DMS für komplexe Lageranforderungen

Der DMS ist standardmäßig in drei Baureihen erhältlich und besitzt eine Tragkraft von bis zu 30t.
Der DMS ist standardmäßig in drei Baureihen erhältlich und besitzt eine Tragkraft von bis zu 30t.Bild: Dimos Maschinenbau GmbH

Frau Bohl, Herr Schütz, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview nehmen. Können Sie uns einen kurzen Einblick in die Geschichte von Dimos geben?

Michelle Bohl: Dimos Maschinenbau wurde 1993 in der Garage meines Großvaters, Dieter Modrey, zusammen mit meinem Vater Alfred Schütz und meiner Mutter Hanna in Engelhelms bei Fulda gegründet. Am aktuellen Standort in Petersberg bei Fulda wird das klassische Familienunternehmen inzwischen in der dritten Generation geführt. Heute leite ich das Unternehmen gemeinsam mit meinem Bruder Pascal Schütz. Uns ist es besonders wichtig, die Werte und die Qualität, die Dimos seit über 30 Jahren ausmachen, weiterzuführen und auszubauen.

Was macht Dimos in der Branche der Flurförderzeuge besonders?

Pascal Schütz: Dimos hat sich von Anfang an auf die Entwicklung und den Bau von elektrisch betriebenen Flurförderzeugen fokussiert, mit besonderem Schwerpunkt auf Sonderanfertigungen und Kleinserien. Diese Ausrichtung hat uns nicht nur in Deutschland, sondern auch international bekannt gemacht. Unsere Zweigstelle in Dubai beispielsweise betreut vor allem den Bereich der Air-Cargo-Logistik. Die Fähigkeit, individuell auf die spezifischen Anforderungen unserer Kunden einzugehen, ist einer unserer größten Vorteile und eine Besonderheit in der Branche.

Sie erwähnten Sonderanfertigungen. Was sind typische Gründe, warum ein Unternehmen ein maßgeschneidertes Flurförderzeug benötigt?

Bohl: Sonderanfertigungen sind immer dann sinnvoll, wenn die betrieblichen Anforderungen von gängigen Standards abweichen. Das können beengte Platzverhältnisse im Lager sein, besondere Regalhöhen oder außergewöhnliche Maße und Gewichte der zu transportierenden Güter. Für Unternehmen, deren Lagerlogistik durch spezielle Gegebenheiten bestimmt ist, bieten individuell angefertigte Geräte eine passgenaue Lösung, die flexibel und gleichzeitig effizient ist. Wir arbeiten in solchen Fällen eng mit unseren Kunden zusammen, um die Anforderungen genau zu verstehen und die optimalen Lösungen zu entwickeln. Serienprodukte sind hingegen für Betriebe gedacht, die allgemeine Anforderungen an ihre Logistikfahrzeuge haben, ohne dass spezielle Anpassungen nötig sind.

Bei Dimos kombinieren Sie jedoch auch Serien- und Sonderanfertigungen. Können Sie ein Beispiel nennen, wie sich beides erfolgreich verbinden lässt?

Schütz: Genau hier kommt eines unserer Kernprodukte, der DMS, ins Spiel. Der DMS ist das beste Beispiel dafür, wie eine Kombination aus Serienproduktion und Sonderanfertigung aussehen kann. Er ist ein Elektro-Mehrwege-Seitenstapler, der speziell dafür entwickelt wurde, vielfältige Anforderungen in Lagerumgebungen zu erfüllen, die standardisierte Flurförderzeuge häufig nicht abdecken. Sein agiles Design, die hohe Tragkraft von bis zu 30 Tonnen im Standardprogramm und die Möglichkeit, ihn individuell mit zusätzlichen Funktionen auszurüsten, machen ihn extrem flexibel. Der DMS wurde entwickelt, um den vielseitigen Anforderungen moderner Lagerlogistik gerecht zu werden. Er kann selbst in sehr schmalen Gängen in Längsfahrt manövrieren, was ihn besonders für Lager mit wenig Platz prädestiniert. Dafür besitzt er eine elektrische oder alternativ hydraulische Mehrwegelenkung und wahlweise mechanische oder induktive Spurführungen. Das Gerät eignet sich hervorragend für Branchen, in denen lange, schwere und sperrige Güter transportiert und komplexe Handlingaufgaben erfüllt werden müssen.

Der DMS ist also individuell anpassbar. Wie weit geht diese Individualität?

Schütz: Sehr weit! Neben der Grundausstattung in drei Baureihen bieten wir unseren Kunden nach dem Baukastenprinzip eine Vielzahl an Erweiterungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann der DMS mit unterschiedlichen Hubhöhen, -gerüsten und Lastaufnahmen ausgestattet werden. Auch der Fahrzeugrahmen und die Bereifung können anforderungsgerecht gewählt werden. Selbst die lastbegleitende Kabine mit Initialhub besitzt zwar einen hohen Standard, kann aber für jeden Bediener individuell gestaltet werden. Nach Auslieferung passen unsere Servicemonteure den Stapler bei Bedarf noch weiter an – ob es sich um spezifische Sicherheitsfunktionen, veränderte Drehgeschwindigkeiten oder optimierte Lenkprogramme handelt. So wird der DMS – obwohl ein standardisiertes Produkt – zu einem maßgeschneiderten Gerät, das genau den Anforderungen des jeweiligen Kunden entspricht.

Der Trend geht klar zu mehr Flexibilität und Effizienz, kombiniert mit einer hohen Spezialisierung.

Welche Vorteile haben Unternehmen langfristig von solchen Lösungen im Vergleich zu reinen Serienprodukten?

Bohl: Individuelle Lösungen haben in der Regel eine längere Nutzungsdauer. Etwas, worauf wir bei Dimos ohnehin großen Wert legen. Während Seriengeräte oft nach sechs bis acht Jahren erneuert werden müssen, können individualisierte Anfertigungen wie unser DMS problemlos 15 bis 20 Jahre im Einsatz sein. Auch wenn die Anschaffungskosten anfangs höher sind, spart das Unternehmen langfristig durch die längere Nutzungsdauer und die Effizienzsteigerung. Zudem entfallen oft aufwendige Umbauten der Lagerinfrastruktur, die bei der Nutzung von Standardgeräten oft notwendig wären.

Wie sieht es mit dem Einsatz mehrerer Flurförderzeuge in einem wachsenden Lager aus? Empfehlen Sie da auch weiterhin die DMS-Baureihe oder eher Standardgeräte ‚von der Stange‘?

Schütz: Es kommt auf den Anwendungsfall an. Allerdings ist der DMS durch verschiedene aufsetzbare Anbaugeräte, wie Kommissionierplattformen oder verschiedene Lastaufnahmen, für solche Fälle gut geeignet. Dadurch kann ein Fahrzeug für sehr variierende Waren und Warenabmessungen eingesetzt werden. Spätestens aber sobald ein Lager infrastrukturelle Probleme bekommt oder die Anforderungen spezifischer werden – etwa durch schwerere oder sperrigere Güter -, ist ein anpassbares Gerät wie der DMS sinnvoller. Bei Bedarf kombinieren wir dann Serien- und Sonderanfertigungen, um die ideale Lösung für jedes Lager zu finden.

Herr Schütz, abschließend: Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Flurfördertechnik aus?

Schütz: Der Trend geht klar zu mehr Flexibilität und Effizienz, kombiniert mit einer hohen Spezialisierung. Der Fokus wird zunehmend darauf liegen, dass die Geräte intuitiv bedienbar und gleichzeitig multifunktional sind, so wie unser DMS. Darüber hinaus spielen Nachhaltigkeit und Elektrifizierung eine immer größere Rolle. Ich bin überzeugt, dass die Kombination aus innovativer Technik und maßgeschneiderter Fertigung für viele Unternehmen die Zukunft darstellt – genau wie für uns bei Dimos.