Gebrauchtstaplerkauf

Die Anschaffung eines aufbereiteten Gebrauchtfahrzeugs kann sinnvoll sein.

Vor dem Kauf sollte man sich jedoch über Gewährleistungsrechte, Herstellergarantie und die Unterschiede zum Fahrzeugleasing informieren.

 

Gebrauchtstapler erfreuen sich großer Beliebtheit. Die großen Flurförderzeughersteller bekommen pro Jahr tausende Geräte aus Leasing- und Mietverträgen zurück und bereiten diese in ihren Werkstätten für den Weiterverkauf auf. „Immer mehr Kunden setzen auf Gebrauchtstapler als Alternative zum Neugerät“, bestätigt Daniel Sebon, Leiter Gebrauchtgeräte Toyota Material Handling Deutschland. „Der Verkauf von gebrauchten Fahrzeugen ist aus dem Tagesgeschäft nicht mehr wegzudenken.“

 

Umgang mit Mängeln


Stellt ein Endkunde einen Mangel an dem gekauften Gebrauchten fest, gelten im Geschäftsverkehr jedoch nicht die umfangreichen Gewährleistungsrechte, die ein privater Käufer hat. Zwischen Kaufleuten im Sinne des Handelsgesetzbuchs (HGB) kann die Gewährleistung im Kaufvertrag ausgeschlossen werden, was zumeist auch geschieht. Der Gesetzgeber lässt dies zu, da er davon ausgeht, dass Geschäftsleute sich zum einen auskennen und zum anderen selbst an einem zügigen und reibungslosen Warenverkehr interessiert sind. Der Käufer hat deshalb gemäß HGB nur kurz Zeit, die Ware zu prüfen und gegebenenfalls zu beanstanden. Werden bestimmte Eigenschaften des Fahrzeugs jedoch im Kaufvertrag ausdrücklich zugesichert, müssen diese auch vorliegen. Bei einem Stapler, der beispielsweise als „generalüberholt“ verkauft wird, müssen die Verschleißteile tatsächlich erneuert sein, sonst kann der Käufer Nachbesserung verlangen, den Kaufpreis mindern oder vom Kauf zurücktreten.

 

Vertrauen schaffen


Als vertrauensbildende Maßnahme gewähren die großen Hersteller den Käufern oftmals freiwillig eine Garantie, eine Art Haltbarkeitsversprechen. „Entscheidend beim Kauf eines gebrauchten Flurförderzeugs ist, dass der Käufer sich auf den verbrieften Zustand des Fahrzeugs verlassen kann“, sagt Dirk Kahlert, bei Linde Material Handling für das Gebrauchtfahrzeuggeschäft zuständig. „Durch transparente Verträge und das Qualitätssiegel ‚Geprüfte Stapler‘ sorgt Linde für das nötige Vertrauen und schafft rechtliche Sicherheit für beide Vertragsparteien.“ Die Fahrzeugproduzenten unterscheiden in der Regel drei Klassifizierungen, in die sie die Altfahrzeuge je nach Aufarbeitungsgrad einstufen und für die unterschiedlichen Garantiezusagen bezüglich der Laufzeit gelten. „Was einen Garantiefall darstellt, welchen Umfang die Garantieleistungen im Garantiefalle haben und wie lange der Garantiezeitraum ist, ergibt sich allein aus der konkreten Zusage“, erläutert Rechtsanwalt Volker Simmer aus Saarbrücken.

 

Gebrauchte lohnen sich


Für Betriebe mit großem Fuhrpark und entsprechendem Einkaufsvolumen werden aufbereitete Fahrzeuge wohl keine Alternative darstellen; dank der hohen Rabatte sind für sie Neugeräte attraktiver. „Gebrauchtstapler lohnen sich vor allem für Einsätze mit wenigen Betriebsstunden - gerade bei Sondergeräten, die der Kunde selten benötigt, die aber unverzichtbar für sein operatives Geschäft sind“, weiß Toyota-Mann Sebon. Auch als „Stand-by“-Stapler, um Bedarfsspitzen abzudecken, empfiehlt er Gebrauchte. Und dort, wo aufgrund eines anspruchsvollen Einsatzbereiches des Staplers Verschmutzungen oder Beschädigungen unvermeidlich sind, sind sie geradezu ideal. Linde-Experte Kahlert weist darauf hin, dass Second-Life-Geräte auch finanziert oder geleast werden können: „Die Laufzeit des Leasingvertrages richtet sich nach Alter und Zustand des Flurförderzeugs.“ Sinnvoll ist dies zum Beispiel für Jungunternehmer in einer anfänglichen Wachstumsphase, die erst später in ein Neufahrzeug investieren wollen.

www.toyota-forklifts.de
www.linde-mh.de
www.andrae-simmer.de

 

Beitrag aus dhf 1-2.2016

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