Robuste Supply Chains

Jakob Vestergaard, Managing Director 
Europe TrueCommerce, einem globalen 
Anbieter von Supply-Chain- und Omnichannel-Lösungen.
Jakob Vestergaard, Managing Director Europe TrueCommerce, einem globalen Anbieter von Supply-Chain- und Omnichannel-Lösungen.Bild: TrueCommerce Germany GmbH

Die Hersteller aus verschiedenen Branchen wie Konsumgüter und Elektronik gaben in Rahmen der Studie Auskunft über zentrale Anforderungen im aktuellen Supply-Chain-Management. Transparentere Lieferketten, weniger Verzögerungen und ein optimiertes Auftragsmanagement zählen zu den Hauptanliegen aller Akteure – und erfordern praxisnahe wie effiziente Lösungen. Über mögliche Ansätze und die Ursachen hinter den Herausforderungen informiert unser Überblick.

Herausforderung Nr. 1: Transparentere Lieferketten

Wettbewerbsfähigkeit und effiziente Prozesse setzen Investitionen voraus – auch in der Supply Chain-Branche. Neue Technologien wie Cloud-basierte EDI/ERP-Integrationen können Lieferkettendaten noch transparenter machen und das Kundenerlebnis nachhaltig verbessern. Mit modernen Ansätzen lässt sich beispielsweise feststellen, wo sich Waren befinden, welche Lieferungen verzögert sind und ob Aufträge erfüllt werden können.

Entsprechend groß ist der Transparenzbedarf unter den befragten Unternehmen: Rund zwei Drittel gaben an, in Lösungen für das Lieferkettenmanagement (SCM) und den elektronischen Datenaustausch (EDI) investieren zu wollen (s. Tabelle 1). 91 Prozent der befragten Organisationen planen, zwischen 2024 und 2027 in neue ERP-Lösungen zu investieren.

Warum ist die Integration von EDI mit ERP so wichtig – und damit auch die Automatisierung von Supply Chain-Prozessen? EDI und ERP sind die Front- und Back-End-Kernsysteme für die Datenverarbeitung in der Lieferkette. Eine EDI/ERP-Integration ermöglicht einen automatischen Austausch von Kunden-, Auftrags- und Tracking-Daten zwischen Vertriebskanälen und dem internen System eines Unternehmens. Dies beschleunigt die Auftragsabwicklung, erübrigt die manuelle Dateneingabe und reduziert Rückbuchungen sowie kostspielige Inventarfehler, die Gewinnmargen schmälern – und die Kundenerfahrung signifikant beeinträchtigen können. Eine stärkere Integration entsprechender Systeme fördert demnach nicht nur die Datentransparenz, sondern sichert auch langfristig den Geschäftserfolg.

Herausforderung Nr. 2: Weniger Lieferverzögerungen

Eine robuste Supply Chain ist für Hersteller, Einzelhändler, Distributoren und andere Unternehmen essenziell: Wo Prozesse selbst unter schwierigen Bedingungen bestehen, lassen sich Verzögerungen erst wirksam minimieren – und die eigene Marktposition stärken. Die Umfrage unter den US-Unternehmen ergab, dass Lieferverzögerungen mit zu den größten Herausforderungen der Branche zählen. Einen entscheidenden Anteil daran haben externen Faktoren wie Fachkräfte- und Rohstoffdefizite, aber auch politische Konflikte und meteorologische Phänomene.

Auch der Blick auf die Ziele der Befragten zeigt: Weniger Verzögerungen bilden einen Eckpfeiler vieler Geschäftsstrategien. Dass auch Resilienz und Automatisierung dazugehören, versteht sich nahezu von selbst: Robuste, standardisiert ablaufende Prozesse bilden die Grundlage, um Verzögerungen zu minimieren. Mit den genannten Zielen (s. Tabelle 3) – inklusive der vorhin genannten Datentransparenz – möchten die befragten Unternehmen Geschäftsprozesse verbessern und Kundenanforderungen zuverlässig umsetzen.

Doch wie lassen sich Verzögerungen wirksam verhindern? Technologischen Investitionen kommt auch in dieser Hinsicht eine besondere Bedeutung zu, etwa um Bestell- und andere Lieferkettendaten einfacher verfügbar zu machen. 71 Prozent der befragten Unternehmen planten 2024 mehr für entsprechende Software (s. Herausforderung 1) auszugeben als in den Vorjahren.

Herausforderung Nr. 3: Verbessertes Auftragsmanagement

Das Auftragsmanagement wirkt sich direkt auf Betrieb, Umsatz und Kundenerfahrung aus. Auftragsannahme, Transport, Tracking, Kundenkommunikation und weitere Abläufe bergen Herausforderungen und Chancen, die es zu nutzen, aber auch vorausschauend zu vermeiden gilt. Insbesondere die fehlende Integration technologischer Lösungen, betriebliche Komplexität und Kommunikationslücken stören das Auftragsmanagement, wie 95 Prozent der Umfrageteilnehmer einräumten. Erhöhter Optimierungsbedarf besteht bei Bestandsabweichungen, Rücksendungen und dem Umgang mit schwankender Nachfrage (s. Tabelle 4):

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