplexer und realistischer anhand unseres üblichen Warenausgangs wurden“, blickt Mathias Schumann auf die Anfänge des Palletcube beim Global Player zurück. Zur Sicherung der Messergebnisse wurden alle Daten sechs Monate lang händisch nachgeprüft und Heidler Strichcode gemeldet. Maßgeblich beteiligt war dabei Nico Krieg, der als dualer Student bei ADVA diese wichtigen ersten Schritte begleitete und im Rahmen einer Projektarbeit festhielt.

Seit Januar ist der Palletcube so ausgereift, dass keine generellen Nachmessungen mehr erfolgen. Dadurch ist die Neuentwicklung „fixer Bestandteil unserer Prozesslandschaft“, so der Logistik-Verantwortliche. „Es macht Spaß, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die Raum, Zeit und Innovationsfreude mitbringen. Heidler bietet dabei die richtige Mischung aus Preis, kontinuierlicher Projektfortschritte und professioneller Unterstützung“, fasst Mathias Schumann den Weg zur Serienreife zusammen.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten ohne Verschleiß

„Die verschiedenen Montageoptionen des Palletcube mit Standfuß, Deckenhalterung oder Portal sorgen für eine flexible Anbringung und einfache Erreichbarkeit von allen Seiten“, erklärt Kosmas Evangelou, der die Entwicklung und den Vertrieb für Heidler Strichcode begleitet. Ist das Objekt bereit für die Messung in dem vorab definierten Bereich – zum Beispiel einer Waage -, wird diese mithilfe der eigenen Oberfläche, Schnittstellen wie SOAP, REST, SAP und vielen weiteren oder einem mobilen Erfassungsgerät manuell ausgelöst. Optional dokumentieren IP-Kameras den äußeren Zustand des Messobjekts automatisch.

In der Standardausführung erfassen fünf ToF-Sensoren (Time of Flight) mit Infrarot-Technik die Konturen in Sekundenschnelle. Zunächst erstellt das System ein 3D-Abbild der beladenen EU- bis Industriepalette und umhüllt es anschließend mit einer virtuellen Box, die alle Maximalabmessungen berücksichtigt. Bewusst wurde bei der Entwicklung auf den Einsatz von Laser, Schwenkspiegel und mechanisch bewegten Komponenten verzichtet, um die Anschaffungskosten zu minimieren sowie die Nutzung ohne Schutzkleidung und wiederkehrende Wartungsarbeiten zu garantieren.

Setzen Unternehmen bereits auf Versandsysteme wie das HVS32 von Heidler Strichcode, können die Stammdaten hier direkt einfließen und so die Wahl des geeignetsten Carriers vereinfachen. Neben dem Einsatz im Warenausgang ermöglicht die Neuentwicklung auch die automatisierte Definition passender Lagerflächen bei der Annahme von Lieferungen. „Für Speditionen ist die Technik ebenfalls interessant, um die angegebenen Abmessungen zeitsparend zu kontrollieren“, so Kosmas Evangelou.

Funktionen und Erweiterungen durch Kundenwünsche

Nachdem das Vorgängermodell auf der LogiMAT 2014 bereits als ‚Bestes Produkt‘ im Bereich Software und im Innovationswettbewerb des Landkreises Esslingen auszeichnet wurde, bietet der Nachfolger noch umfangreichere Anwendungsmöglichkeiten. „Viele Funktionen ergaben sich aus den Erfahrungen, Anforderungen und Wünschen unserer Kunden“, erklärt Benjamin Hauser, der bei Heidler Strichcode als Senior Software Developer und Produktmanager die Entwicklung des Volumenscanners verantwortet. Diese Ansprüche bildeten die Grundlage von Hard- und Software des Palletcube.

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