
Seit 2021 ist sie im Einsatz: Die Mehrweg-Transportbox, die GS1 Germany zusammen mit Georg und Partnern aus Industrie und Handel entwickelt hat. 120.000 Boxen werden aktuell im Konsumgüter Segment in einem geschlossenen Pool genutzt, um Artikel von den Produzenten zu den Zentrallägern der Handelspartner zu transportieren. Von dort werden sie über den Pooling-Dienstleister IPP, wieder zum erneuten Befüllen an die Lieferanten geliefert. Diese Kreislaufwirtschaft ersetzt das Einbahnstraßen-System von Einwegverpackungen, die nach einmaliger Benutzung entsorgt werden. Und sie macht das ständige Ein- und Umpacken der Artikel entlang der gesamten Lieferkette in vielen Fällen überflüssig. Zudem wird so die zunehmende Automatisierung der Handelsläger unterstützt. Durch den Einsatz der standardisierten GS1 Smart-Box lassen sich die Logistikprozesse so optimieren, dass in dieser Kette bis zu 20 Prozent der Logistikkosten eingespart werden. Dies hat der Praxiseinsatz in den vergangenen drei Jahren noch einmal bestätigt.
Deutliche Vorteile gegenüber Einwegkartonagen
Aber wie sieht es mit der klimabilanziellen Bewertung aus? Verursacht die Nutzung der GS1 Smart-Box weniger CO2-Emissionen als Einweg-Transportverpackungen? Immerhin müssen die leeren Boxen nach Verwendung zum Pooling-Dienstleister transportiert werden. Dort werden sie gereinigt, geprüft und wieder zum Produzenten gebracht. Die Experten des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg (ifeu) haben alle äquivalenten CO2-Emissionen, die während des gesamten Lebenszyklus der GS1 Smart-Box – von der Rohstoffgewinnung über die Nutzungsphase bis zum Recyclingprozess – verursacht werden, ermittelt und mit denen einer Einweglösung verglichen. Das ifeu-Institut kommt zu dem Ergebnis, dass die GS1 Smart-Box im Durchschnittsszenario bis zu 35 Prozent weniger CO2 emittiert als ein Einwegkarton. „Die Mehrweg-Transportbox zeigt in der Klimabilanz aufgrund der Standardisierung, den Möglichkeiten des Poolings und den besseren Auslastungspotenzialen deutliche Vorteile gegenüber Einwegkartonagen bei kurzen und mittleren Distributionsdistanzen bis 1.400km“, so die ifeu-Experten wörtlich.
Die Mehrweg-Transportbox zeigt in der Klimabilanz aufgrund der Standardisierung, des Poolings und besserer Auslastungspotenziale klare Vorteile gegenüber Einwegkartonagen.
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Mithilfe der GS1 Smart-Box können Liefernetzwerke in der FMCG-Branche nicht nur effizienter, sondern im Hinblick auf die Belastung des Klimas, auch messbar nachhaltiger gestaltet werden. Je mehr Unternehmen sich an dem Pool beteiligen umso mehr Langstrecken fallen weg und Transportwege verkürzen sich, bedeutet umso mehr CO2-Emissionen können eingespart werden.
Ein weiterer Nachhaltigkeitsaspekt ergibt sich nach Einschätzung der ifeu-Experten auch daraus, dass durch die Verwendung von Mehrwegbehältern entlang der Lieferkette vom Lieferanten bis zum Handel bis zu 60 Prozent weniger Kartonagen und damit deutlich weniger natürliche Ressourcen verbraucht werden.
Von ALICE ausgezeichnet und mit ‚Blauem Engel‘ gekürt
Das enorme Zukunftspotenzial, das die GS1 Smart-Box für Logistikprozesse bietet, wurde bereits 2021 auch von der europäischen Technologie- und Forschungsplattform für Logistik und Lieferkettenmanagement ALICE (Alliance for Logistics Innovation through Collaboration in Europe) anerkannt. Sie zeichnete die Mehrweglösung mit dem „Logistics Innovation Gold Award“ in der Kategorie „Umsetzbare Lösungen“ aus. In der Begründung der Jury heißt es: „Die GS1 Smart-Box ist eine innovative und wiederverwendbare Standard-Transportbox zur Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit in logistischen Prozessen. Durch die Berücksichtigung der EUL-Ladehöhen von 1,20m und 2,40m wird eine optimale Transport- und Lagernutzung für weniger Transporte, geringere Kosten und nicht zuletzt weniger CO2-Emissionen ermöglicht.“
Auch die Jury, des Umweltzeichens „Blauer Engel“ hat die vielen Möglichkeiten der GS1 Smart-Box erkannt und die bisherigen Einsparungsmaßnahmen mit ihrer Auszeichnung gekrönt. Die GS1 Smart-Box gehört ab nun zu dem Kreis der umweltschonenden Produkte, bei denen wesentliche Umweltbelastungen verringert oder sogar vermieden werden. Vorausschauend hierfür setzt Utz mit umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen immer wieder neue Maßstäbe und Industriestandards. Das Ziel ist es, bis 2030 100 Prozent erneuerbare Energien zu verwenden sowie den eigenen CO2-Fußabdruck bis 2035 um über 50 Prozent zu senken.

Offener Pool für unternehmens- und länderübergreifenden Austausch
Aktuell kommt die GS1 Smart-Box vornehmlich im Drogeriemarkt-Segment zum Einsatz. Die zurzeit genutzte Transportbox mit einer Größe von 600 x 400 x 211mm bildet den Grundstock für die spätere Behälterfamilie. Ergänzend hierzu wird zurzeit eine neue Box mit der Höhe von 285mm getestet. Ziel ist es, die Boxen innerhalb der gesamten FMCG-Branche in einem offenen Pool anzubieten, um den unternehmens- und länderübergreifenden Austausch voranzutreiben und damit für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette zwischen Produzenten und Handelslägern zu sorgen. Die Grundlagen für ein offenes Poolmanagement sowie ein umfassendes Regelwerk werden in den kommenden Monaten erarbeitet. Aktuell beteiligen sich auf Industrieseite die Unternehmen Colgate-Palmolive, Kao, Pattberg sowie Procter & Gamble und auf der Handelsseite Budni, dm-Drogeriemarkt, Edeka, Müller und Rossmann.
















