
Jedes Jahr werden der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) mehr als 15.000 Unfälle mit Gabelstaplern und Hubwagen gemeldet. Das sind mehr als 50 pro Arbeitstag. Diese Unfälle ereignen sich, obwohl für Gabelstaplerfahrer der Besitz eines ‚Staplerführerscheins‘ (mit jährlicher Auffrischungsschulung) Pflicht ist. Und die Bediener von Hubwagen müssen für diese Aufgabe unterwiesen werden.
Dass hier Verbesserungsbedarf besteht, liegt auf der Hand. Da die Mehrheit dieser Unfälle – und auch der schweren Unfälle – von Gabelstaplern mit Fahrersitz verursacht werden, besteht gerade in diesem Bereich Bedarf an zusätzlicher Einweisung und Schulung. Dieser Bedarf lässt sich leicht decken: mit einem simulationsbasierten Training.
Vergleichbare Ergebnisse, gezielteres Training
Auf den ersten Blick scheint die Empfehlung, beim Staplerfahrer-Training auf Simulation zurückzugreifen, vielleicht nicht ganz plausibel. Schließlich sind Gabelstapler fast überall verfügbar – und was ist praxisgerechter als die Praxis selbst?
Aber es gibt gute Gründe für das Training an Simulationssystemen – z.B., dass die Schulung unter definierten Bedingungen und in einer kontrollierten Umgebung stattfindet. Das heißt auch, dass die Ergebnisse immer vergleichbar sind. Die Ausbilder können somit die Fähigkeiten des Fahrers bewerten, und sie können sie auch verbessern, weil die Übungen wiederholbar sind. Dabei können die Fahrer stets in ihrem eigenen Tempo trainieren, und sie erhalten über die Trainingssoftware objektives Feedback. Das gilt gleichermaßen für neue wie für erfahrene Bediener.
Risikoloses Üben von Verhalten bei gefährlichen Situationen
Zudem geht der simulationsbasierte Lehrplan gezielt auf typische Risikosituationen und Unfallursachen ein. Und das ganz ohne Risiko: Es ist kaum empfehlenswert, mit echten Flurförderzeugen das Fahrerverhalten bei kritischen Situationen wie schnellen Lenkbewegungen oder Fahren mit Überlast oder mit Last auf der angehobenen Staplergabel zu üben.
Gute Vorbereitung auf den Staplerführerschein
All das lässt sich mit einem Simulationssystem testen, ohne die Arbeitsabläufe im Lager oder in der Produktion zu stören – unter realitätsnahen Bedingungen, z.B. mit Fußgängern und anderen Staplern, die den Weg kreuzen, auf Rampen und feuchtem Untergrund, unter Beachtung der innerbetrieblichen Vorfahrtsregeln. Dabei reagiert die virtuelle Maschine im Hinblick z.B. auf Verhalten unter Last ganz ähnlich wie ein reales Flurförderzeug.
Gerade aus Sicht von jüngeren Staplerfahrern, die an interaktive digitale Erlebnisse gewöhnt sind, können Simulationen die Schulung spannender gestalten und sie gleichzeitig dabei unterstützen, sich auf die ganz realen Aufgaben beim Bedienen eines Gabelstaplers vorzubereiten. Dabei hat eine solche Schulung einen durchaus ernsten Hintergrund: Gemäß FBHL-019 der DGUV kann simulationsbasiertes Training genutzt werden, um Fahrer auf den Gabelstaplerführerschein gemäß DGUV/FMBL vorzubereiten.
Simulation mit praxisgerechtem Stapler-Curriculum
Das Gabelstapler-Simulationscurriculum von CM Labs – ein Bestandteil des Intellia Worflroce Training Systems – bietet den Bediener die Möglichkeit, das Handling von Lasten z.B. in Lagerhallen und Außenbereichen zu üben. Wiederholbare Szenarien erlauben das Training z.B. unter beengten Platzverhältnissen, auf unterschiedlichem Untergrund und mit Personen, die im gleichen Arbeitsbereich tätig sind. Ein Bewertungssystem erlaubt es den Ausbildern zu erkennen, wo noch Trainingsbedarf besteht. Darin liegt der Nutzen der Simulation: Die Bediener können Fehler machen, daraus lernen und die Übungen wiederholen, bevor sie die Situation mit einem echten Flurförderzeug bewältigen müssen. Und bei der ‚Hardware‘ des Trainingssystems bietet CM Labs verschiedene Optionen – vom transportablen Desktop-Simulator bis zu Systemen mit mehreren Bildschirmen und einer Bewegungsplattform, die physische Rückmeldungen (Vibration, Beschleunigungen) übermittelt.
















