Passende Peripherie für FTS

Newsletter 06 dhf 25 2024
Bild: Item Industrietechnik GmbH

Ob für die Kommissionierung oder zum einfachen Transport von A nach B – die Nachfrage nach fahrerlosen Transportsystemen steigt. Denn die Automatisierung von Prozessen in Produktion und Logistik bringt viele Vorteile mit sich. Doch für einen sicheren und zuverlässigen Transport ist nicht nur das geeignete Fahrzeug entscheidend. Vielmehr spielt die Peripherie eine entscheidende Rolle. Bislang gab es keine Konstruktionen, welche die Vorgaben der Fahrzeughersteller erfüllten und gleichzeitig eine flexible Gestaltung ermöglichten. Doch mit einer neuen Lösung aus standardisiertem Basiswagen und individuell konfigurierbaren Aufsätzen lassen sich nun zahlreiche Anwendungen abdecken.

Fahrerlose Transportsysteme sind mittlerweile fester Bestandteil zahlreicher Produktions- und Logistikprozesse. Auf dem Markt gibt es viele Fahrzeughersteller, deren Konzepte sich in der Softwarearchitektur, den vorgesehenen Aufgaben, den Sicherheitsaspekten sowie Größen und Formen der Roboter unterscheiden. Wer seine Logistik- oder Transportaufgabe automatisieren will, steht also vor der großen Herausforderung, sich für den richtigen Anbieter zu entscheiden.

Umfangreiche Planung und aufwändige Projektierung

Wenn Unternehmen Transportaufgaben automatisieren möchten, müssen sie in einem ersten Schritt bestimmen, was transportiert werden soll. Sind es kleine oder große Werkstücke? Kommen Kleinladungsträger (KLT) mit wenig oder viel Gewicht zum Einsatz und wie viele sollen mit einem Fahrzeug transportiert werden? Darüber hinaus spielt auch das Hallenlayout eine Rolle. Wie groß darf der Roboter sein, damit er durch vorhandene Gänge passt und ausreichend Platz zum Rangieren hat? Benötigt man ein spurgeführtes Fahrzeug oder eins, das beispielsweise mit Hilfe von Kameras, Lasern oder Radiowellen autonom navigiert? Beim automatisierten Transport muss die mögliche Interaktion mit den Beschäftigten berücksichtigt werden. Kann es zu Kollisionen kommen oder arbeiten die Mitarbeitenden in einem ganz anderen Bereich? Entscheidend ist außerdem, ob Quelle und Senke in der Logistik mit in den Prozess eingebunden werden sollen. „Bei einer Planung ist zu klären, ob Übergabestationen hochgenau angefahren werden müssen oder das Transportgut einfach abgestellt wird und die Positionsgenauigkeit eher nebensächlich ist“, sagt Hannes Fröhlich, Produktmanager für den Bereich Robotik bei der Item Industrietechnik GmbH in Solingen. „Darüber hinaus muss auch berücksichtigt werden, ob die Fahrzeuge mit anderen Systemen interagieren sollen und kompatibel sein müssen – Stichwort Interoperabilität.“ Zusammengefasst ist die Planung komplex sowie umfangreich und die Projektierung aufwändig. Zum einen müssen alle Aspekte bedacht und Prozesse von Anfang bis Ende betrachtet werden, zum anderen darf man sich aber auch nicht zu sehr in Details verlieren, sodass der Aufwand für die Umsetzung in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen steht.

Modulares Baukastensystem: Flexibilität ist Trumpf

Auch wenn Projekte ausführlich geplant werden, ergeben sich häufig noch Änderungen oder Anpassungen der Prozesse. Daher sollten die Transportsysteme über ein gewisses Maß an Flexibilität verfügen. Das betrifft vor allem die Hilfsmittel, mit denen Produkte oder Komponenten sicher und zuverlässig von A nach B transportiert werden sollen. Paletten, Gitterboxen, Regale oder sonstige Aufbauten müssen stabil und für das Transportgut geeignet sein. Auch muss das gesamte System den technischen Vorgaben des AGV-Herstellers entsprechen. Starre, geschweißte Transportgestelle sind als Hilfsmittel weniger geeignet, da sie sich nicht an Veränderungen anpassen lassen. Ändert sich beispielsweise das Transportgut, muss ein neues Gestell geschweißt werden. Wird ein fahrerloses Transportfahrzeug (FTF) eines anderen Herstellers eingesetzt, kann das geschweißte System ebenfalls nicht mehr verwendet werden, da es höchstwahrscheinlich nicht die Vorgaben des neuen Fahrzeugherstellers erfüllt. Vorteile bietet da ein modulares System mit Komponenten, die miteinander kompatibel sind. „Die mobilen Roboter unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Sensorik, ihrer Abmessungen oder ihres Andockmechanismus, sondern auch hinsichtlich ihrer Funktion und ihres Einsatzbereiches – mal werden sie zum Kommissionieren eingesetzt, dann wieder zum Transportieren“, erklärt Hannes Fröhlich. „Wir haben uns eingehend mit der Thematik befasst und eine Transportlösung entwickelt, die aus einem standardisierten Base Cart und perfekt darauf abgestimmten, variabel konfigurierbaren Top Modulen besteht.“ Die Base Carts sind Basiswagen, die mit verschiedenen Fahrzeugmodellen unterschiedlicher Hersteller kompatibel sind. Diese Basiswagen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Varianten, welche die Vorgaben der Fahrzeughersteller optimal erfüllen. Die Konstruktion ist dabei an die Abmaße von Europaletten angepasst und bietet eine Standardschnittstelle zu den sogenannten Top Modulen. Diese Aufbauten sind künftig als vorgefertigte Musterlösungen für unterschiedliche Einsatzbereiche verfügbar. Sie alle haben die Maße der Europalette als Grundfläche und passen damit perfekt zum Basiswagen. Sollen die Aufsätze fest mit dem Transportroboter verbunden werden, bietet Item auch dafür eine Lösung. Als Aufbauten stehen beispielsweise Kommissionierregale mit mehreren Ebenen, Transportvorrichtungen für KLT sowie komplette Montageaufsätze zur Verfügung. Der Anwender kann die Aufbauten aber auch individuell konfigurieren und dabei aus dem umfangreichen Systembaukasten von Item schöpfen. „Damit bieten wir nicht nur einen standardisierten Basiswagen, sondern auch ein Maximum an Flexibilität“, erklärt Hannes Fröhlich. „Der Kunde kann die Aufbauten ideal den Anforderungen anpassen und bei Bedarf schnell und einfach abändern.“

Hohe Prozesssicherheit und einfache Konfiguration

Die Konstruktionen erfüllen sämtliche Spezifikationen und DIN-Normen und der Anwender kann sich darauf verlassen, dass das System funktioniert. Selbst der Einsatz von Transportrobotern unterschiedlicher Hersteller an der gleichen Übergabestation ist möglich. Ob der einfache Transport von Paletten oder komplexere Systeme zum Shootern von KLT – Item unterstützt die Anwender mit vorgedachten Lösungen, die künftig direkt bestellt oder im Item Engineeringtool weiterbearbeitet werden können. Das cloudbasierte Konfigurationstool ermöglicht dabei eine einfache und anwenderfreundliche Konfiguration. Die Systeme lassen sich so optimal an individuelle Gegebenheiten und Anforderungen anpassen. Die vorgedachten Musterlösungen dienen somit als Inspirationshilfe. Im Ergebnis erhalten Anwender schnell eine Lösung für ihre fahrerlosen Transportsysteme. „Wir wollen unsere Kunden bei der Umsetzung ihrer Automatisierungsaufgabe bestmöglich unterstützen“, betont Hannes Fröhlich. „Mit dem standardisierten Base Cart schaffen wir dabei eine Grundlage, die in Kombination mit individuell konfigurierbaren Top Modulen zahlreiche Anwendungsbereiche erschließt.“