Performance-Booster für Logistikzüge

Effizient, wendig, sicher: Die neuen Linde-Lastenanhänger für Logistikzüge erhöhen den Durchsatz signifikant und können auch nachträglich automatisiert werden.
Effizient, wendig, sicher: Die neuen Linde-Lastenanhänger für Logistikzüge erhöhen den Durchsatz signifikant und können auch nachträglich automatisiert werden. Bild: Linde Material Handling GmbH

Produzierende Unternehmen der Automobilindustrie, Umschlagknotenpunkte und Cross-Docking-Logistikzentralen benötigen hocheffiziente Warentransportlösungen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Auf kurzen Strecken übernehmen Stapler und klassische Lagertechnikgeräte diese Arbeit häufig. „Aber je länger die Strecke ist und je mehr Material zu transportieren ist, desto mehr lohnt sich der Einsatz von Logistikzügen“, erklärt Mal Rexhepi, Produktmanager Routenzüge Linde Material Handling. „Mit unseren neuen Anhängern lässt sich die Effizienz gegenüber klassischen Viererzügen, also Logistikzügen mit vier Anhängern, um bis zu 100 Prozent steigern. Außerdem können sie jederzeit schrittweise automatisiert werden.“

Effizient, wendig, sicher: Die neuen Linde-Lastenanhänger für Logistikzüge erhöhen den Durchsatz signifikant und können auch nachträglich automatisiert werden.
Effizient, wendig, sicher: Die neuen Linde-Lastenanhänger für Logistikzüge erhöhen den Durchsatz signifikant und können auch nachträglich automatisiert werden. Bild: Linde Material Handling GmbH

Wie Routenzüge die Effizienz bei horizontalen Transporten steigern

Routen- oder Logistikzüge sind zentrale Komponenten in der internen Logistik. Sie transportieren Waren in Trolleys Just-in-Time oder Just-in-Sequence an die Produktions- oder Montagelinien. Dabei sind sie auf größere Warenmengen und längere Strecken ausgelegt. Ihre Länge war bisher in der Regel auf vier Lastrahmen begrenzt. Routenzüge mit einer größeren Zahl an Anhängern waren unübersichtlich, hatten einen großen Wendekreis und bargen das Risiko, dass Personen zwischen den Rahmen durchsteigen, um Wege abzukürzen. An diesen Stellschrauben setzen die neuen LT10 WX-Rahmen von Linde Material Handling (MH) an. „Wir haben die Anhänger von der Deichsel ausgehend neu gedacht“, erläutert Mal Rexhepi das Konzept. „Dabei ersetzt ein Scheren-Deichsel-Mechanismus klassische Zug- und Lenkvorrichtungen und reduziert den Abstand zwischen den Wagen. Gleichzeitig können wir damit einen kleinen Wendekreis und eine hohe Fahrstabilität sichern.“ Das verändert die Einsatzmöglichkeiten der Logistikzüge grundlegend: Statt Viererzüge können auch Züge mit sechs oder acht Anhängern eingesetzt werden, ohne dabei signifikant mehr Platz zu benötigen. Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern reduziert auch die Anzahl der benötigten Schlepper, den Verkehr und die Betriebskosten.

Welche Vorteile die neuen Anhänger bieten

Die Anhänger LT10 WX mit Scheren-Deichsel sind die Herzstücke der neuen Logistikzüge von Linde MH. Sie transportieren Waren in Volltrolleys (1.200×800 bzw. 1.200×1.000mm) und Halbtrolleys (800×600 bzw. 1.000×600) mit einem Gewicht von bis zu 1.000kg pro Anhänger. Dank der asynchron nach hinten versetzten Position der Räder bieten sie eine hohe Kurvenstabilität und Spurtreue sowie ein sehr gutes Nachlaufverhalten selbst bei höheren Geschwindigkeiten. Als Sechserzug haben sie einen Wendekreis von 4,5m und als Achterzug benötigen sie lediglich 4,7m zum Wenden. Damit eignen sie sich für viele Einsatzbereiche, in denen Routenzüge mit vier oder mehr Anhängern ohne Scheren-Deichsel bisher an ihre Grenzen gestoßen sind. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, die Rahmen von beiden Seiten zu be- und entladen, was eine hohe Prozessflexibilität mit sich bringt. Die Anhänger sind für Standard-Trolleys ausgelegt, können aber auch an kundenindividuelle Anforderungen angepasst werden. Bei der Konstruktion der Wagen ging es nicht nur um die Steigerung der Effizienz. Auch die Wirtschaftlichkeit im Betrieb war ein wichtiger Aspekt. „Um einen langfristig problemlosen Einsatz sicherzustellen, haben wir die Bauteile der Wagen äußerst robust und überwiegend mechanisch ausgelegt. Das reduziert mögliche Ausfallursachen und erlaubt schnelle und einfache Reparaturen, falls es dennoch einmal zu einem Schaden kommt. Gleichzeitig sorgt unser dichtes, lokales Servicenetzwerk dafür, dass Unterstützung im Bedarfsfall schnell verfügbar ist“, erklärt Mal Rexhepi ein weiteres Entwicklungsziel.

Wie die Logistikzüge zur Sicherheit in der Intralogistik beitragen

Die Sicherheit von Personen, Waren und Fahrzeugen ist ein wichtiger Faktor für Entscheider in der Intralogistik. Deshalb hatten diese Punkte bei der Entwicklung der Logistikzüge eine hohe Priorität und haben sich in grundsätzlichen Funktionsprinzipien und intelligenten Detaillösungen niedergeschlagen. Neben den sehr guten Fahreigenschaften zählen insbesondere die geringen Abstände zwischen den Anhängern dazu. Diese machen die Züge übersichtlicher und reduzieren die Gefahr, dass Personen zwischen den Wagen durchsteigen. Darüber hinaus verhindert die Scheren-Deichsel ein Kollidieren der Anhänger in Kurven, denn der Scherenmechanismus schiebt sich auf und zu. Die Verriegelung der Trolleys auf den Anhängern ist zweistufig redundant ausgelegt. Beim Aufschieben der Trolleys in den Anhänger wird als erste Stufe der Verriegelung ein patentierter Mechanismus mechanisch aktiviert. Beim Anheben des Wagens, das je nach Ausführung elektrisch oder hydraulisch erfolgt, greift die zweite Sicherheitsstufe und sichert den Trolley zusätzlich. Dieser Mechanismus stellt zudem sicher, dass auch nicht korrekt positionierte Trolleys beim Anfahren automatisch gesichert werden. Weitere Sicherheitsfunktionen verhindern das Absenken der Anhänger während der Fahrt und das Anfahren des Zuges bei abgesenkten Rahmen. Außerdem ist optional ein Assistenzsystem zur Verriegelungsüberwachung erhältlich, das sensorbasiert die korrekte Beladung der Anhänger überprüft und meldet.

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