Intelligente Regale bestellen automatisch
Bild: Würth Industrie Service GmbH & Co. KG

Zeit und Kosten sparen erweist sich in Zeiten immer schneller wandelnder Märkte als aktueller denn je. Würth Industrie Service unterstützt ihre Kunden bei diesen Herausforderungen durch die Automatisierung und Digitalisierung von Logistikprozessen im C-Teile-Management. Automatisierte Nachbestellungen, frühzeitige Identifikation von Bedarfsschwankungen, verkürzte Reaktionszeiten: kurzum eine Maximierung der Versorgungssicherheit mit Produktionsmaterial. Durch den Einsatz der RFID-Technologie profitiert nun auch Agco | Fendt am Produktionsstandort für Ladewagenbau in Waldstetten.

Verlässliche Versorgung mit Produktionsmitteln

Mit Fendt Traktoren, Ladewägen und Erntemaschinen erreichen Landwirte und Unternehmer ihre Ziele schneller und mit mehr Ertrag. In der über 80-jährigen Geschichte hat Fendt wegweisende technologische Entwicklungen auf den Markt gebracht und in der Landtechnik wichtige Meilensteine gesetzt. Diese Geschichte wird fortgeschrieben, denn seit jeher steht Fendt für Fortschritt aus Tradition. Um die Qualität der Fahrzeuge sicherzustellen, ist Fendt auf Partner angewiesen, die flexibel sowie innovativ agieren und sich durch kontinuierliche Zuverlässigkeit und Qualität auszeichnen.

Sowohl bei Produktions- und Bedarfsspitzen in der Fertigung als auch in den aktuellen Zeiten der Corona-Krise erweist sich eine verlässliche Versorgung von Produktionsmitteln als wichtiger denn je. Verbindungsmittel wie Schrauben und Muttern gehören nicht gerade zu jenen Komponenten, auf denen in der Fertigung das Hauptaugenmerk liegt. Es sind kleine Teile mit einem geringen Stückwert. Und dennoch: Fehlt ein sensibles Kleinteil in der laufenden Produktion, kann dies gerade in der jetzigen Zeit zurückwerfen, unnötige Ausfälle verursachen und damit kostenintensiv nachwirken. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, einen Prozess zu etablieren, der die Ware genau dort zur Verfügung stellt, wo und wann sie benötigt wird – ohne manuelle Tätigkeiten, ohne Umwege und ohne zusätzlichen Zeit- und Beschaffungsaufwand.

RFID-gestützten Kanban-System

Aus diesem Grund hat sich Fendt am Produktionsstandort in Waldstetten bereits im Jahr 2003 für eine Zusammenarbeit mit Würth Industrie Service als kompetenten Partner im Bereich C-Teile-Management entschieden. Dabei wurde bis zur Jahresmitte 2020 ein klassisches Zwei-Behälter-Kanbansystem für die rund 1450 aktiven Behälter mit über 450 verschiedenen Artikeln aus dem Bereich Verbindungs- und Befestigungselemente an vier Lagerorten in Kombination mit einem standardisierten Barcode-Scanner eingesetzt. Ein großes Artikelspektrum, eine Vielzahl von Lagerorten sowie unvorhersehbare Bedarfsschwankungen, stellten unterschiedliche Bereiche wie Einkauf, Disposition, Materialwirtschaft und Logistik vor bedeutende Herausforderungen. Da vernetzte und aufeinander abgestimmte Logistikabläufe den Ausgangspunkt für Industrie 4.0 im modernen C-Teile-Management bilden, Fertigungslinien immer flexibler werden und die Digitalisierung immer selbstverständlicher, sah die Würth Industrie Service den Einsatz der RFID-Technologie als wichtige und zukunftsweisende Lösung für den Standort, um Fortschritt und Tradition zu vereinen! In diesem Zuge fiel die Entscheidung zur Implementierung eines RFID-gestützten Kanban-Systems in Verbindung mit dem intelligenten Regalboden iShelf.

Automatisierte Übertragung der Bestellungen

RFID steht für Radio Frequency Identification und ermöglicht eine funkgesteuerte Datenerkennung und automatisierte Übertragung der Bestellungen von der Fendt-Produktion zum Zentrallager der Würth Industrie Service. In Summe verfügt Fendt über vier Lagerorte, die mit den intelligenten RFID-Regalböden iShelf ausgestattet sind. Das Herzstück der Technologie sind die am Kanban-Behälter integrierten Transponder, die Informationen wie Behältertyp, Artikelnummer, Bezeichnung, Füllmenge und Charge speichern und im Bedarfsfall automatisiert nachbestellen. Die installierten Regalböden iShelf erkennen über eine eingebaute Sender-Empfänger-Einheit im Regalboden direkt, wenn ein Leerbehälter abgestellt wird. Das Regal liest den RFID-Chip aus und übermittelt die Information über Artikel und Menge unmittelbar an das Warenwirtschaftssystem (SAP) sowie an das eigens entwickelte Kanban-Management-System (KMS). Die Vorteile des iShelf liegen auf der Hand: Durch die vollständige Automatisierung des Bestellprozesses werden potenzielle Fehlerquellen gezielt unterbunden. Die benötigte Ware wird im Logistikzentrum der Würth Industrie Service kommissioniert und im Anschluss versendet. Direkt vor Ort werden die Behälter von einem Systembetreuer der Würth Industrie Service an den Lagerräumen in die Regale verräumt.

Lagerbestände und Beschaffungsaufwand verringert

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Zum einen erhöht sich die Versorgungssicherheit und -geschwindigkeit wesentlich, sodass die benötigte Ware bis zu sieben Tage schneller vor Ort verfügbar ist. Zum anderen sinkt neben der Fehlerquote sowie der Anzahl von Fehllieferungen auch das Risiko von Lieferengpässen und Produktionsstillständen. Im Zuge zunehmender Digitalisierungs- sowie Automatisierungsprozesse kann Agco | Fendt außerdem die Lagerbestände und den Beschaffungsaufwand verringern. Denn weniger Behälter im Umlauf zu haben, bedeutet, dass zusätzliche Lagerkapazitäten innerhalb der Produktion geschaffen werden können. Das schlägt sich auch in barer Münze nieder! Die Bestände für die rund 450 Artikel mit denen der RFID-basierten Lösung, konnten signifikant verringert werden. Gleichzeitig ist die Reaktionszeit deutlich geringer und die Belieferung schneller und stabiler. Zahlen, die ansatzweise verdeutlichen, welche Potenziale in solchen automatisierten Lösungen liegen. Andreas Schmid, Standortleiter Agco | Fendt Waldstetten, bezeichnete die Implementierung des RFID-Kanban als bedeutenden Schritt nach vorn, der durch den geringeren Koordinationsaufwand und die effizientere Gestaltung von Prozessen neue Möglichkeiten eröffnen wird.

Umstellung in kürzester Zeit

Zur Umstellung der vier Lagerorte war ein Implementierungsteam der Würth Industrie Service mit in Summe sechs Kolleginnen und Kollegen über drei Tage in Waldstetten direkt vor Ort. Persönliche Betreuung hat bei Würth Industrie Service einen hohen Stellenwert. Auch im Prozessablauf ist die Betreuung vor Ort durch jeweils einen individuellen Ansprechpartner im Innendienst, Außendienst und Key Account Management permanent sichergestellt.

RFID-Lösungen bilden die Basis für zahlreiche darauf aufbauende Lösungen: von einem komplett intelligenten Regal einer batteriebetriebenen Einheit, die auch für die hauseigene Bestandsverwaltung eingesetzt werden kann, bis hin zur ganzheitlichen Lieferantenintegration und Aufnahme von weiteren Produktgruppen wie A-/B-Teile. Weiterhin kann neben der Automatisierung im Bereich der direkten Materialien eine Ausweitung um digitale Systeme im Bereich MRO und der indirekten Materialien durch z.B. Ausgabeautomaten erfolgen.

Würth Industrie Service GmbH & Co. KG

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