
Nachhaltiger zu werden, ist für Unternehmen ein Prozess, der Durchhaltevermögen, Ideenreichtum, aber auch Weitsicht und Mut erfordert. Mit dem Nachhaltigkeitsbericht zieht Linde Material Handling (MH) jährlich Bilanz zu Fortschritten auf unterschiedlichsten Themenfeldern – darunter Umwelt, Gesundheit, Arbeitssicherheit, gesellschaftliches Engagement oder bei Produkten und Lösungen. Jetzt ist die umfangreiche, aktualisierte Online-Veröffentlichung für das Jahr 2024 verfügbar. Vorangekommen ist der Intralogistikspezialist beispielsweise bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen. Weitere Verbesserungen verspricht dabei der Einsatz von Nutzfahrzeugen mit Elektroantrieb. Ab Beginn des Jahres 2026 übernehmen zwei Elektro-LKW den Transport von Staplergegengewichten aus der 35km entfernten Gießerei ins Montagewerk Aschaffenburg. Zudem kommen weitere zehn Transporter bei den Zentralen Diensten zum Einsatz und leisten einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung von Fahrten innerhalb und zwischen den Standorten in der Region Aschaffenburg.
Treibhausgase auf Netto-Null
Die direkten und indirekten Treibhausgase(THG)-Emissionen Scope 1 und 2 sind Kennzahlen, die im Bericht aufgeführt sind und im Jahr 2024 reduziert werden konnten. „Erreicht haben wir dies beispielsweise durch einen hohen Anteil an bezogenem ‚Grün-Strom‘, aber auch durch die Nutzung von Abwärme sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung bei Infrastruktur oder in der Produktion“, erläutert Bernhard van der Westhuizen, Leiter HSE Sales & Service für Linde MH. Ab 2026 wirkt sich der Einsatz der neuen Elektro-LKW und Transporter positiv auf diesen Wert aus und zahlt auf das kurzfristige Klimaziel ein, die Scope 1- und 2-Emissionen bis 2030 um 4,7 Prozent pro Jahr im Vergleich zum Basisjahr 2021 zu reduzieren. Bis spätestens zum Jahr 2050 soll die Menge an THG-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1, 2 und 3) auf Netto-Null sinken.
Die neuen 42t-Sattelzugmaschinen mit einer Batteriekapazität von 600kWh und 500km Reichweite sowie weitere zehn leichte Nutzfahrzeuge mit bis zu 3,5t und die Ladeinfrastruktur wurden im Rahmen der Richtlinie über die Förderung von leichten und schweren Nutzfahrzeugen mit alternativen, klimaschonenden Antrieben (KsNI) des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr gefördert. Ein Teil dieser Fördermittel stammt aus dem Deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP) der EU. „Die Anschaffung leistet einen wichtigen Beitrag zur Elektrifizierung unserer internen Transportlogistik“, betont Franz Huber, Projektmanager Energy Solutions für Linde MH. Mit der neuen elektrischen Fahrzeugflotte strebt das Unternehmen an, rund 180t CO₂ pro Jahr einzusparen. Während die schweren LKW im Pendelverkehr zwischen Gießerei und Montagewerk eingesetzt werden, tragen die elektrischen Transporter dazu bei, die Logistik zwischen den regionalen Standorten emissionsfrei zu gestalten. Beispielsweise übernehmen sie die Kantinenversorgung. Das MOVEsystem von IEF-Werner transportiert Bauteile und Produkte zuverlässig, modular und kosteneffizient – ob auf Werkstückträgern, direkt auf Riemen oder in Paletten. Anwender profitieren von maximaler Flexibilität. ‣ weiterlesen
MOVEsystem bewegt mehr:
Viele Wenig ergeben ein Viel
Eine weitere Verbesserung bei den Nachhaltigkeitskennzahlen gab es bei der Abdeckung der internationalen Umweltmanagementnorm ISO-14001. Auf 99 Prozent (2023: 94 Prozent) konnte die Zahl derjenigen Werke sowie Standorte der Linde MH Sales und Service Organisation gesteigert werden, die den Anforderungen des anerkannten Umweltmanagementsystems entsprechen. Bestandteil dieser Norm sind beispielsweise Ökobilanzen bzw. Life Cycle Assessments (LCA). Sie analysieren systematisch die potenziellen Umweltwirkungen und die Energiebilanz von Produkten von der Rohstoffgewinnung und Fertigung über die Nutzungsphase bis hin zu Entsorgung bzw. Verwertung am Ende des Lebenszyklus. Linde MH hat bereits vor über 20 Jahren zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik eine wissenschaftliche Methodik zur umfassenden Bewertung der Umweltwirkung seiner Gabelstapler und Lagertechnikgeräte entwickelt und Ökobilanzen für wesentliche Produktgruppen erstellt. Seitdem wurde die Methodik kontinuierlich weiterentwickelt und professionalisiert. Heute basieren die LCA auf den ISO-Normen 14040 und 14044. Für einen guten Teil der Linde-Baureihen existieren bereits LCA. Bei den 2025 auf den Markt gekommenen Elektrostaplern in der Traglastklasse von 1,0 bis 2,0t ist ein entsprechendes LCA erstmals Teil der Markteinführung.
Partnerschaft mit Glencore Battery Recycling
Im Bericht enthalten sind außerdem erste Ergebnisse der seit 2023 bestehenden strategischen Partnerschaft mit dem Batterierecycling-Unternehmen Li-Cycle Holdings Corp. (seit August dieses Jahres Glencore Battery Recycling). Rund 15,8t an Lithium-Ionen-Batteriemodulen bzw. 442 Lithium-Ionen-Batterien, die an Linde MH zurückgegeben wurden, durchliefen im Jahr 2024 den Recyclingprozess. Die zurückgewonnenen Materialien werden anschließend zu Ressourcen verarbeitet, die wiederum zur Herstellung neuer Batterien verwendet werden können.
„Gerade in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld kommt einer Verknüpfung von Verbesserungen bei Effizienz und Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitig zu erzielenden Nachhaltigkeitseffekten eine besondere Bedeutung zu“, ergänzt van der Westhuizen. Die Produktentwicklungsstrategie bei Linde MH wurde dahingehend in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt, und Nachhaltigkeitsaspekte wurden in die frühe Produktdesignphase, aber auch in den Produktionsprozess integriert. Zudem wurde unter anderem der Arbeits- und Gesundheitsschutz weiter ausgebaut.
















