Extremhitze legt Schwachstellen offen

Die beispiellose Hitzewelle, die Deutschland im Juni überrollte, wurde einige Tage im Voraus angekündigt. Das führte dazu, dass die Nachfrage nach Klimatechnik für Privathaushalte explodierte. Schnell wurden Ventilatoren und Klimaanlagen knapp – sowohl bei Online-Händlern als auch im stationären Einzelhandel.

Gerridt Woesmann, Senior Sales Executive bei Manhattan Associates
Gerridt Woesmann, Senior Sales Executive bei Manhattan AssociatesBild: Manhattan Associates GmbH

Aufgrund der plötzlichen Nachfragespitze gingen die Preise durch die Decke. Davon profitierten allerdings nur Händler, die auch liefern konnten. Solche immer häufiger auftretenden Extremwetter-Ereignisse bergen also Chancen, sind aber auch Belastungstests für die Lieferkette.

Für Entscheidungsträger im Einzelhandel ist die Botschaft klar: Hitzewellen sorgen für eine unmittelbare und zeitkritische Nachfrage. Käufer sind in dieser Zeit nicht auf bestimmte Anbieter festgelegt, sondern kaufen dort, wo noch Bestand verfügbar ist. Bei vielen Händlern kommt es aber gerade dann zu kostspieligen Lieferengpässen.

Echtzeit-Transparenz und KI-gestützte Prognosen

In diesen Situationen sind jene Einzelhändler erfolgreich, die über eine flexible, einheitliche Lieferkette verfügen und Kundenversprechen auch in Zeiten höchster Belastung einhalten können. Eine frühzeitige Planung und eine agile Lieferketten-Umsetzung schützen den Umsatz, wenn der Druck am größten ist.

Dafür braucht es Echtzeit-Transparenz und KI-gestützte Prognosen, die es dem Handel erlauben, sich auf derartige Ausnahmesituationen rechtzeitig einzustellen. Gefragt sind außerdem die Flexibilität, Bestände schnell umzuverteilen, und die Fähigkeit, die Auftragsabwicklung anzupassen, bevor leere Regale zu Umsatzverlusten führen.

Die erste Hitzewelle kam bereits früh im Sommer 2026. Weitere werden wahrscheinlich in den nächsten Monaten folgen. Dann zeigt sich, welche Händler aus Fehlern und verpassten Chancen gelernt haben.