(li.) Hans-Georg Hesse, Geschäftsführer (re.) Herbert Frös, Vertriebsleiter von Unicarriers
The best of Three

Die Restrukturierung von Staplerspezialisten Unicarriers aus Meerbusch ist in Deutschland weitgehend abgeschlossen.

Im Interview mit dhf Intralogistik erklären Hans-Georg Hesse, Geschäftsführer, und Herbert Frös, Vertriebsleiter, die zukünftige Markenstrategie von Unicarriers und wie das Unternehmen in den kommenden Jahren weiter wachsen will. 


Herr Hesse, wie weit ist die Restrukturierung von Unicarriers in Deutschland fortgeschritten, und wie zufrieden sind Sie mit der aktuellen Entwicklung des Unternehmens?


Hans-Georg Hesse: Unsere Restrukturierung in Deutschland ist weitgehend abgeschlossen. Um wettbewerbsfähiger zu sein, haben wir das Unternehmen während der Umstrukturierung etwas verschlankt und Prozesse optimiert. Mittlerweile befinden wir uns wieder auf Wachstumskurs und haben besonders im Vertrieb bereits neue Kollegen eingestellt. Insgesamt sind wir im deutschen Markt gut aufgestellt: Hier befindet sich neben Unicarriers Germany auch die Europazentrale und damit der europäische Dreh- und Angelpunkt des Konzerns. Momentan liegt unser Fokus darauf, unsere Bekanntheit zu erhöhen, um die aktuelle positive Entwicklung fortzuschreiben.

 

Inwiefern hat sich die Restrukturierung auf die Unicarriers-Europazentrale in Meerbusch ausgewirkt?


Hans-Georg Hesse: Die Restrukturierung wurde von unserer Europazentrale begleitet, hatte aber keine unmittelbaren Auswirkungen auf diese.

 

Werden Ihre Flurförderzeuge zukünftig ausschließlich unter dem Namen Unicarriers angeboten, und was wird aus den Marken Atlet, Nissan und TCM werden?


Hans-Georg Hesse: Wir verfolgen eine Monomarkenstrategie mit dem weltweit einheitlichen Markennamen Unicarriers. Deutschland und Europa spielen dabei aufgrund der großen Bekanntheit von Atlet eine Sonderrolle. In Deutschland bieten wir unsere Lagertechnikgeräte schon seit April 2014 unter dem Markennamen „Atlet by Unicarriers“ an. Gegengewichtsstapler werden ausschließlich als Unicarriers- Stapler verkauft. Dementsprechend bleibt die Marke Atlet aufgrund ihres großen Renommees mit dem Zusatz „by Unicarriers“ erhalten. Nissan Forklift und TCM werden hingegen komplett in der Marke Unicarriers aufgehen. Dieser Prozess ist in Deutschland bereits abgeschlossen, europaweit möchten wir bis etwa Mitte 2015 so weit sein.

 

Welche Maßnahmen sind bei Unicarriers auf internationaler Ebene im Rahmen der weiteren Unternehmensexpansion geplant?


Hans-Georg Hesse: Wir planen in Deutschland ein organisches Wachstum. Das gilt auch für alle anderen Länder, in denen wir Niederlassungen haben. Dieses Wachstum möchten wir durch eine Stärkung unserer Vertriebskanäle erreichen. Zum einen sind wir dabei, den direkten Vertrieb zu intensivieren. Zum anderen vergrößern wir parallel unser Händlernetz, um auch den indirekten Vertrieb auszudehnen. Dazu sind auch Fusionen und Unternehmenskäufe eine interessante Option. Die Übernahme des Gabelstaplerhändlers Crepa zu Beginn dieses Jahres hat gezeigt, dass dies zu regelrechten Wachstumssprüngen führen kann. Außerdem erhoffen wir uns auf europäischer Ebene weitere Wachstumsimpulse durch den Aufbau eines internationalen Key-Account-Teams.

 

Welche Trends können Sie augenblicklich auf dem deutschen Flurförderzeugmarkt ausmachen, und wohin geht die Reise 2015?


Hans-Georg Hesse: Wir beobachten derzeit einen Trend zu leistungsstärkeren Flurförderzeugen. Das bezieht sich auf alle wichtigen Parameter, wie Tragfähigkeit, Hubhöhe oder Fahrgeschwindigkeit. Damit reagiert der Markt für Flurförderzeuge auf allgemeine Entwicklungen in der Logistik: Weil Logistikimmobilien aufgrund der steigenden Grundstückspreise etwa verstärkt in die Höhe gebaut werden, sind Hubhöhen von 13 Meter in der Lagertechnik heute keine Seltenheit mehr. Ebenso müssen in großen Anlagen lange Wege zurückgelegt werden. Wer hier eine besonders schnelle Stapler-Flotte betreibt, ist eindeutig im Vorteil.


Ein weiterer Trend, der sich auch in 2015 fortsetzen wird, sind natürlich Elektrostapler. Diese sind vor allem aus ökologischen Gründen sehr gefragt. Aufgrund ihres großen Marktpotenzials arbeiten Hersteller zudem daran, ihre Leistungsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern. Darüber hinaus sehen wir einen Trend zur Steigerung des Mietgeschäfts und das sowohl kurz- als auch langfristig. Unternehmen haben so zum Beispiel die Möglichkeit, Produktionsspitzen mit einer flexiblen Flotte wirtschaftlich zu überbrücken.

 

Mit welchen neuen Produkten und Services werden Sie Ihre Kunden im kommenden Jahr begeistern?


Hans-Georg Hesse: Wir haben bereits in diesem Jahr die Weiterentwicklung und Ausweitung unserer Produktpalette stark vorangetrieben. Die Ergebnisse treffen nun bei den Händlern ein und stehen für unsere Kunden bereit. Ein Beispiel sind unsere neuen deichselgeführten Maschinen mit Fahrerstandplattform PDP und PSP. Sie sind mit unterschiedlichen Hubhöhen und Traglasten erhältlich und bieten unseren Kunden damit viel Flexibilität in der Lagerlogistik. Für schwerere logistische Einsätze bieten wir mit dem Tergo UFW einen neuen Vierwegestapler sowie mit dem Tergo URS einen wendigen Schmalgangstapler.

 

Herr Frös, das Management-Team von Unicarriers wurde im September 2014 erweitert, und Sie sind der neue Vertriebsleiter. Welche Aufgaben stehen ganz oben auf Ihrer To-Do-Liste, und welche Ziele haben Sie sich langfristig gesetzt?


Herbert Frös: Meine Aufgaben umfassen deutschlandweit den gesamten direkten und indirekten Vertrieb und sind damit sehr vielfältig. Im Zuge unserer Wachstumsstrategie ist die Vergrößerung des Direktvertriebsteams aktuell ein wichtiges Ziel. So möchten wir in Deutschland flächendeckend eine höhere Marktpräsenz erreichen.


Eine weitere Aufgabe ist die Strukturierung des Händlernetzes. Dazu gehört auch die Akquise neuer Händler im gesamten Vertriebsgebiet. In Deutschland besteht unser Händlernetz aus aktuell 40 Dealern und soll in den nächsten Monaten um 15 bis 20 Prozent wachsen.

 

Die Stapler-Instandsetzung ist aktuell ein wichtiges Thema. Wo werden Instandsetzungsarbeiten bei Unicarriers durchgeführt, und wie viele Fahrzeuge werden pro Jahr „verjüngt“?


Herbert Frös: Instandsetzungsarbeiten werden in unserer Niederlassung in Oberhausen von eigens dafür geschulten Monteuren durchgeführt. Im letzten Jahr haben wir rund 400 Gebrauchtstapler für die Endkunden überarbeitet. Der Handel mit Gebrauchtgeräten stellt einen wichtigen Teil unseres Gesamtgeschäfts dar. Daher ist uns eine hohe Qualität der Second-Life-Stapler sehr wichtig. Diese stellen wir durch ein standardisiertes Überarbeitungsprogramm sicher, das alle Stapler durchlaufen. Dabei werden etwa die Verschleißteile, wie Räder und Dichtungen, geprüft sowie die Hauptkomponenten Motor, Getriebe, Hubzylinder und Steuerungssysteme instandgesetzt oder ausgetauscht.

 

Durch welche Aktivitäten werden Sie versuchen, auf der Weltrangliste der Flurförderzeug-Hersteller weiter nach oben zu kommen??


Hans-Georg Hesse: Global setzen wir auf die gleichen Strategien wie auch in Deutschland und Europa: Zunächst einmal müssen wir den Kunden natürlich innovative und wettbewerbsfähige Produkte anbieten. So können wir von innen heraus wachsen und diesen Prozess durch Zukäufe und Übernahmen ergänzen und stützen.

 

Sagen Sie bitte unseren Lesern abschließend, warum ein modernes Flurförderzeug unbedingt von Unicarriers kommen sollte.


Hans-Georg Hesse: Unicarriers steht für das Beste aus den alten „drei Welten“ der Ursprungsmarken Atlet, Nissan Forklift und TCM. In unserem Markenprofil haben wir das eingängig formuliert als The best of three. Das ist nicht nur eine Floskel, sondern beinhaltet unseren konkreten Anspruch an ein modernes Flurförderzeug: Wir verstehen darunter die Qualität, Zuverlässigkeit und Präzision der japanischen Ursprungsmarken Nissan und TCM. Dies wird ergänzt durch die hervorragende und marktführende Ergonomie der schwedischen Marke Atlet. Unseren Kunden bieten wir so ein hochwertiges Gesamtpaket, das aus insgesamt 65 Jahren Erfahrung am internationalen Markt für Flurförderzeuge hervorgeht.

 

Herr Hesse, Herr Frös, ich bedanke mich für das interessante Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

www.unicarrierseurope.com

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Beitrag aus dhf 12.2014

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