Warum 2025 kein gutes Jahr für simple Prognosen war

Containerschiff der Reederei Cosco am Container Terminal Tollerort.
Containerschiff der Reederei Cosco am Container Terminal Tollerort.Bild: Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Thies Rätzke

Bestellungen dürften demnach weiterhin leicht unter den Auslieferungen liegen. Gleichzeitig driften die Regionen auseinander: EMEA, Japan und Teile Südostasiens stabilisieren sich, während Nordamerika wegen vergleichsweise hoher Zinsen und Kostendruck besonders sensibel bleibt.

Ein zweiter Taktgeber sind die Zölle. Die USA haben die 2024 beschlossenen Erhöhungen auf zahlreiche China-Importe – darunter Lithium-Ionen-Batterien, EV-Komponenten sowie Stahl und Aluminium – 2025 wirksam werden lassen. Zwar verlängerte die US-Regierung Ende November 2025 Ausnahmen für ausgewählte Industriegüter um ein Jahr; an der Grundrichtung ändert das jedoch wenig: importabhängige Lieferketten bleiben teurer und riskanter.

Für Staplerhersteller wirkt sich das vor allem dort aus, wo Li-Ion-Technik und Leistungselektronik aus China oder chinesisch dominierten Vorstufen stammen. Analysen der Federal Reserve Bank of Richmond zeigen, dass die durchschnittliche effektive US-Zollbelastung 2025 deutlich über dem Vorjahr liegt. Das ist ein Hinweis auf wachsenden Kostendruck bei importintensiven Komponenten, insbesondere in batteriegeprägten Gerätelinien.

Operative Maßnahmen statt Preissteigerung

Bislang zeigt sich jedoch kein eklatanter Preissprung. Hersteller reagieren zumeist operativ: mit mehr Endmontage in Nordamerika oder Europa, der Verlagerung von Zulieferern nach Südostasien/Indien und Dual-Sourcing bei Batterien. Die Kion Group berichtet in ihrer Q3-Mitteilung 2025 von spürbar höheren Auftragseingängen „trotz erheblicher makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheiten“. Das deutet auf Investitionen hin – allerdings selektiv nach Segment und Total Cost of Ownership.

Auch Verbände mahnen daher zu einer nüchternen Lesart der Zollzahlen. Der VDMA verweist 2025 auf eine globale Unsicherheitslage durch Handelspolitik, Geopolitik und Binnenkonjunktur, die Investitionsgüterzyklen dämpft. Die europäische FEM wiederum betont im ‚Manifesto 2030‘ die steigende Regulierungs- und Kostendichte für Material-Handling-Hersteller und fordert politische Verlässlichkeit, damit Elektrifizierung und Automatisierung nicht ausgebremst werden.

Verlässliche Wachstumsprognose

Was heißt das für das zu Ende gehende Geschäftsjahr 2025 in der Staplerwelt? Zölle erhöhen den Druck in batterielastigen Elektrosegmenten und bei importintensiven Baugruppen. Supply-Chain-Anpassungen puffern jedoch einen Teil davon ab. Preissprünge finden sich eher dort, wo Produktlinien eine besonders hohe China-Komponententiefe aufweisen. Der langfristige Wachstumspfad mit rund fünf Prozent durchschnittlichem jährlichen Wachstum, an dem Interact Analysis festhält, erweist sich weiterhin als verlässliche Annahme. Anzupassen ist unter Umständen der Zeitverlauf bis in die frühen 2030er Jahre.