
Hochfeste Faserkunststoffe, die in vielen Industrieanwendungen längst etabliert sind, eröffnen nun auch bei industriellen Hebezeugen neue Möglichkeiten für mehr Sicherheit und Leistungsfähigkeit. Als Alternative zum Stahlseil erweitert Demag das Einsatz- und Servicespektrum für hebetechnische Anwendungen.
Die Seilzug Serie DHR im Demag Programm, der DHR-Serie
Die Seilzüge der DHR-Serie eignen sich für Lasten mit bis zu 20t Gewicht und zeichnet sich u.a. durch eine kompakte Bauweise bei geringem Eigengewicht aus. Der zweistufige Hubmotor ermöglicht schnelles Heben und Senken der Last sowie präzises Positionieren und der optionale CANBus-Kommunikationsstandard erlaubt die selbstständige Überwachung sicherheitsrelevanter Parameter. Und per Funkfernsteuerung lassen sich DHR-Seilzüge komfortabel bedienen. Ein modernes und mit zahlreichen Optionen ausgestattetes Hubwerk für eine Vielzahl an industriellen Anwendungen.
Darüber hinaus bietet der Seilzug DHR eine neue Option: Er kann im Traglastbereich bis zu zehn Tonnen an Stelle des konventionellen Stahlseils mit einem Seil aus dem synthetischen Material Dyneema ausgestattet werden. Dabei handelt es sich um eine Polyethylen-Faser mit sehr hoher Molekülmasse (PE-UHMW) und – das ist für die Anwendung in Hebezeugen entscheidend – sehr hoher Zugfestigkeit. Die Faser wird als Garn produziert, das ebenso wie Stahldrähte verseilt werden kann.
Keine Experimente: Bewährt in vielen Einsatzbereichen
Das Dyneema Material selbst ist nicht neu, es bewährt sich seit Jahren u.a. in Hebezügen für die Berg- und Flugrettung. Zu den Hauptvorteilen gehören hier das geringe Gewicht und die erleichterte Handhabung. Bei beanspruchten synthetischen Seilen entstehen keine Einzeldrähte, an denen sich die Bediener verletzen könnten. Das im Vergleich zu Stahlseilen um rund 85% geringere Gewicht hat auch dazu geführt, dass Mobilkrane inzwischen häufig mit Dyneema-Seilen ausgerüstet sind.
Viele Gründe sprechen für ein synthetisches Seil
Gewicht und Handhabung sind aber nur zwei von vielen Gründen, die für die Nutzung von Seilzügen mit Dyneema-Seil und einer darauf abgestimmten Seiltrommel sprechen. Im Vergleich zum Stahlseil zeichnen sich die synthetischen Seile durch eine deutlich längere Lebensdauer aus, da die Reibungskräfte und damit auch die verschleißfördernden Faktoren weitaus geringer sind. Das gilt gleichermaßen für die Seiltrommel und die Umlenkrollen.
Die Zugfestigkeit der synthetischen Seile ist – bei gleichem Durchmesser – höher als die von Stahlseilen. Es besteht kein Korrosionsrisiko, das entweder die Lebensdauer senkt oder aber eine Schmierung erfordert. Bedingt durch die Schmierung ist ein Stahlseil anfälliger für die ungewollte Aufnahme von Staub und bei Anwendungen in sauberer Umgebung nicht immer erwünscht ist – oder unbedingt vermieden werden soll. Der Verzicht auf den Schmierstoff verringert zugleich den Serviceaufwand bei einem synthetischen Seil.
Die längere Lebensdauer ist nicht nur auf die geringeren Reibungskräfte zurückzuführen. Weil die einzelnen Fasern nicht knicken, sondern ihre Form behalten bzw. elastisch bleiben, muss das Seil nicht ausgetauscht werden, wenn es ausgefranst ist. Zudem ist der Austausch eines Seils einfacher zu handhaben – nicht nur wegen des geringen Eigengewichtes des synthetischen Seils: Der Servicetechniker muss nicht die für Drahtseile charakteristische Unterscheidung zwischen linksgängig und rechtsgängig geschlagenen Litzen beachten. Bei der Lagerhaltung bedarf es darüber hinaus nur einer Seilvariante dieser neuen Seilart.
DHR-Seilzüge mit Dyneema-Seil lassen sich bei Bedarf einfach mit einem Stahlseil umrüsten, da für synthetische Seile notwendige Beschichtung der Seiltrommel bereits ab Werk vorgenommen wurde.
Bestens geeignet für saubere und verschmutzte Produktionsumgebungen
Viele der DHR-Seilzüge mit Dyneema-Seil kommen in einer sauberen Produktionsumgebung zum Einsatz. Keine Schmierung, verminderter Verschleiß und weniger Abrieb sind hier starke Argumente. Die Eigenschaft der Korrosionsfestigkeit führt aber dazu, dass auch Anwendungen in stark verschmutzter Umgebung im Fokus des Interesses stehen. Das betrifft Feuchtigkeit, aber ebenso säurehaltige Atmosphären, die sich nicht negativ auf die Lebensdauer der synthetischen Seile auswirken.
Logimat 2026: Halle 7, Stand C35

















