
KI-gestützte Systeme können dabei helfen, Logistikprozesse aller Art effizienter zu gestalten. Bereiche wie die Bestandsplanung, das Retourenmanagement oder der Wareneingang lassen sich mit künstlicher Intelligenz optimieren. KI ist das entscheidende Werkzeug, um die inzwischen enorme Datenverfügbarkeit in operativen Mehrwert umzumünzen. Anstatt Datenmengen nur retrospektiv zu analysieren, verbessert KI laufende Prozesse dynamisch, erkennt Muster und erstellt Handlungsempfehlungen. Fraglich ist allerdings, inwieweit die neue Technologie bereits im Lagerbetrieb angekommen ist. Wie groß ist die Investitionsbereitschaft und welche Einsatzfelder stehen dabei im Fokus? Um diese Fragen zu beantworten, hat das Marktforschungsunternehmen Civey im Auftrag der PSI Software SE eine repräsentative Studie in Deutschland und Polen – zwei der wichtigsten europäischen Logistikmärkte – durchgeführt. Dabei wurden jeweils 150 Entscheider aus den beiden Ländern befragt und unterschiedlichste Branchen wie beispielsweise die Kontraktlogistik, der Handel/E-Commerce und die Automobilindustrie berücksichtigt. Die Bandbreite reicht von Kleinstunternehmen über Mittelständler bis hin zu Konzernen mit über 500 Mitarbeitern.
Nutzungsprognose für 2028
Die Studie zeigt auf, dass 15 Prozent der Unternehmen bereits KI im Lager einsetzen. In den kommenden drei Jahren wollen weitere 41 Prozent in die Zukunftstechnologie investieren. In dieser Hinsicht treten allerdings deutliche Unterschiede zwischen Deutschland und Polen zutage. So möchten 29 Prozent der deutschen Unternehmen im Bereich KI aufrüsten, in Polen sind es dagegen 53 Prozent. Rechnet man die Firmen hinzu, die bereits KI im Lager einsetzen, ergibt sich für das Jahr 2028 ein Implementierungsgrad von 46 Prozent in Deutschland und 65 Prozent in Polen. Dieser Unterschied rührt insbesondere daher, dass kleinere Firmen in Deutschland wesentlich zurückhaltender sind als im Nachbarland. Etwa ein Drittel der deutschen Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern strebt eine KI-Implementierung an. Bei größeren Mittelständlern und Konzernen planen dagegen deutlich über 50 Prozent die Zukunftstechnologie einzuführen. Dass viele beim Thema KI noch zögern, liegt an unterschiedlichsten Herausforderungen, die einer Implementierung im Wege stehen können. Die größten Hemmnisse sind anfallende Kosten, technische Schwierigkeiten und die Akzeptanz der Mitarbeitenden. Hierbei zeichnen sich deutliche landesspezifische Unterschiede ab. Während sich deutsche Fach- und Führungskräfte am meisten um die technische Integration sorgen, erachten Befragte aus Polen den Kostenfaktor als größte Herausforderung.
Sollten sich die Studienergebnisse bewahrheiten, wird künstliche Intelligenz die Intralogistik in den kommenden Jahren maßgeblich verändern – die Mehrheit der Unternehmen möchte bis 2028 KI-Systeme im Lager einsetzen.
Bessere Prozesse, größere Effizienz und geringere Kosten erwartet
Dass die Mehrzahl der Entscheider trotz dieser Bedenken in KI-Systeme investieren möchte, ist einer Vielzahl von Vorteilen geschuldet. Lediglich fünf Prozent der Befragten schreiben künstlicher Intelligenz keinerlei Nutzen für die Logistik zu. Dagegen erhofft sich mehr als die Hälfte Zeit- und Kostenersparnisse durch den Einsatz von KI im Lager. 39 Prozent rechnen sich darüber hinaus Prozessoptimierungen aus. Viele Befragte erwarten außerdem, dass die Technologie genauere Bedarfsvorhersagen, eine dynamische Bestandsplanung und Ressourcenoptimierungen ermöglicht. Diese Ergebnisse lassen erahnen, dass künstliche Intelligenz für viele Einsatzbereiche innerhalb der Intralogistik in Frage kommt. Beispielsweise können sich 44 Prozent der Befragten eine erfolgreiche Lageroptimierung mit KI vorstellen, womit dieser Aufgabenbereich klar dominiert. Ein Drittel geht darüber hinaus von Effizienzgewinnen im Bereich Bestandsverwaltung aus. Jeweils etwa ein Viertel der Entscheider ist außerdem der Meinung, dass KI die Effizienz in der Einlagerung, im Wareneingang und -ausgang sowie im Retourenmanagement maßgeblich steigern kann.
Fazit: Aufbruchsstimmung in der Logistik
Sollten sich die Studienergebnisse bewahrheiten, wird künstliche Intelligenz die Intralogistik in den kommenden Jahren maßgeblich verändern. Die Mehrheit der Unternehmen möchte bis 2028 KI-Systeme im Lager einsetzen. Dabei variieren die Ziele je nach Branche, Unternehmensgröße oder digitalem Reifegrad deutlich – auch wenn sich in dem Wunsch nach einer generellen Optimierung der Lagerprozesse viele einig sind. Klassisch trainierte KI-Modelle sind den stark unterschiedlichen branchenspezifischen Anforderungen nicht gewachsen. Stattdessen braucht es in der Logistik Technologien, die unternehmensspezifisches Wissen ins Zentrum rücken. Bis entsprechende KI-Systeme in der Breite angekommen sind, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Das verdeutlicht ein Nutzungsgrad von derzeit 15 Prozent. Auf dem weiten Weg zum flächendeckenden KI-Einsatz werden allerdings viele Unternehmen bereits in den kommenden Monaten entscheidende Schritte unternehmen.
Unter dem nachfolgenden Link erhalten Interessierte Zugang zu den vollständigen Studienergebnissen im Report ‚KI im Lager: Das beschäftigt die Logistikbranche‘.

















