Auf das gewisse EXtra kommt es an

Sicherheitslösungen in Ex-Schutz-Ausführung wie der Linde Blue Spot und die Red Warning Lines warnen Fußgänger und andere Staplerfahrer frühzeitig vor herannahenden Fahrzeugen.
Sicherheitslösungen in Ex-Schutz-Ausführung wie der Linde Blue Spot und die Red Warning Lines warnen Fußgänger und andere Staplerfahrer frühzeitig vor herannahenden Fahrzeugen.Bild: Linde Material Handling GmbH

Die Wunschliste in Sachen Logistik unterscheidet sich bei Inver im Grundsatz nicht von derjenigen unzähliger anderer Unternehmen: „Wir benötigen zuverlässige, komfortable und leistungsstarke Flurförderzeuge, mit denen man sicher arbeiten kann“, skizziert Jens Bonitz, Plant-Man-ager am Standort Dresden den Bedarf. So weit, so alltäglich. Nur dass der Punkt Sicherheit im Falle des Herstellers von Farben, Lacken und Beschichtungsstoffen wesentlich spezieller ausfällt, wie Bonitz erklärt: „Als klassischer Chemiebetrieb arbeiten wir mit zahlreichen Gefahrenstoffen, die eine explosionsfähige Atmosphäre erzeugen können. Im schlimmsten Fall genügt da schon ein winziger Funke von einer am Boden schleifenden Staplergabel.“ Kurzum: EX-Schutz ist hier Pflicht – und seit man zum US-amerikanischen Sherwin-Williams-Konzern gehört, haben sich die Anforderungen in Sachen Explosionsschutz sogar noch verschärft, teils weit über die hier geltenden gesetzlichen Vorgaben hinaus.

Kein Platz für Risiko

Schon beim Blick in die Regalgänge von Inver wird klar, dass mit den hier untergebrachten Gütern sorgfältig umgegangen werden muss. Von so gut wie allen Behältnissen leuchten einem verschiedenste Gefahrstoffzeichen entgegen. „Hier im Lager befinden wir uns in der Atex-Zone 2, wo also brennbare Gase, Dämpfe und Nebel auftreten können. Nebenan in der Produktion sind unsere Beschäftigten überwiegend in der Atex-Zone 1 unterwegs, wo das entsprechende Gefahrenpotenzial noch etwas höher liegt“, erklärt Jens Bonitz. Schließlich werden dort die angelieferten Rohmaterialien – von Harzen über Pigmente bis hin zu Granulaten – in riesigen Ansatzbehältern maschinell verrührt. Ausgelegt ist das Werk für eine Produktionskapazität von bis zu 200t täglich; zum Einsatz kommen die fertigen Produkte dann rund um den Globus, unter anderem als Tauchlacke für Energieanlagen, als Radsatzbeschichtungen von Zügen oder im Baumaschinensektor. „Wir mischen im wahrsten Sinne des Wortes so gut wie überall mit“, bemerkt der Standortleiter schmunzelnd.

Mission: weg von der Mischflotte

Für den innerbetrieblichen Materialtransport benötigt das Unternehmen verschiedene Typen explosionsgeschützter Flurförderzeuge: Während Gegengewichtsstapler hauptsächlich für die Be- und Entladung der LKW zuständig sind, bedienen Schubmaststapler das Breitgangregal; hinzu kommt ein Hochhubwagen zur Andienung der Rührwerke. „Früher hatten wir hier eine Mischflotte mit Modellen verschiedener Hersteller“, beschreibt Plant-Manager Bonitz. Doch spätestens seit der Eingliederung in den Sherwin-Williams-Konzern und der damit verbundenen Verschärfung der Sicherheitsauflagen stand für die Verantwortlichen fest: ‚Umrüster‘ scheiden als Zulieferer aus. Bonitz erklärt: „Viele Lieferanten von EX-Schutz-Fahrzeugen integrieren die Schutzmaßnahmen im Nachhinein. Als Kunde hat man dann zwei Partner: den OEM und den Umrüster – was auch den Service erheblich verkompliziert. Das war uns zu aufwändig – weshalb wir uns nach Anbietern umgesehen haben, die hier einen anderen Weg gehen“, gibt der Standortleiter zu Protokoll.

Das Alles-aus-einer-Hand-Prinzip

So besonders EX-Schutz-Fahrzeuge in ihren Endausführungen sein mögen – bei Linde MH werden sie bereits mit der Nullserie des Serienfahrzeugs entwickelt. „Diese enge Verbindung von Standardgeräten und explosionsgeschützten Fahrzeugen bringt für unsere Kunden viele Vorteile“, bekräftigt Elke Karnarski, Produktmanagerin EX-Proof-Trucks bei Linde MH. „Zum einen können sie sich darauf verlassen, dass die EX-Schutz-Geräte in puncto Komfort, Bedienung und Leistung exakt das liefern, was man aus der Serie kennt. Die Bediener müssen sich also nicht umstellen, sondern arbeiten in gewohnter Weise. Gleichzeitig sind wir als Hersteller in der Lage, alle Ex-Schutzmaßnahmen komplett im Fahrzeug zu integrieren und anschließend nicht nur die einzelnen Baugruppen, sondern zusätzlich das gesamte Fahrzeug Atex-zertifiziert zu liefern.“ Mit diesen starken Argumenten konnte man auch die Verantwortlichen von Inver überzeugen.

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