KI optimiert Lagerprozesse umfassend

Durch den Einsatz von KI-gestützten Systemen lassen sich Lagerabläufe 
dynamisch und effizient planen.
Durch den Einsatz von KI-gestützten Systemen lassen sich Lagerabläufe dynamisch und effizient planen.Bild: ©iridescentstreet/stock.adobe.com

In der dynamischen Welt der Logistik ist Geschwindigkeit seit jeher ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Gleichzeitig muss die Qualität der Prozesse sichergestellt werden, um zeitraubende sowie teure Fehler zu vermeiden. Daher finden in der Logistik immer neue Technologietrends Anwendung, die eine höhere Effizienz und Leistungsfähigkeit ermöglichen sollen. Seit einigen Jahren steht dabei die rasante Entwicklung von künstlicher Intelligenz im Blickpunkt. Die potenziellen Einsatzgebiete von KI in der Logistik sind vielfältig. So können KI-basierte Algorithmen durch eine Analyse von Nachfragehistorie und Markttrends dabei helfen, optimale Lagerbestände zu gewährleisten. Außerdem lassen sich Prozessabläufe durch den Einsatz von KI-gestützten Systemen dynamisch und effizient planen. All diese Optionen haben zwei Gemeinsamkeiten: Sie basieren auf der Analyse riesiger Datenmengen und sind – zum überwiegenden Teil – noch Zukunftsmusik. Bislang kommen in der Logistik nur vereinzelt kleinere KI-Funktionalitäten wie Chatbots zum Einsatz. Eine Ausnahme ist im Bereich Warehouse Management zu finden. Hier ermöglicht eine neue Lösung schon jetzt eine direkte und maßgebliche Optimierung von Intralogistikprozessen.

Künstliche Intelligenz direkt ins WMS integriert

Wie KI die Zukunft des Warehouse Managements prägt, zeigt die innovative Plattform PSIwms AI von WMS-Spezialist PSI. Die Technologie wurde entwickelt, um Prozesse im Lager in Echtzeit zu optimieren. Als Konzept auf der Logimat 2024 vorgestellt, hat PSI die Plattform inzwischen zur Produktreife weiterentwickelt. Die intelligente, direkt in das Warehouse Management System PSIwms integrierte Lösung, analysiert fortlaufend alle Lagerprozesse und schlägt Optimierungen vor. So können beispielsweise Lagerbewegungen oder Kommissionierprozesse effizienter gestaltet werden, wovon alle nachfolgenden Abläufe profitieren. Der innovative Ansatz des Lösungskonzepts basiert auf Algorithmen der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Lernen erfolgt unter anderem durch einen digitalen Zwilling, einem speziell entwickelten Simulator bzw. einer digitalen Nachbildung des realen Lagers. Dadurch können tausende verschiedene Szenarien des Lagerbetriebs flexibel, schnell und kostengünstig getestet werden. Dieses virtuelle Testlager ist mit dem WMS verbunden und bildet das tatsächliche Lager ab, indem es alle relevanten Prozesse und Eigenschaften widerspiegelt. Auf diese Weise kann nicht-invasiv getestet werden, wie sich die Ausprägung der wichtigsten KPIs bei Anpassungen im Lager verändert. So ist es beispielsweise möglich, Änderungen in der Lagertopologie zu simulieren oder zu prüfen, wie sich eine zusätzliche Lagerautomatisierung auf die Effizienz auswirkt oder ob das Lagerpersonal in der Lage ist, eine bevorstehende Verkaufsspitze zu bewältigen. Beispielsweise können auch Konfigurationen für die Zuordnung von Lagerplätzen zu ABC-Rotationsklassen analysiert werden.

Die Simulation im digitalen Zwilling ermöglicht es, Trainingsdaten zu generieren, die anschließend zur Schulung von Machine-Learning-Modellen genutzt werden. Die so trainierten Modelle werden in der PSIwms AI-Lösung gespeichert und verwaltet. Dieser Ansatz gewährleistet langfristig die hohe Qualität der Lösung, selbst bei dynamischen Veränderungen in der realen Lagerumgebung, und trägt zur kontinuierlichen Optimierung bei. PSI füllt mit dieser bislang einzigartigen Innovation eine Marktlücke – denn andere KI-Softwares müssen manuell im logistischen Prozess hinterlegt werden und bringen entsprechend einen hohen Aufwand sowie Fehleranfälligkeiten bei der Integration mit sich. Außerdem gibt es bislang keine andere KI-Lösung, die eine derart umfangreiche Lageroptimierung ermöglicht.

Praxisbeispiel Modekonzern: Effizienzsteigerung um 23 Prozent

In einem Pilotprojekt mit dem polnischen Modekonzern LPP hat PSIwms AI bereits beeindruckende Ergebnisse geliefert. Um mit dem vorhandenen Personal und ohne eine zusätzliche Automatisierung die ständig wachsende Nachfrage der Kunden zu befriedigen, Qualität hoch und Lieferzeiten kurz zu halten, suchte das international agierende Unternehmen nach einer Prozessoptimierung mit Fokus auf IT- und Logistiklösungen. Damit wendete sich LPP an seinen langjährigen WMS-Partner PSI. PSI gelang es mithilfe von PSIwms AI die Verteilung der Artikel im Lager sowie die Anordnung der Pick-Listen so zu optimieren, dass die Kommissionierwege um über 30 Prozent reduziert und die Effizienz des Pick-Prozesses um 23 Prozent gesteigert. Inzwischen setzt LPP PSIwms AI an mehreren Standorten ein und plant mit PSI den weiteren Ausbau des PSIwms.

Dank smarter Visualisierung alles im Blick

Im Zuge dieses Projekts konnte PSI seine KI-Lösung entscheidend optimieren und letztlich zur Produktreife weiterentwickeln. Neben vielen weiteren Verbesserungen wurde insbesondere eine neue Visualisierungsfunktion für die Simulation der Kommissionierwege entwickelt. Auf der Logimat 2025 veranschaulicht PSI anhand dieser die Vorteile der KI-Plattform in einem Showcase. Dabei werden an einem Terminal individuelle Kommissionierlisten anhand echter Daten generiert und entsprechende Laufwege visualisiert; Interessenten bekommen unmittelbar eine Gegenüberstellung von konventionellen, d.h. auf Basis von herkömmlichen Optimierungslogiken erstellten Routen, und mit PSIwms AI simulierten Routen für die Kommissionierung ausgespielt – bezogen auf ihr eigenes Lager. Insgesamt ist die grafische Darstellung eine zentrale Funktion der Plattform, um interpretierbare, verständliche und zuverlässige Vorschläge zu generieren. So werden die KI-Modelle und Lagerprozesse detailliert visualisiert, unter anderem mittels einer 3D-Ansicht und Heatmaps.

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