Personalmangel effektiv begegnen

Durch die automatisierte Einlagerung sowie Entnahme von Gütern aus Regallösungen entfallen aufwändige Einweisungen, die Ordnungshaltung wird deutlich vereinfacht und die erforderlichen Personalstunden nachhaltig reduziert.
Durch die automatisierte Einlagerung sowie Entnahme von Gütern aus Regallösungen entfallen aufwändige Einweisungen, die Ordnungshaltung wird deutlich vereinfacht und die erforderlichen Personalstunden nachhaltig reduziert. Bild: Karl H. Bartels GmbH

– Herr Krayenborg, kürzlich hat Karl H. Bartels ein Whitepaper zum Thema Personalmangel veröffentlicht. Darin wird diskutiert, inwiefern Intralogistik und Logistik auch ohne zusätzliches Personal erfolgreich betrieben und ausgebaut werden können. Das müssen Sie bitte erklären. Gemeinhin besteht ja die Annahme, dass dies ohne zusätzliches Personal nicht möglich ist?

Sebastian Krayenborg: Ja, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es vielfach nicht ohne zusätzliches Personal geht. Für viele Wirtschaftszweige gilt das zweifelsohne, man denke nur an das Hotellerie- und Gastgewerbe. In der Logistik und Intralogistik gibt es aber viele Möglichkeiten, Prozesse so zu gestalten, dass viel weniger Personal benötigt wird als ursprünglich angenommen. Die Welt in der wir leben, ist deutlich schneller geworden, was entsprechend höhere Taktungen erfordert. Vielfach sind Prozessabläufe aber nicht im selben Tempo beschleunigt worden. Hier sollten wir ansetzen. Es gilt, Abläufe zu überdenken und die vielen Innovationen nutzen, die teilweise bereits seit Jahren am Markt sind.

Das Whitepaper ist aus unserer täglichen Arbeit und den immer wieder zu beobachtenden Erfolgen entstanden, die aus Umgestaltungen oder der Einführung neuer Lösungen resultieren.

Sebastian Krayenborg, 
Geschäftsführer von 
Karl H. Bartels
Das Whitepaper ist aus unserer täglichen Arbeit und den immer wieder zu beobachtenden Erfolgen entstanden, die aus Umgestaltungen oder der Einführung neuer Lösungen resultieren. Sebastian Krayenborg, Geschäftsführer von Karl H. BartelsBild: Karl H. Bartels GmbH

– Können Sie hierzu bitte ein Beispiel nennen?

Sehr gerne. In unserer täglichen Praxis erleben wir es andauernd, dass Kunden nach Inbetriebnahme einer neuen Lösung erhebliche Einsparungen bei den Personalstunden verzeichnen. Teilweise ist dies erklärtes Ziel, manchmal aber auch nur ein positiver Nebeneffekt. Während der Corona-Pandemie haben wir beispielsweise eine immens gestiegene Nachfrage nach treppensteigenden Transportgeräten verzeichnet. Aufgrund der damals geltenden Abstandsgebote konnten schwere oder sperrige Güter nicht mehr wie gewohnt per Manpower ausgeliefert werden. Am nachhaltigsten ist mir dabei eine Firma in Erinnerung geblieben, die Fotokopierer und andere Bürogroßgeräte vertreibt. Vor der Pandemie wurden die Geräte von bis zu vier Technikern mithilfe von Tragegurten ausgeliefert. Nach Inbetriebnahme eines von uns gelieferten Treppensteigers war für diese Aufgabe nur noch ein Kollege notwendig, der sich zudem um Anschluss und Service vor Ort kümmert. Derlei Erfolgserlebnisse mit Einsparungen von bis zu 80 Prozent der vormals aufgewandten Personalstunden sind in unserer Beratungspraxis keine Seltenheit.

Treppensteiger und andere Transportlösungen für schwere und sperrige Güter helfen Personal effizienter einzusetzen und fördern zudem die Ergonomie, so dass krankheitsbedingte Fehlzeiten reduziert werden.
Treppensteiger und andere Transportlösungen für schwere und sperrige Güter helfen Personal effizienter einzusetzen und fördern zudem die Ergonomie, so dass krankheitsbedingte Fehlzeiten reduziert werden.Bild: Zonzini

– Ist so auch die Idee zum Whitepaper entstanden?

Definitiv. Das Whitepaper ist aus unserer täglichen Arbeit und den immer wieder zu beobachtenden Erfolgen entstanden, die aus Umgestaltungen oder der Einführung neuer Lösungen resultieren. Wir haben darin die wesentlichen Punkte zusammengefasst, die in die Betrachtung einfließen sollten. Die Intralogistik verschiedener Unternehmen unterscheidet sich nicht so sehr, wie man vielleicht annehmen könnte. Sie wächst meist mit der Zeit, muss permanent erweitert werden, wenn auch das Unternehmen wächst. Dabei kommt es fast automatisch zu wachstumsbedingten Hindernissen, die sehr lähmend wirken können. Hinzu kommen die vielen Regularien, Sicherheitsbestimmungen, Arbeitsschutzgesetze und vieles mehr, mit denen sich Betriebe heute auseinandersetzen müssen. Hier braucht es eine differenzierte Betrachtung, um Einsparpotenziale zu identifizieren, welche wirklich jeder Betrieb in sich birgt.

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