Verpackung wird zum Montageträger

Newsletter 10 dhf 37 2026
Bild: Buhl-Paperform GmbH

Montageträger und Versandverpackung erfüllen ähnliche Aufgaben: Sie positionieren und schützen ein Produkt. Werden beide Funktionen frühzeitig zusammengedacht, lassen sich in geeigneten Anwendungen zusätzliche Betriebsmittel und Handlingsschritte vermeiden.

Bestandteil des Produktionsablaufs

Ein Bauteil wird montiert, in einen Werkstückträger gelegt, zur Prüfung wieder entnommen und am Ende ein weiteres Mal aufgenommen, um es zu verpacken. In vielen Produktionen ist dieser Ablauf selbstverständlich. Technisch ist er häufig notwendig, aber längst nicht immer.

Denn Montageträger und Versandverpackung haben eine wesentliche Gemeinsamkeit: Beide halten das Produkt in einer definierten Position. Genau hier setzt die Idee an, die spätere Verpackung bereits in den Produktionsprozess einzubeziehen. Das Produkt wird während oder unmittelbar nach der Montage in das Formteil eingelegt und verbleibt dort möglichst bis zum Versand. Handlingintensive Übergaben zwischen unterschiedlichen Trägern können dadurch entfallen.

Buhl-Paperform hat dieses Konzept bereits bei mehreren Kundenprojekten umgesetzt. Dabei wird der Faserguss nicht erst für den Versand ausgelegt, sondern von Beginn an als Bestandteil des Produktionsablaufs entwickelt.

„Wir schauen uns zunächst an, welchen Weg ein Produkt zwischen Montage und Versand zurücklegt und wie oft es dabei umgesetzt wird“, sagt Christoph Buhl, Geschäftsführer des Fasergussherstellers Buhl-Paperform. „Bei einigen unserer Kunden konnten wir die Verpackung bereits erfolgreich als Montageträger in den Prozess integrieren. Entscheidend ist, dass diese Funktion früh in der Entwicklung berücksichtigt wird.“

Zusätzliche Betriebsmittel einsparen

Das gilt besonders für automatisierte Prozesse. Greifer, Kamerasysteme und Prüfstationen benötigen reproduzierbare Produktpositionen. Eine entsprechend konstruierte Aufnahme kann das Bauteil eindeutig führen und gleichzeitig die für Montage und Prüfung erforderlichen Bereiche zugänglich halten. Ein universeller Ersatz für klassische Werkstückträger ist Faserguss dennoch nicht. Hohe Umlaufzahlen, sehr enge Toleranzen, Waschprozesse, Feuchtigkeit, hohe Temperaturen oder starke mechanische Belastungen sprechen häufig für Kunststoff- oder Metallträger zur Montage. Potenzial besteht vor allem bei Produkten, die nach wenigen Montage- und Prüfschritten direkt verpackt und versendet werden oder bei denen die Versandverpackung ohnehin eine konturgenaue Aufnahme benötigt.

Ob sich die Kombination wirtschaftlich rechnet, entscheidet deshalb nicht der Stückpreis des Trägers. Relevant ist der gesamte Prozess: Anzahl der Übergaben, Umlaufbestände, Lagerung, Rücktransport und gegebenenfalls Reinigung von Mehrwegträgern. Wird die Verpackung bereits bei der Planung von Montage und Materialfluss berücksichtigt, kann sie Aufgaben übernehmen, für die bislang ein zusätzliche Betriebsmittel erforderlich waren.