Deutliche Vorteile gegenüber dem Einsatz einer Leitsteuerung weisen dezentrale Steuerungen auf, wenn es um die schnelle Änderung von Teilprozessen geht. Diese lassen sich mithilfe der Schwarmintelligenz einfach im laufenden Betrieb umsetzen, ohne dass der Ablauf gestoppt werden muss. Denn es wird nicht das komplette System neu konfiguriert, sondern der neue Prozess wird peu à peu auf alle Teilnehmer übertragen. Zunächst wird dies mit einem oder zwei Robotern getestet. Ist der Testlauf fehlerfrei, werden die neuen Infos mit dem gesamten Schwarm geteilt. „Das ist ein besonderer Vorteil der agentenbasierten Steuerung“, erklärt Michael Reicheicher. „Es ist sehr risikoreich, die Prozesse über den Leitstand zu stoppen, Änderungen vorzunehmen und das System dann wieder zu starten. Häufig funktioniert das nicht einwandfrei und es ergeben sich weitere Schwierigkeiten im Prozess. Diese entstehen beim Einsatz eines Schwarms erst gar nicht.“ Vor allem kleine Änderungen lassen sich somit direkt umsetzen, statt wie üblich bei der Leitsteuerung auf ein Wartungsfenster warten zu müssen, um neue Prozesse zu etablieren. Der größte Vorteil beim Einsatz der dezentralen Steuerung ist aber sicher der geringere Kostenaufwand, da kein Leitstand benötigt wird. Dies ermöglicht einen effizienten Betrieb von wenigen Robotern bis hin zu mehreren hundert Fahrzeugen zu realisieren. Auch bei geringer Roboteranzahl kann sich die Automatisierung für kleine Unternehmen rentieren, denn es sind keine großen Investitionen in eine komplexe Hardwarestruktur zu tätigen. Wenn gewünscht, lassen sich dezentrale und zentrale Steuerung sogar miteinander kombinieren. Sind beispielsweise Fahrzeuge im Einsatz, die über einen Leitstand gesteuert werden, kann sich der Schwarm punktuell dem Leitstand unterordnen. So ergänzen sich beide Systeme in speziellen Einsatzfällen perfekt.

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