Juwelen aus dem Automaten
Bei Juwelo muss es immer schnell gehen. Deshalb hat der Teleshopping-Sender seine Waren- und Versandlogistik vor acht Jahren automatisiert und setzt im Zentrallager in Berlin mittlerweile drei INDU-Stores ein. Das automatische Kleinteilelager von Kommissionier- und Handhabungstechnik bietet hohe Dynamik und Diebstahlsicherheit.
Juwelo Deutschland setzt bereits seit acht Jahren auf den INDU-Store - mittlerweile sind mehrere dieser AKL im Einsatz. Die logistischen Prozesse im Hintergrund des eCommerce wurden deutlich optimiert.
Juwelo Deutschland setzt bereits seit acht Jahren auf den INDU-Store – mittlerweile sind mehrere dieser AKL im Einsatz. Die logistischen Prozesse im Hintergrund des eCommerce wurden deutlich optimiert.Bild: KHT GmbH

Juwelo Deutschland ist einer der führenden Teleshopping-Sender für Schmuck und Edelsteine. Hunderte von Bestellungen werden täglich kommissioniert, verpackt und verschickt. Dafür müssen die anzupreisenden Waren im Vorfeld der Live-Präsentation im Lager kommissioniert werden, von wo sie anschließend ihren Weg ins Aufnahmestudio finden, um nach dem Verkauf auf schnellstem Wege zu den Käufern zu gelangen. Zudem werden von dort die Auslandsgesellschaften beliefert. Um das zu stemmen, bedarf es einer platzsparenden Lagerung und moderner Intralogistik.

Die Lösung dieses Problems wurde bei Juwelo Deutschland vor acht Jahren zur Herausforderung. Denn der Teleshopping-Sender wickelte sämtliche Prozesse manuell ab: In der Warenannahme sortierten Mitarbeiter die Juwelen aus hauseigener Fertigung zunächst in Hängeregister, um sie anschließend von Hand zu verpacken und einzulagern. Zu jeder Präsentation mussten die Artikel einzeln herausgesucht und nach dem Dreh erneut verstaut werden. Für eingehende Bestellungen trugen dann wiederum die Kollegen im Versand den Schmuck zusammen, packten die Pakete und schickten die Sendungen raus. „Über 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren mit der Verarbeitung beschäftigt. Im Anschluss an die Live-Auktion ging es bei uns zu wie im Ameisenhaufen – nur weniger strukturiert“, erinnert sich Boris Kirn, geschäftsführender Direktor der Elumeo SE, der Muttergesellschaft von Juwelo Deutschland.

Automatisiertes Kleinteilelager für mehr Effizienz

 Hunderte Bestellungen von Schmuck und Edelsteinen gehen beim Teleshopping-Sender Juwelo täglich ein und werden bearbeitet.
Hunderte Bestellungen von Schmuck und Edelsteinen gehen beim Teleshopping-Sender Juwelo täglich ein und werden bearbeitet.Bild: KHT GmbH

Anfang der 2010er-Jahre verzeichnete Juwelo durch massives Unternehmenswachstum und steigende Online-Bestellungen ein explodierendes Auftragsvolumen, dem die manuelle Lager- und Versandlogistik nicht mehr gewachsen war. Auf der Suche nach einer platzsparenden und vollautomatischen Lösung, die sich trotz Platzmangel auch individuell in verwinkelten Räumlichkeiten installieren ließ, wurde Juwelo bei der Gelsenkirchener Kommissionier- und Handhabungstechnik GmbH (KHT) fündig. „Mit dem INDU-Store, einem Lagerroboter für die Kommissionierung von Kleinteilen, traf KHT genau unsere Erwartungen“, so Kirn.

Das intelligente System handhabt Artikel bis zu der Größe eines Schuhkartons und einem Maximalgewicht von 5kg und lagert sie fehlerfrei und stückzahlgenau ein und aus. Die bis zu zwei Greifarme vergeben dabei keine festen Lagerplätze, sondern verteilen die Waren dynamisch auf die Fächer mit bis zu 15 verschiedenen Regalbodenhöhen. Durch dieses sogenannte „chaotische Lagerprinzip“ ist die Auslastung stets optimal. „Als Schmuckhändler war für uns zudem wichtig, dass die Artikel absolut diebstahlsicher gelagert werden. Das gewährleistet der INDU-Store, da von außen kein Zugriff auf die eingelagerte Ware möglich ist“, erklärt Kirn.

INDU-Store überzeugt beim ersten Testlauf

Juwelo hatte KHT 2012 zunächst mit der Installation eines INDU-Stores bei der italienischen Auslandsgesellschaft beauftragt. Mit einer Länge von 12,4m bei einer Höhe von 3,2m bietet es Platz für bis zu 50.0000 Packungen. Nach einer kurzen Testphase mit einem Greifarm wurde das automatische Kleinteilelager um ein zweites Picking-System erweitert und in den Live-Betrieb überführt. „Effizienz- und Leistungssteigerung waren enorm. Zeitgleich haben wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheblich entlastet“, berichtet Kirn. Daher dauerte es auch nicht lange, bis in der UK-Niederlassung in Birmingham ein weiterer Lagerroboter mit einer Kapazität von 65.000 Schachteln installiert wurde.

In der Auftaktphase des Projekts hat der Gelsenkirchener Spezialist für Lagerautomation seinen Kunden vor allem durch die Möglichkeit der Individualisierung der Lösungen überzeugt. „Wir haben mit KHT ein eigenes Verpackungssystem für den INDU-Store entwickelt, das genau unseren Bedürfnissen entspricht und in dem unsere Schmuckstücke sicher lagern“, sagt Kirn. Das hat den gesamten Handhabungsprozess erheblich vereinfacht: Die Artikel werden nun bereits in den Schachteln angeliefert, in denen sie im INDU-Store eingelagert und anschließend auch an die Kunden verschickt werden. Da Juwelo Next-Day-Delivery verspricht, war dieser Zeitgewinn ein Erfolgsgarant.

Bis zu 1000 Packungen pro Stunde

2015 rüstete KHT im Auftrag von Juwelo dann auch das Zentrallager in Berlin mit einem noch leistungsstärkeren INDU-Store aus. Das System bietet auf 20,6m Länge und 3,5m Breite dank 7-fachtiefer Lagerung Platz für 400.000 Schmuckboxen. Über Einlagerbänder, auf denen sie automatisch gescannt und anschließen einsortiert werden, speisen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Warenannahme die Artikel in das System ein. Dank geeigneter Schnittstellen kann das automatische Kleinteilelager problemlos an ERP- und Warenwirtschaftssysteme angebunden werden. „Inventuren, die uns früher mehrere Tage gekostet haben, sind jetzt per Knopfdruck möglich“, sagt Kirn.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: Toyota Material Handling
Bild: Toyota Material Handling
Weltrangliste Flurförderzeuge
2020/2021

Weltrangliste Flurförderzeuge 2020/2021

Bei der Auswertung der World Industrial Truck Statistics (WITS) stößt man auf Rückschläge und Steigerungen durch Schwankungen der Auftragseingänge und Auslieferungen der Flurförderzeugklassen. Für das Geschäftsjahr 2020 bzw. 2020/2021 haben 20 der beteiligten 27 Unternehmen Rückgänge im Nettoumsatz ihrer Flurförderzeugsparten gemeldet, die wohl auch auf der Corona-Pandemie
beruhen. Sechs Firmen haben über Zuwächse berichtet. Ein weiterer Hersteller, der 2020 in die Weltrangliste zurückgekehrt ist, hat keinen Vergleich zum Vorjahr
angegeben. Letztlich spiegeln die WITS einen wechselnden Bedarf am breiten Spektrum der Flurförderzeugtypen.

Anzeige

Anzeige

Anzeige