Familienunternehmen und internationale Expansion? Das funktioniert!

Im osthessischen Petersberg bei Fulda wird groß gedacht. International sogar. Dimos Maschinenbau wagt als Familienunternehmen nach 29 Jahren einen Schritt über die europäischen Landesgrenzen hinaus. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind das Ziel des Flurförderzeugexperten, der sich auch als Systemlieferant im Bereich Air Cargo einen Namen gemacht hat. Eine neue Niederlassung in Dubai - wie passt das zur Philosophie eines Familienunternehmens in der dritten Generation? Vater Alfred Schütz und Sohn Pascal Schütz im Doppelinterview.
 Vater und Sohn: 
Alfred Schütz (l.) und 
Pascal Schütz (r.).
Vater und Sohn: Alfred Schütz (l.) und Pascal Schütz (r.).Bild: Dimos Maschinenbau GmbH

– Familienunternehmen wird gerne unterstellt, dass sie wenig innovativ sind. Sie beweisen das Gegenteil. Was unterscheidet Dimos von anderen Unternehmen mit familiären Strukturen?

Pascal Schütz: Dimos wurde vor 29 Jahren von meinen Eltern und meinem Großvater gegründet. Bis heute ist nahezu die gesamte Familie in das Unternehmen involviert. Auf den ersten Blick sind wir ein Hersteller und Systemlieferant von Lager- und Flurförderzeugen. Das allerdings unter Einsatz modernster Technologien und innovativer Ideen. Innovation ist das Stichwort: Mit unserer Produktpalette sind wir in der Lage, individuelle Lösungen für nahezu alle Einsatzmöglichkeiten und Branchen zu entwickeln. In unserem Portfolio befinden sich sowohl Serienprodukte als auch Fahrzeuge, die wir nach individuellem Kundenwunsch anfertigen.

Alfred Schütz: Ich betone an dieser Stelle gerne, dass wir im Prinzip auch keine einfachen Fahrzeuge bauen, sondern Arbeitsstätten erschaffen. Diese Philosophie lebt die gesamte Dimos-Familie, die in diesem Jahr übrigens stark gewachsen ist.

Pascal Schütz: Genau, unter anderem auch auf internationalem Boden. Wir haben 2022 in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, eine Niederlassung aufgebaut und freuen uns dort über 15 neue Teammitglieder. Und trotz der doch mittlerweile beachtlichen Mitarbeiterzahl von insgesamt 90 Personen – 2020 waren wir noch rund 45 Mitarbeiter – sehen wir uns weiter als große Familie, in der sich jedes Mitglied mit seinen individuellen Stärken einbringt. Ohne die Loyalität, die Kreativität und das Engagement des Teams wäre unsere Arbeit nicht denkbar und wir sind stolz darauf, diese Haltung nun auch in Dubai leben zu dürfen. Durch den gegenseitigen Respekt und die Geradlinigkeit stehen wir da, wo wir jetzt sind. Wir formulieren mit unseren Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern klare gemeinsame Ziele. Und ich denke, um auf Ihre Frage zurückzukommen, genau das macht uns besonders: Wir sind ein Familienunternehmen fernab von verstaubten Denkmustern. Unsere Vision ist die nachhaltige Entwicklung unseres Familienunternehmens unter dem stetigen Motto „Fordern und Fördern“. Dieser Grundsatz steht über allem, was wir angehen.

– Dubai ist ein großer Schritt. Familienunternehmen und eine so große internationale Expansion – wie passt das zusammen? In der Regel sind Familienunternehmen eher regional verwurzelt.

Alfred Schütz: Sie sagen es: Ein großer Schritt, aber auch eine spannende Herausforderung und viele Chancen, auf die wir uns freuen. Meiner Meinung nach passt unsere Expansion wunderbar mit dem Faktor „Familienunternehmen“ zusammen. Wir packen als Familie alle zusammen an, lieben gemeinsame Abenteuer, schreiben unsere ganz eigene Geschichte und haben Innovationslust.

Pascal Schütz: Der Meinung bin ich auch. Die Visionen, die wir teilen, schweißen uns immer weiter zusammen. Dafür brauchen wir nicht den einen Standort in Petersberg – unser Antrieb ist zu wissen, wo wir herkommen, um gemeinsam zu erarbeiten, wo wir hinwollen. Übrigens: Besonders im kulturellen Raum der Vereinigten Emirate kommen wir mit unserem Familienunternehmen gut an. Uns wurde verraten, dass die Menschen dort immer weniger mit den großen Konzernen sympathisieren und bevorzugt auf Unternehmen mit familiären Strukturen setzen.

– Das hört sich so an, als hätten Sie sich vor Ort gut eingelebt. Gab es bereits vorher Berührungspunkte zwischen Dimos und Dubai? Oder wieso haben Sie sich ausgerechnet für diesen Standort entschieden?

Pascal Schütz: Dubai ist uns nicht unbekannt. Unsere Fahrzeuge sind schon seit 1999 am Dubai International Airport im Einsatz. Das heißt, wir bewegen uns bisher im arabischen Raum vor allem im Air Cargo-Bereich. Gestartet sind wir mit dem Pallet Mover. Er kommt beim Transport von Luftfrachteinheiten zum Einsatz. Inzwischen sind einige Fahrzeuge aus unserem Air Cargo-Portfolio dazugekommen – insbesondere der X-Way Mover. Er vereint als ein Fahrzeug fünf Handlingsdisziplinen, die für die Intralogistik am Flughafen relevant sind. Projekte und Aufträge wie diese betreute in der Praxis bislang ein Partner für uns vor Ort. Wir gehen aber nun den nächsten Schritt und wickeln die Geschäfte zukünftig selbst ab. Unsere Experten konzentrieren sich vor Ort auf die Akquise und Abwicklung, die Verwaltung und Organisation steuern wir von Deutschland aus. Wir setzen vor allem bei dem Dubai-Team auf die Mitarbeiter, die uns schon zuvor im Rahmen der Partnerschaft in Dubai unterstützt haben. Auch hier wird wieder unser Familiengeist sichtbar: Wir waren ein Team und wir bleiben ein Team.

Alfred Schütz: Da wir in Dubai auch auf zahlreiche internationale Kunden aus beispielsweise Indien oder China treffen, sehen wir den Standort als Türöffner für den globalen Markt. Ich verbinde Dubai mit dem Aushängeschild für neue Visionen, Erfindergeist und den Technologien von morgen. Und da spielen wir jetzt auch mit.

– Stichwort Visionen: Wie sehen denn die nächsten Schritte in Dubai aus?

Pascal Schütz: Dubai befindet sich als internationale Drehscheibe im stetigen Wachstum. Und hinter Wachstum steht auch immer eine gut durchdachte Logistik – gerade an Umschlagsorten wie Flughäfen. Dafür braucht es Maschinen und Fahrzeuge, die das bewältigen können – hier kommt Dimos ins Spiel. Wir wollen uns also definitiv weiter als Experte für Air Cargo-Fahrzeuge positionieren. Mittelfristig wollen wir uns aber auch als Ansprechpartner im Material Handling-Markt in Dubai etablieren. Aus Gesprächen mit den Kunden erfahren wir, dass sie in ihren Betrieben immer mehr auf autonome Technologien setzen. Da steigen wir mit unseren Flurförder- und Kommissioniersystemen ein und wachsen gemeinsam mit unseren Kunden vor Ort. Unsere Branche, der Staplerbau, ist sehr technologiegetrieben. Wir erhoffen uns, durch neuen Input dazuzulernen und unsere Expertise weiter auszubauen.

Alfred Schütz: Ein enorm wichtiger Punkt! Man muss immer am Ball bleiben und mit neuen Technologien mitziehen. Unter diesem Anspruch haben wir unsere Kompetenzen in Petersberg entwickelt und ausgebaut und sind dort gewachsen: sowohl an Wissen und Erfahrung als auch räumlich. Erst im letzten Jahr haben wir unsere neue Fertigungshalle errichtet. Die Learnings und unser gesamtes Knowhow bringen wir jetzt mit in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort verbinden wir Tradition und Moderne und schreiben unsere Geschichte mit Dubai international weiter.

– Herr Schütz sen. und Herr Schütz, ich bedanke mich für das interessante Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

www.dimos-maschinenbau.de

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