
Am 6. September 1964 wurde mit 15 Mitarbeitern auf 2.750m² das Rehau-Werk in Brake gegründet. Zuerst mit der Herstellung von Rohrsystemen, spezialisierte sich Rehau Automotive auf Spritzguss, Lackierung und Konfektion von polymeren Systemen für Karosserie-Anbauteile von Pkw namhafter Hersteller der Automobilindustrie. Matthias Blum, Supervisor Production Logistics, erläutert: „Täglich sind es rund 180 Lkw, die im Wareneingang eintreffen und im Versand unsere Stoßfängersysteme und Außenanbauteile ausliefern. Dafür werden pro Tag nur für den innerbetrieblichen Transport bis zu 6.000 Fahraufträge ausgelöst, die mit 91 Flurförderzeugen der Elektrostaplerflotte von Still abgearbeitet werden.“
Durch das stetige Wachstum ist das Rehau-Werk heute Arbeitgeber für mehr als 1.000 Mitarbeiter auf 80.000m² Hallen und 234.000m² Freifläche.
Rehau Automotive ist ein deutsches Unternehmen mit Stammhaus im oberfränkischen Rehau und eines von fünf Unternehmen der Rehau Group. 2023 erwirtschaftete die gesamte Unternehmensgruppe mit etwa 20.000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 4,5Mrd. Euro an über 190 Standorten weltweit.

Höchste Sicherheitsstandards für das Transportwesen
Im Lauf der Jahre wurden durch das große Produktsortiment auch die Arbeitsabläufe in der Produktionslogistik immer komplexer. Damit verbunden gefährdeten fehlerhafte Prozesse bei der Produktionsversorgung die Sicherheit im Werksverkehr. Matthias Blum dazu: „Für höchste Sicherheitsstandards haben wir schließlich mit der großen Erfahrung und Lösungskompetenz des Intralogistikexperten Still gemeinsam unser Transportwesen neu organisiert.“ Michael Dänekas, Regionaler Servicemanager Safety & Energy Solutions von Still, fügt an: „Um das Unfall- und Verletzungsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren, unterstützen unsere Safety-Assist-Funktionen die Staplerfahrer durch ausgeklügelte Warnsysteme und automatisierte Eingreifprozesse. Unsere Fahrerassistenzsysteme sind smarte Helfer für den Alltag im Lager und innerbetrieblichen Transport. Durch automatisierte Prozesse, ergonomisches und ermüdungsfreies Arbeiten erhöhen sie die Sicherheit wesentlich.“
Heute senkt das optimierte Sicherheitssystem für das Transportwesen das Unfallrisiko im Werksverkehr nahezu auf null. Dank der funkbasierten Zonenerkennungs-Funktionen gibt es an Hallentoren so gut wie keine Anfahrschäden. Auch die damit begrenzten Geschwindigkeiten der Fahrzeuge senken das Unfallrisiko erheblich. An gefährlichen Kreuzungen schützen schlagartig auf den Boden projizierte Stopp-Schilder aktiv die Passanten vor einem sich nähernden Fahrzeug. Das MOVEsystem von IEF-Werner transportiert Bauteile und Produkte zuverlässig, modular und kosteneffizient – ob auf Werkstückträgern, direkt auf Riemen oder in Paletten. Anwender profitieren von maximaler Flexibilität. ‣ weiterlesen
MOVEsystem bewegt mehr:
Ferner warnen modernste KI-Kamerasysteme zur Personenerkennung aktiv den Fahrer bei Gefahr sowohl visuell als auch akustisch mehrstufig und verlangsamen das Fahrzeug bis hin zum Stopp.

Smartes Fahrerassistenzsystem: Funkbasierte Zonenerkennung schützt Hallentore
Im Werk Brake wurden die Hallentore per Bewegungsmelder gesteuert. Matthias Blum: „Durch das erhöhte Verkehrsaufkommen kamen ab und zu Fahrzeuge inmitten des Torbereichs zum Stehen. So kam es auch zu Unfällen und Anfahrschäden an den Hallentoren. Die wesentlichste Anforderung für das neue Sicherheitssystem mit der funkbasierten Zonenerkennung war also, durch eine Geschwindigkeitsreduzierung das Unfallrisiko an der Gebäudeinfrastruktur auf ein Minimum zu reduzieren und den Fußgängerverkehr zu schützen.“
Gemeinsam mit Still wurden dazu die Zonenbereiche der Tore, Fahrgeschwindigkeiten und Hubmasthöhen der Stapler analysiert und die erhobenen Daten im Safety-Assist parametrisiert. Des Weiteren wurden 36 Fahrzeuge der Staplerflotte mit Funkantennen vorgerüstet sowie an das Fahrerinterface mit der Fahrzeugsteuerung angeschlossen und an 26 Hallentoren entsprechende Empfangssensoren für den Datenfunk stationär montiert.
Fährt nun ein Fahrzeug in den Gefahrenbereich eines Hallentors, übermittelt es per Funk an beide Tormodule, die in einem bestimmten Abstand parallel zur Fahrbahn montiert sind, unverzüglich alle Informationen für die Aktivierung der vordefinierten Sicherheitsfunktionen, wie die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit und das Einschalten der Warnleuchten für die Fußgänger. Dabei verwaltet der Zoning-Assist die Leistung des Staplers in Echtzeit. Mittels der ständigen Triangulationsmessung per Funk, also der Winkelmessung im Dreieck zwischen Stapler, Tormodul-1 und Tormodul-2, wird das Hallentor zum richtigen Zeitpunkt geöffnet und bleibt nun auch so lange offen bis das Fahrzeug die Gefahrenzone hinter dem Tor wieder verlässt.
Zusätzliche Sicherheit bietet die Freigabe der maximalen Endgeschwindigkeit erst nach erneuter Betätigung des Fahrpedals.
„Mit der funkbasierten Zonenerkennung von Still haben wir nun eine zuverlässige Gate-Lösung und einen automatisierten und sicheren Prozess auch für Fahrer, die mit zu hoher Geschwindigkeit sich den Toren nähern. So gibt es heute nahezu keine Anfahrschäden an den Hallentoren“, bekräftigt Matthias Blum.
Präzise und stabile Funktechnologie mit geringen Kosten
Mittels Sender und Empfänger nutzt das System die digitale Funktechnologie für den Nahbereich, den Ultra-Breitband-Bereich (UWB), der in industrieller Umgebung eine geringe Störanfälligkeit zeigt. Beim UWB-Funk werden mit hohen Frequenzen räumliche und gerichtete Daten erzeugt, mit denen sich Objekte bis zu zehn Zentimeter genau orten lassen. „Wegen des präzisen und stabilen UWB-Funksignals genügt auch nur noch eine aktive Antenne auf jeweils einem Staplerdach. Des Weiteren werden sowohl die Hallentore als auch die Lichttechnik der Projektoren mit gleichem Funksignal angesteuert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Anschaffungskosten für den UWB-Funk sind im Vergleich zu anderen Technologien geringer. Ferner muss nur einmal in die Werksinfrastruktur investiert werden“, erläutert Michael Dänekas. So lässt sich bei Veränderungen der baulichen Gegebenheiten die funkbasierte Zonenerkennung von Still flexibel und schnell anpassen. Falls sich z.B. ein Gefahrenpunkt im Werksverkehr ändert, kann man den Projektor für die Lichttechnik mit dem integrierten Funkmodul schnell und flexibel ummontieren. Bei der Auftragsvergabe seien die Vorteile der Zoning-Technologie entscheidende Kriterien gewesen, so der Still Projektleiter.
















