Lager mit Cobots intelligent ausstatten

Erfolgsmodell E-Commerce: Dass Kunden rund um die Uhr bestellen können, lässt nicht nur den Umsatz, sondern auch die Anforderungen an die Logistik steigen. Für eine effiziente und produktive Abwicklung müssen die Prozesse innerhalb des Lagers genau aufeinander abgestimmt und koordiniert sein - Stichwort "Wall-to-Wall-Fulfillment".
 6 River Systems hat seinen Cobot Chuck zur einzigen Robotiklösung am Markt ausgebaut, die auf intelligente Weise den gesamten Fulfillment-Prozess von der Einführung bis zur Verpackung optimiert.
6 River Systems hat seinen Cobot Chuck zur einzigen Robotiklösung am Markt ausgebaut, die auf intelligente Weise den gesamten Fulfillment-Prozess von der Einführung bis zur Verpackung optimiert.Bild: 6 River Systems

In Zeiten des boomenden E-Commerce stehen Logistiker vor der Herausforderung, den steigenden Kundenerwartungen an schnelle Lieferzeiten trotz des herrschenden Arbeitskräftemangels gerecht zu werden. Logistische Effizienz bedeutet vor allem, die Zeit von der Auftragsannahme im Online-Shop bis zur Auslieferung des Pakets aus dem Lager zu minimieren. Die Kunden haben einen hohen Anspruch an Qualität und Genauigkeit. Rückgaben und Korrekturen sind nicht nur kostspielig, sondern gefährden auch die Beziehung zwischen Verbrauchern und Marken sowie die Verträge zwischen Warenlagern und ihren Kunden. Dadurch, dass die Bestellungen zudem immer kleinteiliger werden, findet in den Lagern eine Verlagerung von der Kisten- zur Stückkommissionierung statt. Das Resultat sind teure und arbeitsintensive Prozesse, weshalb die Nachfrage nach Optimierungen in Bezug auf Workflow, Lieferung, Lagerbestand und Mitarbeiterschulung rasant ansteigt.

Manuelle vs. automatische Kommissionierung

 Durch die effektive Zusammenarbeit von Mensch und Cobot können die Anforderungen, die der wachsende E-Commerce an die Lagerlogistik stellt, ohne großen Aufwand bewältigt werden.
Durch die effektive Zusammenarbeit von Mensch und Cobot können die Anforderungen, die der wachsende E-Commerce an die Lagerlogistik stellt, ohne großen Aufwand bewältigt werden.Bild: 6 River Systems

Der Großteil der Aufträge im Lager wird heute noch manuell abgewickelt. Einer der zeitintensivsten Prozesse ist dabei die Kommissionierung. Klassische Person-to-Goods-Methoden wie manuell betriebene Kommissionierwagen haben sich aufgrund der hohen Laufleistung, die die Mitarbeiter dabei erbringen müssen, in der Vergangenheit als ineffizient erwiesen. Um Wege zu reduzieren und Pickraten zu erhöhen, greifen viele Logistiker deshalb zu traditionellen Automatisierungslösungen. Bei diesem Ansatz werden die Waren zum Mitarbeiter (Goods-to-Person) gebracht. Sortieranlagen und Fördersysteme beispielsweise dienen dem schnellen Transport von sperrigen und schweren Lasten und Materialien innerhalb eines Bereichs. AS/RS-Systeme (Automated Storage and Retrieval Systems) holen die Waren aus den Regalen und liefern sie an den Arbeitsplatz eines Kommissionierers, wobei die Artikel je nach Größe in zugeordnete Stock Keeping Unit (SKU)-Behälter gelegt werden. Autonome mobile Roboter (AMR) befördern direkt ganze Regale zu einer Kommissionier- und Packstation

All diese Lösungen haben gemeinsam, dass sie menschliche Eingriffe und Laufwege im Lager erheblich reduzieren und damit die Produktivitätsraten erhöhen. Der Nachteil dieser Systeme: Sie benötigen viel Infrastruktur und Lagerfläche, was sie schwer veränderbar und unflexibel macht. Die Implementierung ist teuer, nimmt viel Zeit in Anspruch und wird erst nach einigen Jahren rentabel – weshalb sich ein Retrofit in einem bestehenden Lager kaum rechnet. Demnach eignen sich große Automatisierungssysteme am besten für Lager, die neu geplant und gebaut werden, oder für Betriebe mit sehr großen Budgets, die sich größere Kapitalinvestitionen und eine lange Umsetzungszeit leisten können. Ist eine feste Infrastruktur zudem erst einmal installiert, kann das Lager nur eingeschränkt auf saisonal bedingte Veränderungen des Auftragsvolumens reagieren.

Mit Cobots optimiert picken

Das Fulfillment im E-Commerce-Lager von heute muss also eine hohe Skalierbarkeit und Flexibilität aufweisen sowie eine Ausfallsicherheit garantieren. Diese Nachfrage hat in den vergangenen Jahren das Wachstum modularer und transportabler Lagerlösungen vorangetrieben. Eine Lösung, die die Flexibilität der manuellen Kommissionierung mit der Leistung der traditionellen Automatisierung verbindet, sind Cobots: kollaborative mobile Lagerroboter wie „Chuck“ des amerikanischen Logistik-Anbieters 6 River Systems (6RS). Diese Cobots nutzen maschinelles Lernen und KI, um auf Grundlage der aktuellen Aufträge die Lagerwege in Echtzeit zu optimieren. Indem sie die Mitarbeiter zu den Lagerplätzen führen und durch ihre Aufgaben leiten, reduzieren die Cobots die langen Wege zwischen den Kommissionierbereichen und zwischen den Picks während der Kommissionierung innerhalb der jeweiligen Bereiche. Das erhöht sowohl die Produktivität als auch die Sicherheit der Arbeitsprozesse. Dank der reduzierten Schritte zwischen den einzelnen Aufgaben werden die Mitarbeiter entlastet und können mehr Aufgaben in der gleichen Zeit erledigen. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen birgt die Technologie riesige Potenziale.

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