Null Ausfallzeit

Die jederzeitige Anlagenverfügbarkeit ist das A und O in der Intralogistik. Mit vorausschauender Wartung ist sogar Zero Downtime möglich, wenn die Serviceverträge entsprechend gestaltet sind.
Bild: ©leowolfert/stock.adobe.com

Zero Downtime, der Traum aller Intralogistiker: Kein stillstehendes Förderband und kein zickendes Regalbediengerät mehr, denn mittels Predictive Services wird schon vor einem Defekt oder Ausfall die Gefahr erkannt und gebannt.

Möglich wird das durch das permanente Sammeln und Auswerten operativer Daten, etwa der Wartungsdaten, sowie durch Vibrations-, Akustik-, Bild- und Thermoanalysen mittels Sensoren und Software. „Der Einsatz dieser Methoden kann einen erheblichen Einfluss auf die Systemleistung und den Wartungsaufwand haben“, sagt Elie Zita, SVP Business Unit Customer Services beim Intralogistikspezialisten SSI Schäfer. „Das Ziel ist der optimale Servicezeitpunkt: nicht zu früh und nicht zu spät.“

Verfügbarkeitserklärungen werden Standard

Entsprechend sind Betreiber zunehmend bereit, garantierte Anlagenverfügbarkeiten in ihren Serviceverträgen zu vereinbaren. „Laut der neuesten Benchmarks Kundendienst-Erhebung des VDMA geben die ganz überwiegende Zahl der Maschinenhersteller in der Verpackungsbranche und der Intralogistik, nämlich mehr als 60 Prozent, Verfügbarkeitserklärungen ab, entweder grundsätzlich oder auf Kundenanfrage“, erläutert Peter Thomin vom VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik.

Alles kann vertraglich vereinbart werden, von der Instandhaltung mit nutzungsabhängigen Wartungsintervallen, der vorausschauenden Wartung der Schlüsselkomponenten oder gar einer permanenten Anlagenüberwachung durch ein Team vor Ort. Üblicherweise arbeitet man mit Service Level Agreements (SLA), die die Qualität der Leistung festgelegen. Sie sollten immer einhergehen mit genauen Leistungsbeschreibungen. „Im Interesse beider Vertragsparteien sollte zu jedem KPI eine feste Leistungskennzahl verbindlich definiert werden“, rät Customer-Service-Experte Zita. SLA sind dann optimal, wenn sie auch die Mitwirkungspflichten des Auftraggebers normieren, etwa dass er die Verarbeitung der Daten möglich macht.

Haftung des Herstellers

Eine Garantiezusage ist juristisch gesehen immer ein Risiko, denn wird die zugesicherte Eigenschaft – hier: die Anlagenverfügbarkeit – nicht eingehalten, kann dies nach den Grundsätzen der Produzentenhaftung zur Schadensersatzpflicht führen. Zum Schaden an der Maschine selbst, die trotz vorausschauender Wartung ausfällt, kommt der finanzielle Schaden, wenn der Materialfluss stockt, eine Produktion stillsteht, ein Versandlager nicht ausliefern kann. Gerade in der Intralogistik kann das schnell sehr kostspielig werden.

Die Hersteller trauen sich trotzdem. „Unerwartete Ausfälle kommen vor, aber wir nutzen sie, um daraus Lehren zu ziehen und in die Wartungsstrategie für die Anlage zu implementieren“, erläutert Experte Zita. Je mehr Erfahrungswerte, desto genauer seien die Ergebnisse der Vorhersage. „Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse aus unterschiedlichen Anlagen können wir auch für neue Anlagen mit wenigen Erfahrungswerten Vorhersagen treffen und die Anlagenverfügbarkeit garantieren.“

Gefahr: Sabotage und Manipulation

Aufgrund des großen Datenstroms bietet Predictive Maintenance aber auch Angriffsflächen für Attacken aus dem Cyberspace. Der Hersteller einer Anlage muss dafür sorgen, dass die dort integrierte Software nicht wegen Sicherheitslücken zum Einfallstor für Industriespionage oder -sabotage wird. Hersteller und Nutzer sind beide gleichermaßen aufgerufen, eine Manipulation an den Daten, etwa durch Mitarbeitende, auszuschließen.

Anja Falkenstein ist als Rechtsanwältin in Karlsruhe tätig und schreibt zu Themen an der Schnittstelle Logistik/Recht.

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Was heißt: 
„In Anlehnung an die Norm“?

Was heißt: „In Anlehnung an die Norm“?

Dürfen Produkte, die das GS-Prüfzeichen und gleichzeitig den Zusatz „in Anlehnung an die Norm“ tragen, verwendet werden, als seien sie nachweislich sichere Produkte beziehungsweise Arbeitsmittel? Die Antwort lautet: Ja! Doch der Hinweis „in Anlehnung“ sorgt für Unbehagen. Es ist Zeit, über die Hintergründe zu informieren, die heutige Norm zu interpretieren und sie bei nächster Gelegenheit anzupassen. Es geht um die EN 12195-2.

Bild: VETTER Industrie GmbH
Bild: VETTER Industrie GmbH
Gabelzinken-Hersteller 
mit Tradition

Gabelzinken-Hersteller mit Tradition

Vetter ist heute einer der führenden Hersteller von Gabelzinken in Europa. An Produktionsstandorten in Deutschland und den USA wird das wohl umfangreichste Gabelzinken-Produktprogramm für die Flurförderzeugindustrie gefertigt. Mit Einführung der SmartFork – der intelligenten Gabelzinke mit integrierter Kamera- und Sensortechnik – ist Vetter Schrittmacher für mehr Sicherheit beim Staplereinsatz und einer erfolgreichen Logistik 4.0.

Bild: Körber AG
Bild: Körber AG
Warehouse der Zukunft

Warehouse der Zukunft

Körber unterstützt mit seinem Geschäftsfeld Supply Chain den Sportfachhändler Intersport beim Neubau und der Erweiterung des Zentrallagers in Heilbronn. Von der Planungsphase bis zur Finalisierung zeichnet Körber sich verantwortlich für die praktische Umsetzung eines vollautomatisierten Lagers, das nicht nur technologisch State of the Art ist, sondern auch den wachsenden Bedarf an intelligenter Lagerkapazität in den kommenden Jahren abdecken kann.

Bild: Schulte-Henke GmbH
Bild: Schulte-Henke GmbH
Sicherer Transport von 
Elektro- und Konsumgütern

Sicherer Transport von Elektro- und Konsumgütern

Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen haben eine Gemeinsamkeit. Sie alle werden mit Hilfe von Karton- und Geräteklammern mittels Gabelstapler schnell und sicher transportiert. Da Stabau seine Kunden in schnellwachsenden Branchen wie der Konsumgüter- und Elektronikindustrie bestmöglich unterstützen möchte, bietet das Unternehmen zahlreiche Varianten des Anbaugeräts und individuelle Sonderlösungen an.

Anzeige

Anzeige

Anzeige